Pensionen werden gekürzt, Österreicher müssen länger arbeiten
Das Budget muss saniert werden und "jeder wird es spüren", so die Worte von Finanzminister Markus Marterbauer. Welche Maßnahmen dazu bei den Pensionisten geplant sind? Wir haben den Überblick für euch.
Es sind finanziell wahrlich keine leichten Zeiten, um Finanzminister zu sein. Am Dienstag, 13. Mai 2025, hat ebenjener, Markus Marterbauer, vor dem Nationalrat seine Budgetrede für das Doppelbudget der Jahre 2025 und 2026 gehalten. Seither ist auch klar, wo in diesen beiden Jahren genau gespart werden soll – und das ist allerhand, sind es doch mehrere Milliarden Euro, um die es geht. Unter anderem steigen die Preise für die e-Card, das österreichweite KlimaTicket und für Gebühren wie den Führerschein und den Pass deutlich an.
Pensionen werden gekürzt, e-Card-Gebühr „eingeführt“
Doch auch bei den Pensionisten wird massiv gespart. Dabei werden gleich zwei Strategien gefahren. Durch eine Pensionsreform, die es in sich hat, sollen die Österreicher dazu gebracht und motiviert werden, länger zu arbeiten. Gleichzeitig setzt man aber auch direkte Impulse und holt sich das Geld direkt. Dazu wird einerseits die e-Card-Gebühr ab November 2026 auch auf Pensionisten ausgeweitet, andererseits werden schon bald die Krankenversicherungs-Beiträge von 5,1 auf sechs Prozent erhöht – eine Maßnahme, die Österreichs Ältesten hunderte Euro im Jahr kosten wird. Mehr dazu hier: Ab diesem Tag werden Pensionen in Österreich gekürzt.
Pflegeberufe dürfen künftig früher in Pension gehen
Ebenfalls geplant ist die Ausweitung der Schwerarbeitsregelung auf Pflegeberufe ab kommendem Jahr. Alle Informationen dazu findet ihr hier: Diese Österreicher dürfen bald früher in Pension gehen. Gegenfinanziert soll diese Maßnahme durch Neuregelungen und Minderauszahlungen bei der Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension und soll 40 Millionen Euro pro Jahr kosten.
Bist du schon in Pension?
Schwerarbeits-Verordnung soll überarbeitet werden
Im Zuge der Aufnahme der Pflege in die Schwerarbeitsberufe soll die Verordnung auch überarbeitet werden, „mit dem Ziel einer Objektivierung der Kriterien zur Anerkennung von Schwerarbeit, einer adäquateren Berücksichtigung von psychischen und physischen Belastungen und besseren Anerkennung von geleistet Stunden in den Diensten“, heißt es dazu im Strategiebericht zum Doppelbudget. In der Praxis würde sich nämlich zeigen, „dass es für Menschen, die in der Pflege arbeiten, unter den gegebenen Voraussetzungen schwierig ist, die Schwerarbeitspension zu erreichen“.
Teilpension, Korridorpension, Pensionsaliquotierung…
Neben einer Teilpension ist auch ein Älteren-Beschäftigungspaket geplant. Bei Ersterem kann ab dem Zeitpunkt des Pensionsanspruchs die Arbeitszeit reduziert werden. Dann erhält man gleichzeitig Gehalt und schon einen Teil der Pension. Diese Maßnahme soll ab 2026 umgesetzt werden. Weiters wird ab kommendem Jahr auch der Eintritt in die Korridorpension verschärft, indem sowohl das notwendige Antrittsalter als auch die Beitragsmonate angehoben werden. Mehr dazu hier: Pensionsreform in Österreich: Wie lang du jetzt noch arbeiten musst. Nach zwei Jahren Pause wird auch die Pensionsaliquotierung wieder reaktiviert, doch auch dieser steht eine Überarbeitung bevor. Künftig soll sie bei allen Österreichern 50 Prozent betragen.
Diese Entlastungsmaßnahmen sind für Pensionisten geplant
Die Regierung hat übrigens auch Entlastungsmaßnahmen geplant. So wird als Ausgleichsmaßnahmen für die KV-Beitragserhöhung etwa die „Anhebung der Sozialversicherungs-Rückerstattung für Pensionisten“ genannt. „Das Volumen der Steuersenkung beträgt im Jahr 2026 fünf Millionen Euro“, heißt es im Budgetbericht. Ebenfalls ausgleichend soll das Einfrieren der Rezeptgebühr im kommenden Jahr, das Herabsetzen der Rezeptgebühren-Obergrenze von zwei auf 1,5 Prozent und das Einführen einer Arzneimittelobergrenze wirken. Wie das aussehen könnte, hat das Sozialministerium auf Nachfrage von 5 Minuten mit Hilfe von Beispielen erläutert: Wie Pensionisten in Österreich trotz Kürzung profitieren könnten.
Budget-Maßnahmen im Pensionsbereich auf einen Blick:
Monetäre Maßnahmen:
- e-Card-Gebühr ab November 2026 auch für Pensionisten
- KV-Beiträge von 5,1 auf sechs Prozent erhöht
Reformen:
- Ausweitung der Schwerarbeitsregelung auf Pflegeberufe und Überarbeitung der Schwerarbeitsverordnung
- Neuregelungen und Minderauszahlungen bei Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension
- Eintritt in Korridorpension wird verschärft (Antrittsalter von 62 auf 63 Jahre, Beitragsmonate von 480 auf 504)
- Teilpension wird eingeführt
- Älteren-Beschäftigungspaket ist geplant
- Pensionsaliquotierung von 50 Prozent
- Neues Zuverdienstmodell soll Arbeiten im Alter attraktivieren
- Altersteilzeit wird ausgestaltet
- Beschäftigung von Personen ab dem 60. Lebensjahr soll durch Anreize deutlich angehoben werden
Entlastungsmaßnahmen:
- Anhebung der Sozialversicherungs-Rückerstattung
- Rezeptgebühren werden 2026 eingefroren
- Rezeptgebühren-Obergrenze von zwei auf 1,5 Prozent herabgesetzt
- Arzneimittelobergrenze eingeführt
Regierung plant Einführung von „gesetzlichem Nachhaltigkeitsmechanismus“
Übrigens: Sollte durch all diese Maßnahmen die geplante und erhoffte Kostendämpfung im Jahr 2030 nicht eintreten, plant die Regierung auch einen „gesetzlichen Mechanismus zur langfristigen Finanzierbarkeit und Stabilität des Pensionssystems“. Darunter fällt in etwa eine weitere Erhöhung der erforderlichen Versicherungsjahre für die Korridorpension ab 1. Jänner 2035 in Halbjahresschritten. Auch Maßnahmen betreffend des Beitragssatzes, Kontoprozentsatzes, des Anfallsalters, der Pensionsanpassung und der Anspruchsvoraussetzungen werden genannt.
Häufig gestellte Fragen
Derzeit gilt für Pflegekräfte noch das „normale“ Pensionsantrittsalter. Ab 2026 wird der Pflegeberuf allerdings in die Schwerarbeitsverordnung aufgenommen. Ab dann dürfen Pflegekräfte theoretisch ab 60 Jahren in Pension gehen, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen.
Die KV-Beiträge von Pensionisten werden ab 1. Juni 2025 von 5,1 auf sechs Prozent angehoben. Das bedeutet Mehrkosten für Österreichs Älteste von teils mehreren hundert Euro im Jahr.
Vor allem um die KV-Beitragserhöhung etwas auszugleichen, soll die Sozialversicherungs-Rückerstattung für Pensionisten leicht angehoben werden. Zudem wird die Erhöhung der Rezeptgebühren für 2026 ausgesetzt, die Obergrenze ebenjener von zwei auf 1,5 Prozent herabgesetzt und eine Arzneimittelobergrenze eingeführt.
Die e-Card-Gebühr steigt in Österreich mit November 2025 von 13,80 auf 25 Euro im Jahr an. Pensionisten müssen diese Gebühr ab November 2026 berappen.