Schizophrenie: Rund 90.000 Menschen in Österreich betroffen
Psychische Erkrankungen, wie etwa Schizophrenie, gelten oft als Tabuthema. Dabei betreffen diese zig Personen: Einer von hundert Menschen in Österreich erkrankt im Laufe seines Lebens an Schizophrenie.
In Österreich sind rund 90.000 Menschen von Schizophrenie betroffen – einer psychischen Erkrankung, die oft im jungen Erwachsenenalter auftritt. „Realität und Fiktion verschwimmen, das eigene Ich wird als fremd erlebt, die Wahrnehmung ist verzerrt und das Denken verändert sich. Alltägliches wird oft als Verschwörung und Bedrohung empfunden. Wahnideen, Verfolgungsängste, Halluzinationen und Angst zählen zu den typischen Symptomen“, erklärt das Wiener Pharmaunternehmen „Lundbeck“ in einer Aussendung.
Die Gefahr unregelmäßiger Medikamenteneinnahme
Die Krankheit verläuft in Schüben und ist zwar behandelbar, erfordert jedoch meistens eine konsequente medikamentöse Therapie. Besonders problematisch: Viele Patienten nehmen ihre Medikamente unregelmäßig oder gar nicht ein. Die unregelmäßige Medikamenteneinnahme kann zu erneuten psychotischen Episoden führen und diese wiederum können den Krankheitsverlauf erheblich verschlechtern.
Tägliche Tabletteneinnahme als Hürde für viele Betroffene
Für viele Schizophrenie-Patienten aber ist die tägliche Tabletteneinnahme eine Hürde, erklärt Prim. Dr. Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste in Wien und Leiter des Sozialpsychiatrischen Notdienstes des PSD-Wien: „Fehlende Krankheitseinsicht oder Wahnvorstellungen führen oftmals zu einer Ablehnung der Medikamenteneinnahme. Das ist immer wieder ein großes Problem. Bei Depotpräparaten jedoch fällt die tägliche Entscheidung, ob man das Medikament nimmt oder nicht, weg und dadurch auch die tägliche Konfrontation damit, ‚krank‘ zu sein.“
Depotpräparate als Möglichkeit
Moderne Antipsychotika mit Depotwirkung ermöglichen es Patienten mit Schizophrenie, ihre Therapie einzuhalten, ohne täglich Tabletten einnehmen zu müssen: Sie werden in regelmäßigen Abständen – je nach Präparat alle 14 Tage, ein, zwei oder drei Monate – verabreicht und setzen den Wirkstoff konstant frei. So entfällt die tägliche Einnahmeentscheidung, die für viele Patienten eine Hürde darstellt. Laut Chefarzt Psota sei die Wirkstoffabgabe von Depots eine „erfolgreiche Langzeittherapie der Schizophrenie“. Und weiter: „Depots ermöglichen einen größeren Komfort im Alltag der Betroffenen. Dies ermöglicht den Patienten, ihren Alltag freier und unbeschwerter zu gestalten – was sich sehr oft positiv auf ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität auswirkt.“
Mehr Auswahl an Depotpräparaten in Österreich
Die Zahl der verfügbaren Depots wächst kontinuierlich. Eine Entwicklung, die Chefarzt Psota begrüßt: „Auch in Österreich können wir aus immer mehr Depots auswählen. So können wir beispielsweise seit 1. Jänner dieses Jahres auch ein Depotpräparat mit zweimonatiger Wirkung verschreiben. Dadurch wird unser Handlungsspielraum, für jeden Patienten und jede Patientin die passende Therapie zu verschreiben, weiter vergrößert.“