Pfand-Verschwendung: Österreicher werfen Millionen Euro in den Müll
Das neue Pfandsystem in Österreich kommt immer mehr in den Haushalten und Geschäften an, lediglich die Rücklaufquote lässt aktuell noch zu wünschen übrig. Generell werden die Österreicher wohl viele Millionen in den Müll werfen.
Seit 1. Jänner 2025 muss man auch in Österreich Pfand auf Plastikflaschen und Dosen aller Art bezahlen. Konkret sind es 25 Cent, die man allerdings wieder bekommt, bringt man das Gebinde zurück zum Pfand-Automaten. Doch genau das dürfte bei jeder fünften Flasche und/oder Dose eben nicht der Fall sein. Wie die „Salzburger Nachrichten“ berichten, wurden im Jänner und Februar insgesamt rund 100 Millionen Pfand-Flaschen und -Dosen verkauft, zurückgekommen sind bisher (Stand Mitte März) etwas mehr als zehn Millionen. Die Zahl würde, wie „Recycling Pfand Österreich“-Geschäftsführerin Monika Fiala in einer Presseaussendung erklärt, aber exponentiell steigen und sich aktuell wöchentlich verdoppeln.
Auf welche Gebinde es Pfand gibt und auf welche nicht:
Einwegpfand gibt es auf alle Plastikflaschen und Metalldosen mit einem Füllvolumen von 0,1 bis drei Liter. Ausgenommen sind:
- Getränkeverbundkartons
- Getränkeflaschen aus Glas oder Metall mit Verschlüssen oder Deckeln aus Kunststoff
- Getränkeflaschen für Beikost und flüssige Lebensmittel, die für besondere medizinische Zwecke bestimmt sind und verwendet werden
- die Getränkearten von Milch- und Milchprodukte
Nicht bepfandet werden auch Sirupe, da diese zwar im weitesten Sinne Getränke sind, aber nicht zum unmittelbaren Verzehr gedacht sind.
(c) Recycling Pfand Österreich
Pfand-Rücklaufquote von 80 Prozent als Ziel für 2025
Und in den kommenden Wochen und Monaten sollte das jedenfalls auch noch deutlich besser werden, zumal die gekauften Getränke auch nicht alle gleich getrunken werden. Das Ziel für dieses Jahr ist nämlich eine Rücklaufquote von 80 Prozent, bis 2027 soll diese auf 90 Prozent ansteigen, berichtet „Recycling Pfand Österreich„. Heißt allerdings auch: Etwa jede fünfte Flasche oder Dose schafft es eben nicht zurück in den Kreislauf.
Österreicher haben schon viel Pfand liegen gelassen
Von den 100 Millionen Flaschen und Dosen bis inklusive Februar wären das dann 20 Millionen, die nicht zurückfinden. Rechnet man das nun mit dem Pfand in Höhe von 25 Cent gegen, sind das jetzt schon fünf Millionen Euro, die liegen gelassen und schlussendlich eben auch weggeworfen werden. Selbst bei einer Rücklaufquote von 90 Prozent wären bereits 2,5 Millionen Euro quasi in den Müll gewandert.
Gibst du die Pfandflaschen und -dosen immer zurück?
Bis Ende März dürfen Flaschen und Dosen ohne Pfand produziert werden
Bei den Flaschen-Produzenten steht übrigens demnächst eine Deadline im Raum. Bis Ende März 2025 dürfen sie nämlich theoretisch noch Gebinde ohne Pfand erstellen, bis Ende Dezember 2025 dürfen diese in den Geschäften verkauft werden. Die großen Einzelhändler haben gegenüber 5 Minuten allerdings bereits angemerkt, dass wohl deutlich früher schon damit zu rechnen ist, dass die Pfandflasche und -dose jene ohne Pfand gänzlich in den Regalen ersetzen werden. Mehr dazu hier: Verwirrung um neues Pfandsystem: Wo sind die Flaschen und Dosen?
Österreicher befürworten mehrheitlich neues Pfandsystem
Bei den Österreichern selbst scheint das neue System jedenfalls gut anzukommen, heißt es seitens „Recycling Pfand Österreich“. 80 Prozent würden es laut einer Umfrage von „marketagent“ befürworten, zudem glauben 73 Prozent der Bevölkerung, sie seien gut informiert, immerhin 84 Prozent wissen, woran sie Pfandgebinde erkennen können und 87 Prozent der Befragten wissen auch, dass sie die Flaschen und Dosen unzerdrückt zurückgeben müssen.
Häufig gestellte Fragen
In Österreich gibt es seit 1. Jänner 2025 das neue Einwegpfandsystem. Doch nicht jede Flasche und Dose im Supermarkt ist jetzt bereits mit Pfand, bis Ende März 2025 dürfen noch Flaschen und Dosen ohne Pfand produziert, bis Ende 2025 verkauft werden.
Das Pfandlogo muss vorhanden sein und die Flasche/Dose muss leer, unzerdrückt und mit Etikett zurückgegeben werden.
Laut einer Presseaussendung von „Recycling Pfand Österreich“ waren es bis Mitte März mehr als zwölf Millionen Gebinde, die ihren Weg zurück in den Kreislauf gefunden haben.
Das neue Einwegpfand in Österreich beträgt 25 Cent pro betroffener Plastikflasche bzw. Metalldose.
Prinzipiell gibt es auf alle Flaschen und Dosen aus Plastik oder Metall mit einem Füllvolumen von 0,1 bis drei Liter Pfand. Ausgenommen sind etwa Getränkeverbundkartons, Milch- und Milchprodukte und Sirupe.