Villach: Attentäter sieht sich als „Soldat des IS“ ++ Fake-News kursieren
In der Villacher Innenstadt kam es gestern (Samstag, 15. Februar 2025) zu einer Bluttat mit mehreren Verletzten. Die Menschen haben Angst – doch gleichzeitig zeigen sie mit einem Lichtermeer am Hauptplatz ihren Zusammenhalt.
Am Samstagnachmittag, dem 15. Februar 2025, ereignete sich in der Villacher Innenstadt (Kärnten) ein schwerer Gewaltdelikt, bei dem mehrere Personen verletzt wurden. Augenzeugen berichten von einem Mann, der wahllos Menschen mit einem Messer attackierte. 5 Minuten hat am Montag einen neuen Übersichtsartikel eröffnet: Hier findet ihr alle aktuellen Entwicklungen zum Nachlesen: Aktuelle Informationen zum Attentat in Villach.
Hast du jetzt ein mulmiges Gefühl, wenn du am Hauptplatz unterwegs bist?
Auf einen Blick:
- Samstagnachmittag (15. Februar 2025) kam es zu einem Polizei-Großeinsatz in der Villacher Innenstadt.
- Anschlag: Ein junger Syrer (23) stach wahllos auf Passanten ein und wird zum Mörder.
- Innenminister G. Karner (ÖVP) am Sonntag: Es handelt sich hier, um einen islamistischen Anschlag mit IS-Bezug.
- Ein Toter (14) und fünf weitere Opfer, teilweise schwer verletzt, sind bereits zu beklagen
- International herrscht Fassungslosigkeit.
- Das Innenministerium hat einen Upload-Link für Videos und Fotos von Augenzeugen installiert.
- Ein Syrer konnte Schlimmeres verhindern, er lenkte seinen Wagen gegen den Amokläufer und konnte so vermutlich Leben retten.
- Es dürfte sich um einen Terroranschlag gehandelt haben.
- Der 23-jährige Syrer hatte sich über das Internet radikalisiert. Auf TikTok soll er Anhänger eines radikalislamistischen Influencers gewesen sein. Laut Landeshauptmann Peter Kaiser soll die Radikalisierung innerhalb von drei Monaten stattgefunden haben.
- Wie das Innenministerium gegenüber der APA mitteilte, kam der Täter 2020 nach Österreich, wo ihm Asyl gewährt wurde.
- Augenzeugen helfen bei den Ermittlungen mit: Einiges an Material über den Upload-Link hereingekommen: „Mehrere Dutzend Uploads von Fotos und Videos“
Anschlag in Villach
Attentäter soll sich als „Soldat des Islamischen Staates“ sehen
Bei seiner ersten Einvernahme soll der 23-jährige Attentäter laut einem Bericht der Salzburger Nachrichten seinen Radikalisierungszeitraum von drei Monaten bestätigt haben. Weiters soll er angegeben haben, sich selbst als „Soldat des Islamischen Staates“ zu sehen. Ein brisantes Detail: Der Mann ist selbst Kurde und gehört somit zu jenem Volk, das vom IS bekämpft wird.
Fake-Postings kursieren
Auf Social Media kursieren derzeit einige Fake-News im Zusammenhang mit dem Attentat. So wird zum Beispiel in einem Posting behauptet, dass aktuell noch nach weiteren 17 Syrern gesucht werde und dass die Polizei diese Information nur nicht veröffentlicht, um die Menschen in Villach nicht zu verängstigen. Wir haben bei der Polizei nachgefragt: An dem Gerücht ist nichts dran, es wird laut Aussage eines Pressesprechers aktuell nicht nach weiteren Tatverdächtigen gefahndet.
So reagieren die Menschen auf Social Media auf das Attentat
Auch auf Social Media hat das Villacher Attentat hohe Wellen geschlagen. Einerseits zeigen viele Menschen online Solidarität mit den Opfern und ihren Angehörigen. Doch in den sozialen Medien kursiert aktuell auch ein „Anschlagsvideo“, das angeblich die Szenen in Villach zeigen soll – doch es stammt nicht einmal aus Österreich. Mehr dazu hier: Attentat löst Social-Media-Bewegung aus – und ein Fake-Video kursiert
Drohen dem Retter rechtliche Konsequenzen?
Der Syrer Alaaeddin Alhalabi wurde gestern Nachmittag zum Helden, als er den Attentäter in Villach anfuhr, um weiteres Leid zu verhindern. Drohen ihm deswegen rechtliche Konsequenzen? Wir haben bei dem Juristen Stefan Torker nachgefragt: Retter von Villach: Hat die Heldentat ein rechtliches Nachspiel?
Kriseninterventionsangebot in Villacher Schulen
Nach dem schrecklichen Attentat in Villach am Samstag wurden Sonntagabend Hilfsmaßnahmen für viele Schüler in Villach und Klagenfurt beschlossen. An Schulen, in die Kinder gehen, die bei dem Anschlag verletzt wurden, werden Kriseninterventionsteams zur Verfügung stehen, um Schüler bei der Aufarbeitung des Vorfalls zu unterstützen. An der Klagenfurter Schule, die das 14-jährige Todesopfer besucht hat, weht eine schwarze Flagge. Nähere Informationen dazu findest du hier: Schwarze Flaggen an Schulen gehisst: Schülern soll geholfen werden.
Schweigeminute am Montag: Klagenfurt trauert mit Villach
„Wir trauern mit Villach und gedenken der Opfer! Senden wir alle gemeinsam ein Signal in die Draustadt! Wir dürfen unseren Zusammenhalt von solchen Verbrechern niemals nehmen lassen“, verkündet Klagenfurts Vizebürgermeister Ronald Rabitsch (SPÖ). Am Montag, dem 17. Feber 2025, kommen Menschen in Klagenfurt zusammen, um der Opfer der Tragödie in Villach zu gedenken. Auf dem Neuen Platz wird um 18 Uhr eine Schweigeminute abgehalten, um den Verstorbenen Respekt zu erweisen und den Angehörigen Mitgefühl auszudrücken. Die Tat hat große Betroffenheit ausgelöst, viele wollen gemeinsam innehalten und ein Zeichen der Solidarität setzen. Mit der Trauerfeier soll nicht nur der Opfer gedacht, sondern auch das Zusammenstehen der Gemeinschaft betont werden.
In Villach geht die Angst um
Neben großartigen Gesten des Zusammenhalts greift in Villach aktuell auch die Angst um sich. Auf Social Media tauschen sich die Villacherinnen und Villacher über die aktuelle Situation aus und es wird deutlich: Viele fühlen sich aktuell nicht sicher. Mehr dazu hier: Nach Villach-Attentat: „Ich habe keine Lust…“
„Narrisch guat“-Aufzeichnung verschoben
Wie der ORF am Abend des 16. Feber bekannt gab, wurde aufgrund des Anschlags in Villach die „Narrisch guat“-Aufzeichnung um voraussichtlich eine Woche verschoben. Eigentlich hätte sie am Montag, den 17. Feber, stattfinden sollen.
Villach zeigt Mitgefühl: Lichtermeer am Hauptplatz
Tragisch: Ein dreijähriges Kind musste alles mitansehen
Nicht nur Erwachsene, auch Kinder waren gestern am Hauptplatz unterwegs, als sich der schreckliche Anschlag ereignete. Ein mutiger Mann versuchte, einem Opfer, das vom Attentäter niedergestochen worden war, zu helfen – sein dreijähriges Kind sah verloren dabei zu. Die ganze tragische Geschichte findest du hier: Kind musste alles mitansehen: „Dreh dich um, bitte dreh dich um!“
*Korrektur am 16. Februar 2025, 9.30 Uhr:
Wir haben berichtet, dass das 5. Opfer irakischer Herkunft ist. Das wurde heute korrigiert. Es handelt sich um einen türkischen Staatsbürger.