Mobilitäts-Check in der Steiermark: Wo wird geradelt und wo gefahren?
Ob Stadt oder Land - Unterschiede bei der Mobilität in der Steiermark gibt es viele. Das zeigt jetzt eine aktuelle Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ). Aber: Auch überraschende Gemeinsamkeiten wurden gefunden.
Die größten Unterschiede gibt’s beim Autofahren: In Hartberg-Fürstenfeld, Weiz und der Südoststeiermark fahren ganze 63 Prozent aller Einwohner selbst mit dem Auto. In Graz dagegen sind es nur 33 Prozent – ein Unterschied von 30 Prozent. Auch beim Autobesitz zeigt sich, wie groß die Kluft geworden ist: Während in Graz 467 Autos auf 1000 Einwohner kommen, sind es im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld stolze 726.
Radeln: Graz einsamer Spitzenreiter
Das Fahrrad wird vor allem in Graz gern genutzt: Jeder fünfte Weg (20 Prozent) wird hier per Rad zurückgelegt – Rekord in der Steiermark. Ganz anders sieht das im Bezirk Deutschlandsberg, Leibnitz und Voitsberg aus: Nur 4 Prozent fahren hier mit dem Rad.
Öffentliche Verkehrsmittel: Unterschiede geringer
Die Unterschiede beim Öffentlichen Verkehr sind dagegen kleiner. Während in Graz 18 Prozent den Bus oder die Bahn nutzen, liegt der Anteil selbst im am wenigsten angebundenen Gebiet Liezen/Murtal/Murau immerhin noch bei 8 Prozent.
Zu Fuß: Senioren fleißig unterwegs
Graz liegt beim Gehen mit 21 Prozent vorne. Aber auch auf dem Land, etwa in Leoben oder Bruck-Mürzzuschlag (19 Prozent), sind viele Menschen zu Fuß unterwegs. Besonders ältere Menschen gehen öfter als andere Altersgruppen, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky sieht großes Potenzial: „Viele Autofahrten könnten durch Rad oder Fußwege ersetzt werden – besonders mit Elektrofahrrädern, die Steigungen leichter überwinden.“
Alle Daten und Fakten auf einem Blick:
Autofahren: Land weit vor Graz
- Graz: 33 %
- Graz-Umgebung: 58 %
- Hartberg-Fürstenfeld / Weiz / Südoststeiermark: 63 %
- Deutschlandsberg / Leibnitz / Voitsberg: 63 %
- Liezen / Murtal / Murau: 57 %
- Leoben / Bruck-Mürzzuschlag: 52 %
Radfahren: Graz vorne
- Graz: 20 %
- Leoben / Bruck-Mürzzuschlag: 7 %
- Liezen / Murtal / Murau: 6 %
- Graz-Umgebung: 5 %
- Hartberg-Fürstenfeld / Weiz / Südoststeiermark: 4 %
- Deutschlandsberg / Leibnitz / Voitsberg: 4 %
Öffis: Graz und Umgebung vorne
- Graz: 18 %
- Graz-Umgebung: 13 %
- Deutschlandsberg / Leibnitz / Voitsberg: 11 %
- Leoben / Bruck-Mürzzuschlag: 10 %
- Hartberg-Fürstenfeld / Weiz / Südoststeiermark: 9 %
- Liezen / Murtal / Murau: 8 %
Zu Fuß: Senioren sind fleißig unterwegs
- Graz: 21 % (Senioren 29 %)
- Leoben / Bruck-Mürzzuschlag: 19 %
- Liezen / Murtal / Murau: 18 %
- Graz-Umgebung: 16 %
- Deutschlandsberg / Leibnitz / Voitsberg: 9 %
Pkw-Dichte pro 1000 Einwohner
- Graz: 467
- Hartberg-Fürstenfeld: 726
- Südoststeiermark: 727
- Graz-Umgebung: 669
- Liezen: 638
- Murtal: 637
- Bruck-Mürzzuschlag: 623
- Leoben: 603
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025
Jetzt Projekte einreichen
Um diese Potenziale besser zu nutzen, startet nun wieder der VCÖ-Mobilitätspreis Steiermark unter dem Motto „Zukunftsfit für Stadt und Land“. Landesrätin Claudia Holzer (FPÖ) ruft zur Teilnahme auf: „Ich kann nur an alle appellieren, ihre Projekte einzureichen!“ Bis zum 28. Mai 2025 können Gemeinden, Betriebe, Schulen und Start-ups innovative Konzepte vorschlagen, die Mobilität und Transport in der Steiermark nachhaltig verbessern. ÖBB-Regionalmanager Peter Wallis ergänzt: „Der Mobilitätspreis zeigt, wie innovativ Projekte sein können – besonders wichtig mit Blick auf die neue Koralmbahn ab Dezember 2025.“ Mehr Infos unter www.vcoe.at