Pensionsdebatte: Experten fordern noch mehr Maßnahmen
Über zu wenige Maßnahmen dürfen sich angehende und bereits bestehende Pensionisten in Österreich sicher nicht beschweren. Experten fordern nun aber noch mehr - unter anderem die Erhöhung des Antrittsalters.
Im österreichischen Parlament hat am Dienstag, 3. Juni 2025, das Expertenhearing zum Budgetentwurf für die Jahre 2025 und 2026 stattgefunden. Im Blickpunkt sind dabei unter anderem auch die zahlreichen Pensionsmaßnahmen gestanden. Während bei denen bereits massiv gespart wird, fordern die Experten teils noch mehr. Zur Erinnerung: Mit Juni wurden die Krankenversicherungs-Beiträge der Pensionisten von bisher 5,1 auf nun sechs Prozent erhöht. Eine Maßnahme, die jeden Österreicher im Ruhestand trifft und teils mehrere hundert Euro an Mehrkosten im Jahr von ihnen fordert. Mehr dazu hier: Jetzt fix: Pensionen werden gekürzt, Millionen Österreicher betroffen.
Pensionisten müssen künftig auch die E-Card-Gebühr bezahlen
Zusätzlich werden Österreichs Älteste ab November 2026 auch die E-Card-Gebühr bezahlen müssen und die Korridorpension wird ebenfalls verschärft. Alle Neuerungen und Maßnahmen findet ihr auch hier: Pensionen werden gekürzt, Österreicher müssen länger arbeiten. Nicht außer Acht gelassen werden darf allerdings, dass es ebenfalls Maßnahmen gibt, die wohl vor allem Pensionisten auch entlasten sollen. So könnte es sein, dass am Ende des Jahres dadurch dem ein oder anderen sogar mehr am Konto bleibt. Mehr dazu hier: Wie Pensionisten in Österreich trotz Kürzung profitieren könnten.
Alle Maßnahmen im Pensionsbereich im Überblick:
Monetäre Maßnahmen:
- e-Card-Gebühr ab November 2026 auch für Pensionisten
- KV-Beiträge von 5,1 auf sechs Prozent erhöht
Reformen:
- Ausweitung der Schwerarbeitsregelung auf Pflegeberufe und Überarbeitung der Schwerarbeitsverordnung
- Neuregelungen und Minderauszahlungen bei Invaliditäts- und Berufsunfähigkeitspension
- Eintritt in Korridorpension wird verschärft (Antrittsalter von 62 auf 63 Jahre, Beitragsmonate von 480 auf 504)
- Teilpension wird eingeführt
- Älteren-Beschäftigungspaket ist geplant
- Pensionsaliquotierung von 50 Prozent
- Neues Zuverdienstmodell soll Arbeiten im Alter attraktivieren
- Altersteilzeit wird ausgestaltet
- Beschäftigung von Personen ab dem 60. Lebensjahr soll durch Anreize deutlich angehoben werden
Entlastungsmaßnahmen:
- Anhebung der Sozialversicherungs-Rückerstattung
- Rezeptgebühren werden 2026 eingefroren
- Rezeptgebühren-Obergrenze von zwei auf 1,5 Prozent herabgesetzt
- Arzneimittelobergrenze eingeführt
Wie viel Pension bekommst du netto?
Experten fordern in Hearing Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
Für Monika Köppl-Turyna vom EcoAustria – Institut für Wirtschaftsforschung seien die Konsolidierungsmaßnahmen der Regierung zwar ein „Schritt in die richtige Richtung“, sie fordert allerdings strukturelle Reformen – eben etwa auch bei den Pensionen. Diese seien, so die Ökonomin, nämlich „Haupttreber für die Defizitentwicklung“. Viele der Maßnahmen würden „langfristig kaum Entlastung“ bringen. Nachhaltig sichern könne man das Pensionssystem „nur durch ein höheres gesetzliches Antrittsalter“. Auch Margit Schratzenstaller-Altzinger vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) forderte „mehr Maßnahmen“.
„Strukturelle Pensionsreform ohne Tabus“
Ähnlich klingt das auch seitens der „Aktion Generationengerechtigkeit“ und der Industriellenvereinigung (IV). Georg Feith, Obmann der „Aktion Generationengerechtigkeit“, fordert etwa ebenfalls eine „strukturelle Pensionsreform ohne Tabus“. Unter den Forderungen sei ebenfalls die Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters. Dabei schlägt er das dänische Vorbild und eine Verknüpfung mit der Lebenserwartung vor – „beginnend ab dem Jahr 2032“. Zudem fordert er eine Erhöhung der Pensionen unter der Inflationsrate, „um die teils überproportionalen Erhöhungen der letzten Jahre auszugleichen“.
IV fordert „Reformen im Pensionssystem“
„Der Handlungsbedarf für Reformen im Pensionssystem wird immer drängender, der massiv steigende Zuschussbedarf aus dem Budget gefährdet zunehmend notwendige Zukunftsinvestitionen“, führt auch Christoph Neumayer, Generalsekretär der IV in einer Aussendung aus. Darin spricht die IV auch eine Studie des WIFO an, in der empfohlen wird, erfolgreiche Beispiele anderer Länder zu nutzen: „etwa die Erhöhung des Pensionsantrittsalters, Anreize für längeres Arbeiten oder eine Anpassung der Pensionsberechnung an aktuelle Lebensrealitäten.“
Häufig gestellte Fragen
Die Krankenversicherungs-Beiträge von Pensionisten werden zum größten Teil mit Juni 2025 und ab Jänner 2026 erhöht.
Pensionisten müssen in Österreich künftig statt 5,1 Prozent, sechs Prozent ihrer Pension an Krankenversicherungs-Beiträgen abgeben.
Pensionisten haben dadurch Mehrkosten im Jahr von bis zu mehreren hundert Euro.