Landjugend distanziert sich klar von Hitlergruß-Eklat
Eine Fotobox-Aufnahme mit Jugendlichen, die den Hitlergruß zeigten, sorgt für Empörung. Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber äußerte sich am Donnerstag dazu. Die Landjugend distanziert sich klar von dem Vorfall.
Aktuell sorgt eine Fotobox-Aufnahme von einem Brauchtumsfest im Bezirk Feldkirchen für Aufsehen. Auf dem Bild sind mehrere Jugendliche zu sehen, welche den sogenannten „Hitlergruß“ zeigen, was für Empörung sorgt. Die Aufnahme, die auf einem Fest aufgenommen wurde, löste in der Region sowie in den sozialen Medien heftige Diskussionen aus. Nun äußerte sich auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten (LK), Siegfried Huber dazu; immerhin ist der Jugendverband, der hinter der Organisation der Veranstaltung steckte, Teil der Landwirtschaftskammer Kärnten.
Fotobox-Vorfall nicht durch Landjugend-Mitglieder
Laut dem LK-Präsidenten nahmen mehr als 1.100 Personen an besagtem Event teil. „Seitens der Landjugend waren alle Vorkehrungen getroffen worden, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten. Leider kam es in der vor Ort aufgestellten, öffentlich zugänglichen Fotobox zu einem nicht zu entschuldigenden Vorfall durch Jugendliche, die nachweislich keiner Landjugendorganisation angehören“, betont Huber. Sowohl die Landjugend als auch die Landwirtschaftskammer Kärnten distanzieren sich ausdrücklich von einem derartigen Verhalten.
Landjugend ins rechte Eck zu rücken, ist inakzeptabel
Heftig kritisiert der LK-Präsident auch die Reaktion der GRÜNEN-Nationalratsabgeordneten Olga Voglauer. Immerhin lud diese die Landjugendmitglieder in einer öffentlichen Pressemitteilung dazu ein, das Konzentrationslager in Mauthausen zu besuchen, „um zu sehen, wohin dieser Gruß historisch geführt hat“, so Voglauer und weiter: „Auch das jährliche Gedenken am Loiblpass oder die heurigen Ausstellungen im Kärnten Museum bieten sich an.“ Huber wehrt sich gegen den Versuch der GRÜNEN, „die Landjugend Steuerberg bzw. die Landjugend-Organisation insgesamt ins rechte Eck zu drängen.“ Er betont: „Junge, engagierte Menschen, die viel Herzblut in die aufwändige Organisation dieser traditionellen Veranstaltung legen, wegen des Fehlverhaltens einer Handvoll von 1.100 Besuchern pauschal in die Nähe von NS-Gedankengut zu rücken, […], ist nicht zu akzeptieren.“
#Update: ÖVP verteidigt Landjugend
Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber (ÖVP) trat am Donnerstagnachmittag ebenfalls für den Jugendverband ein. In einer Pressemitteilung betonte der Kärntner VP-Landesparteiobmann: „Es ist absolut richtig und wichtig, NS-verherrlichende Gesten wie den Hitlergruß klar zu verurteilen – darin herrscht hoffentlich parteiübergreifend Einigkeit. Doch ebenso wichtig ist ein verantwortungsvoller, differenzierter Umgang mit solchen Vorfällen.“ Die pauschale Schuldzuweisung Voglauers entspricht Grubers Meinung nach jedoch nicht der Realität entsprechen: „Es waren einzelne Gäste – keine Mitglieder der Landjugend –, die sich danebenbenommen haben. Eine ganze Jugendorganisation, die sich seit Jahrzehnten für Gemeinschaftssinn, Ehrenamt und demokratische Werte engagiert, unter Generalverdacht zu stellen, ist nicht nur unfair, sondern gefährlich“, so der Landeshauptmann-Stellvertreter. „Gerade in sensiblen Fragen der historischen Verantwortung braucht es Klarheit – aber auch Augenmaß. Und beides scheint bei Frau Voglauer in ihrer aktuellen Wortmeldung zu kurz gekommen zu sein“, erklärt Gruber abschließend.