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Symbolfoto zu einem Beitrag von 5min.at: Ein Schild vor dem Landesgericht Graz
Der Prozess gegen den ehemaligen Chefredakteur der rechtsextremen Zeitschrift Aula beginnt am 15. September 2025 am Landesgericht für Strafsachen Graz.

Wiederbetätigungs-Prozess gegen Ex-„Aula“-Leiter im September

Im September 2025 startet in Graz der Prozess gegen den Ex-Chefredakteur der rechtsextremen Aula. SOS Mitmensch hatte das Magazin 2018 wegen NS-Wiederbetätigung angezeigt und wirft der FPÖ-Führung aktive Unterstützung vor.

von Nadia Alina Gressl Bild auf 5min.at zeigt Nadia Alina Gressl
2 Minuten Lesezeit(269 Wörter)

Im September 2025 wird sich der ehemalige Chefredakteur des Magazins Aula vor dem Landesgericht für Strafsachen Graz wegen des Verdachts der nationalsozialistischen Wiederbetätigung verantworten. Das teilte laut SOS Mitmensch die Leiterin der Medienstelle des Gerichts mit. Die Anzeige war bereits im Jahr 2018 von der Menschenrechtsorganisation eingebracht worden, nachdem Inhalte der FPÖ-nahen Publikation massive Kritik ausgelöst hatten. Wie SOS Mitmensch in einer aktuellen Aussendung betont, sei der bevorstehende Prozess politisch brisant: Der Angeklagte war jahrelang FPÖ-Bezirkspolitiker in Graz. Zudem hätten große Teile der FPÖ-Parteiführung das Magazin aktiv unterstützt – sowohl personell als auch finanziell.

Konkrete Vorwürfe gegen FPÖ-Politiker

SOS Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak verweist darauf, dass das FPÖ-Bildungsinstitut unter der Leitung von Herbert Kickl Inserate in der Aula geschaltet habe – auch noch nach der umstrittenen Bezeichnung von KZ-Überlebenden als „Massenmörder“ und „Landplage“. Auch andere FPÖ-Politiker, darunter Manfred Haimbuchner, Harald Vilimsky, Walter Rosenkranz, Norbert Hofer, Udo Landbauer, Mario Kunasek und Hannes Amesbauer, hätten laut Pollak auf unterschiedliche Weise mit dem Magazin kooperiert oder es beworben.

Magazin wurde 2018 eingestellt

Bereits im Dezember 2018 übermittelte SOS Mitmensch der Justiz ein rund 300 Seiten umfassendes Dossier. Darin dokumentierte die Organisation laut eigener Aussage zahlreiche Beispiele für antisemitische, neonazistische und rassistische Inhalte. So sei etwa vor einer „Judaisierung der Welt“ und vor „Rassenmischung“ gewarnt worden. Die Aula habe laut Dossier Holocaustleugner hofiert, ehemalige NS-Kämpfer gelobt und gleichzeitig KZ-Überlebende diffamiert. Die Zeitschrift Aula wurde im Juni 2018 eingestellt. Ein Versuch, sie 2019 unter Beteiligung von FPÖ-Politikern wiederzubeleben, scheiterte laut SOS Mitmensch an öffentlichen Protesten.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 23.05.2025 um 09:51 Uhr aktualisiert
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