Skip to content
/ ©Montage: Canva
Eine Bildmontage auf 5min.at zeigt eine Frau, der heiß ist, sowie einen Ventilator.
Wien Energie startet im Juni 2025 mit modernisierten Anlagen und neuer Fernkältezentrale in Floridsdorf.

Erste Tropennacht 2025: Wien baut Fernkälte weiter aus

Wegen zunehmender Tropennächte steigt der Kühlbedarf in Wien deutlich. Die Fernkälteanlagen werden modernisiert, neue Zentralen und ein Eisspeicher gebaut.

von Stella Sabitzer Das Bild auf 5min.at zeigt die Online-Redakteurin Stella Sabitzer von 5 Minuten Österreich.
2 Minuten Lesezeit(391 Wörter)
Wählen Sie 5min.at als bevorzugte Google-Quelle

Die Nacht auf Donnerstag markierte die erste Tropennacht 2025 in Wien. Die Anzahl dieser Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt, ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Mit 53 Tropennächten im Sommer 2024 wurde ein neuer Rekord in der Wiener Innenstadt verzeichnet. Angesichts der zunehmenden Hitze steigen der Bedarf und die Bedeutung von Fernkälte als klimafreundliche Kühlung für Komfort und Gesundheit.

Modernisierung am Schottenring: Mehr Leistung durch neue Kältemaschinen

Die 2013 eröffnete Fernkältezentrale Schottenring erhielt einen Leistungsschub: In zwei aufwendigen Nachtschichten wurden die alten Maschinen mit einem mobilen Kran ausgetauscht. Die neuen, 23 Tonnen schweren Kältemaschinen steigern die installierte Leistung um 1,9 Megawatt auf nun 20 MW.

Neue Fernkältezentrale in Floridsdorf sorgt für frische Kühlung

In Floridsdorf (21. Bezirk) nahm Wien Energie eine weitere Fernkältezentrale in der Siemensstraße in Betrieb. Mit 6 MW Leistung versorgt sie den Büro- und Gewerbepark Central Hub und bietet Kapazitäten für weitere Kunden in der Umgebung. Diese dezentrale Lösung ergänzt das zentrale Fernkältenetz um flexible, lokale Kühlmöglichkeiten.

Eisspeicher am MedUni Campus: Innovativer Schritt in die Zukunft

Am MedUni Campus baut Wien Energie erstmals einen neuartigen Eisspeicher. Dieser dient dazu, Verbrauchsspitzen abzufangen und die Kältezentrale effizienter zu betreiben. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2025 geplant und markiert einen wichtigen Schritt für nachhaltige und leistungsstarke Kühlung.

Fernkälte: Umweltfreundliche Kühlung für Wien – Sommer wie Winter

Fernkälte wird zentral mit kaltem Wasser erzeugt, das über ein isoliertes Leitungsnetz zu den Kunden transportiert wird. Dort nimmt das Wasser Wärme aus den Gebäuden auf und wird zurück zur Abkühlung geleitet. Das System spart über 50 Prozent CO₂-Emissionen gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen ein und vermeidet Wärmeabgabe durch Lüfter in der Umgebung. Zu den ganzjährigen Nutzern zählen Krankenhäuser, Rechenzentren, Kulturbetriebe, Hotels und Büros.

Wien Energie investiert 90 Millionen Euro in Ausbau der Fernkälte

In den nächsten fünf Jahren fließen 90 Millionen Euro in den Ausbau der Fernkälte. Der 2024 abgeschlossene Kältering verbindet die Fernkältezentralen der Innenstadt zu einem gemeinsamen Netz und ermöglicht eine noch effizientere Nutzung der Kühlressourcen. Mit rund 30 Kilometern Netzlänge und 230 MW Kälteanschlussleistung versorgt das Fernkältenetz aktuell etwa 200 Gebäude.

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes