Debatte um Luftschutz-Hunderter: Grüne fordern Erhalt des Tempolimits
Die Diskussion um den Luftschutz-Hunderter in der Steiermark nimmt Fahrt auf! Die Landesregierung will das Tempolimit abschaffen - doch die Grünen schlagen Alarm.
Die geplante Abschaffung des Luftschutz-Hunderters in der Steiermark sorgt für Diskussionen. Während die Landesregierung das Tempolimit kippen will, fordern die Grünen dessen Erhalt und bringen dazu eine Aktuelle Stunde im Landtag ein. Sie argumentieren mit den gesundheitlichen Auswirkungen schlechter Luftqualität und warnen vor den Folgen der Entscheidung.
Gesundheitsrisiken durch Luftverschmutzung
Laut Europäischer Umweltagentur starben in Österreich im Jahr 2021 3.200 Menschen vorzeitig durch Feinstaubbelastung (PM2,5) und 830 durch Stickstoffdioxid. Diese Zahlen übersteigen die Zahl der Verkehrstoten deutlich. Gleichzeitig steigen die gesetzlichen Anforderungen: Die neue EU-Luftqualitätsrichtlinie ist bereits in Kraft, Österreich muss sie bis 2026 ins nationale Recht überführen. Ab 2030 gelten strengere Grenzwerte, die vor allem Ballungsräume wie Graz vor Herausforderungen stellen.
„Die FPÖ spielt mit der Gesundheit der Steirer:innen“
Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl betont: „Wer wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, gefährdet Menschenleben. Die FPÖ spielt mit der Gesundheit der Steirer:innen, und die ÖVP sieht tatenlos zu. Doch es gibt genug Stimmen der Vernunft in der Volkspartei – etwa den Bürgermeister von Feldkirchen, der sich klar für den Luftschutz-Hunderter ausspricht.“ Mit der Aktuellen Stunde im Landtag wollen die Grünen Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) dazu bewegen, sich der Debatte anzunehmen. „Wenn eine Maßnahme Menschenleben schützt, kann sich der Gesundheitsverantwortliche nicht aus der Verantwortung stehlen“, so Krautwaschl.
Verkehrsclub Österreich warnt vor Grenzwert-Überschreitungen
Auch der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht Herausforderungen im Bereich der Luftqualität. Laut einer Aussendung würden die derzeit geltenden EU-Grenzwerte zwar eingehalten, ab 2030 könnte es jedoch zu Überschreitungen kommen. Besonders betroffen sei Graz: „Umso wichtiger ist es, dass die bestehenden IG-L Tempolimits beibehalten werden“, so der VCÖ.