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Foto auf 5min.at zeigt einen Pfandautomaten
"Recycling Pfand Österreich" zeigt sich zufrieden und optimistisch ob der bisher erreichten Rückgabequote beim neuen Pfandsystem für Plastikflaschen und Aludosen.

Pfand-Bilanz: Was die Österreicher vom neuen System halten

Das neue Pfandsystem für Einwegflaschen und -dosen ist in Österreich mittlerweile etwas mehr als ein halbes Jahr alt. Höchste Zeit, Bilanz über die ersten sechs Monate zu ziehen. Wir haben hier jetzt die Infos für euch.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
3 Minuten Lesezeit(588 Wörter)
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Am 1. Jänner 2025 war es dann so weit. Ein neues Pfandsystem für Einwegflaschen und -dosen wurde in Österreich eingeführt, die Skepsis und Kritik war in Teilen der Bevölkerung groß. Was nun „normal“ scheint – Pfand auf Flaschen und Dosen -, hat man anfangs in den Geschäften aber beinahe noch vergeblich gesucht. Mehr dazu hier: Verwirrung um neues Pfandsystem: Wo sind die Flaschen und Dosen?

Flaschen und Dosen ohne Pfand dürfen noch bis Ende 2025 verkauft werden

Mittlerweile gibt es aber kaum noch Flaschen und Dosen ohne Pfand, wie auch die großen Supermarktketten wie SPAR, Hofer oder Lidl kürzlich gegenüber 5 Minuten bestätigten. Bis Ende des Jahres darf Restware ohne Pfand noch verkauft werden, danach müssen endgültig alle Flaschen und Dosen, für die die neue Regelung gilt, bepfandet sein. „Recycling Pfand Österreich“ zieht nun Bilanz über die ersten sechs Monate.

Gibst du die Pfandflaschen und -dosen immer zurück?

Ja, immer
Manchmal
Nein, nie
Hab mal eine aus Versehen weggeworfen
Weiß nicht

Neues Pfandsystem: „Alle Zeichen stehen auf Zielerreichung“

Im ersten Jahr plant man nämlich mit einer Rücklaufquote von 80 Prozent, bis 2027 möchte man 90 Prozent der Flaschen und Dosen wieder zurück haben. Und der „Recycling Pfand Österreich“ sieht die bisherige Quote positiv. Rund 880 Millionen Pfandgebinde seien in den ersten sechs Monaten in Umlauf gebracht worden, 357 Millionen davon haben die Österreicher auch tatsächlich retourniert. Obwohl sich noch ein weiter Weg zu den 80 Prozent abzeichnet, sind die Anbieter zufrieden. „Unter Berücksichtigung der Mengen, die vom Verkauf des Produzenten bis zur Rückgabe im Handel oder bei den Konsumenten zu Hause lagern, stehen alle Zeichen auf Zielerreichung der Sammelquote bis Ende 2025“, heißt es in einer Aussendung.

„Recycling Pfand Österreich“ sieht sich „am besten Weg“

„Wir freuen uns, dass wir nach sechs Monaten Einwegpfand positive Bilanz ziehen können und das System so gut von den Konsument angenommen wird“, so auch Monika Fiala und Simon Parth, Geschäftsführer von „Recycling Pfand Österreich“. Positiv sieht man vor allem die kontinuierlich steigenden Rückgabezahlen und sieht sich zudem „am besten Weg“, das 80 Prozent-Ziel zu erreichen.

„Das zeigt: das Einweg-Pfandsystem wirkt“

Auch in der Bevölkerung wähnt man hohen Zuspruch. So hätte eine aktuelle, repräsentative Umfrage von „marketagent“ im Auftrag von „Recycling Pfand Österreich“ gezeigt, dass drei Viertel der Konsumenten das System befürworten und sich etwa 80 Prozent gut informiert fühlen würden. Neun von zehn Österreichern würden auch wissen, wie sie pfandpflichtige Einwegverpackungen erkennen können, für etwa 70 Prozent der Befragten ist eine saubere Umwelt der wichtigste Vorteil, gefolgt von Kreislaufwirtschaft und, dass weniger Müll verbrannt wird. „Wir sehen bereits nach einem halben Jahr Einwegpfand, dass deutlich weniger Flaschen und Dosen in der Natur landen. Das zeigt: das Einweg-Pfandsystem wirkt“, so Fiala und Parth. Doch nicht jeder gibt die Flaschen und Dosen auch zurück. Mehr dazu hier: Pfand-Verschwendung: Österreicher werfen Millionen Euro in den Müll.

Foto auf 5min.at zeigt eine Pfandflasche
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An diesem Symbol erkennt man die Pfandflaschen und -dosen.

So soll die 80 Prozent Rückgabequote bei Pfandflaschen erreicht werden

Wie man jetzt die 80 Prozent erreichen will, ohne bisher bei 50 Prozent zu sein? Die Rückgabe dauere meistens sieben bis acht Wochen nach Erstinverkehrsetzung. Gleichzeitig folgen nach dieser mehrere Schritte, bis es zur Rückgabe überhaupt erst kommen kann. „Recycling Pfand Österreich“ beschreibt das folgendermaßen: „Auslieferungslogistik durch Produzenten, Einlagerung in Zentrallager, Filialbestückung, Kauf durch Konsumenten, Konsum und Rückgabe bei einer Rücknahmestelle.“ Rechne man jetzt also die im Handel und bei den Konsumenten aktuell noch lagernden Verpackungen mit ein, sei das Sammelziel von 80 Prozent bis Ende des Jahres sehr „realistisch in Reichweite“, so das Unternehmen.

Pfand-Rückgabe nach Bundesländern:

  • Wien: 86 Millionen
  • Niederösterreich: 76 Millionen
  • Oberösterreich: 52 Millionen
  • Steiermark: 47 Millionen
  • Tirol: 25 Millionen
  • Salzburg: 23 Millionen
  • Kärnten: 20 Millionen
  • Vorarlberg: 14 Millionen
  • Burgenland: 13 Millionen

Häufig gestellte Fragen

Alle Verpackungen aus Kunststoff oder Metall mit einer Füllmenge von 0,1 bis drei Liter sind bepfandet.

Ausgenommen sind lediglich:

  • Tetrapack
  • Getränkeflaschen aus Glas oder Metall mit Verschlüssen aus Plastik
  • medizinische Produkte
  • Milchprodukte
  • Sirupe

Einwegpfand-Verpackungen mit österreichischem Pfandsymbol müssen leer, unzerdrückt und mit Etikett zurückgegeben werden. Nur so können die Automaten die Gebinde korrekt erkennen und annehmen.

Bei Einwegpfandprodukten sind es 25 Cent pro Flasche oder Dose, die man bei Rückgabe wieder zurückbekommt.

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