Über ein Drittel betroffen: Kampf gegen Mobbing an steirischen Schulen
(Cyber-)Mobbing und Gewalt an Schulen stellen seit Jahren eine zunehmende Herausforderung dar. Eine aktuelle AK-Studie fokussiert sich auf nachhaltige Lösungsmöglichkeiten.
Die AK Steiermark versucht seit mehr als einem Jahrzehnt, (Cyber-)Mobbing und Gewalt in Schulen entgegenzuwirken. Eine aktuelle AK-Studie fokussiert sich nun auf nachhaltige Lösungsmöglichkeiten. Dabei gaben rund zwei Drittel der befragten Schüler (65,0 %) an, dass Schüler von Mobbing oder Cybermobbing betroffen sind. Mehr als ein Drittel seien in irgendeiner Form selbst von Mobbinghandlungen betroffen.
Strategien gegen (Cyber-)Mobbing in der Schule
19 Pädagogen, Psychologen und Experten wurden für die qualitative AK-Studie, die vom Meinungsforschungsinstitut bmm durchgeführt wurde, befragt. Laut Studienautorin Claudia Brandstätter sehen sie konkrete Ansätze, die es im Schulalltag über alle Schulstufen hinweg zu leben gilt.
Lösungsmöglichkeiten laut Studie im Überblick
- frühzeitige Intervention: schnellstmögliche Erkennung und Reaktion sind entscheidend, um Mobbing zu verhindern
- Vertrauensaufbau: eine stabile Beziehung zwischen Schülern, Lehrern und Eltern bildet die Grundlage für erfolgreiche Interventionen
- gemeinsame Schulkultur: eine Kultur des Hinschauens und Handelns muss etabliert werden, um präventive Maßnahmen langfristig zu verankern
- Fortbildung und Ressourcen: Schulungen für Lehrer und ausreichend finanzielle sowie personelle Mittel sind essenziell
- langfristige Strategien: Programme wie „Fair 2gether“ sollen flächendeckend eingeführt werden, um eine nachhaltige Anti-Mobbing-Kultur zu etablieren Sensibilisierung: Eltern sollen Anzeichen von Mobbing frühzeitig erkennen und gemeinsam mit der Schule Strategien entwickeln
- Kooperationen: eine aktive Zusammenarbeit mit Lehrern und Anti-Mobbing-Koordinatoren
- Stärkung der Resilienz: Schüler sollen in ihrer Fähigkeit gestärkt werden, mit Konflikten umzugehen und sich gegen Mobbing zu wehren
- Engagement in Präventionsmaßnahmen: Peer-Mediation und Buddy-Systeme bieten Schülern die Möglichkeit, aktiv zur Prävention beizutragen
Nachhaltige Lösungsansätze
Eine nachhaltige Lösung erfordert (Schul-)Zeit, personelle wie auch finanzielle Ressourcen und ein gemeinschaftliches Umdenken über alle Zielgruppen hinweg. „Schulen müssen sichere Orte sein, an denen Prävention, Intervention und die Stärkung der Schüler Hand in Hand gehen. Lehrer sind für sozial-emotionales Lernen nicht nur Impulsgeber, sondern positive Beispiele“, sagt AK-Präsident Josef Pesserl: „Nachdem es kein reines Schulproblem ist, sich aber dort manifestiert, müssen auch die Eltern ins Boot geholt werden.“ Die AK Steiermark selbst bietet für alle Schultypen von der Volksschule bis zu den höheren Schulen Präventionsworkshops an, schult Lehrpersonal und ist auf Elternabenden vertreten.