Juni-Inflation: So hoch wie seit einem Jahr nicht – was jetzt teurer ist
3,3 Prozent. So hoch war die Inflation in Österreich im Juni - und damit so hoch wie zuletzt im Mai 2024. Wir erklären, wie es dazu kommt.
Was man bereits bei der Schnellschätzung Anfang Juli befürchten durfte, ist nun tatsächlich eingetreten. Die Inflation ist im Juni auf 3,3 Prozent angestiegen und liegt damit so hoch wie zuletzt im Mai 2024. Im Vormonat ist sie noch bei 2,9 Prozent gelegen. „Der Anstieg geht überwiegend darauf zurück, dass die Treibstoffpreise die Teuerung im Juni weniger dämpften als zuletzt. Aber auch Nahrungsmittel, die sich erstmals seit Oktober 2024 überdurchschnittlich verteuerten, sind für den Preisauftritt mitverantwortlich. Annähernd konstant hoch blieben die Preissteigerungen bei Strom und bei Restaurants, den beiden größten Preistreibern im Jahresvergleich“, so Thomas Burg, fachstatistischer Generaldirektor von Statistik Austria.
Haushaltsenergie als Preistreiber
Würde man die Teuerungen für Strom, Bewirtungsdienstleistungen und Nahrungsmittel rausnehmen, würde die Inflation übrigens nur bei 1,6 Prozent liegen, heißt es seitens der Statistik Austria ebenfalls. Das Wohnen hat sich im Jahresvergleich um 5,2 Prozent verteuert, Hauptausschlaggeber dafür war die Haushaltsenergie, die sich mit 9,6 Prozent kräftiger verteuerte als noch im Mai (8,9 Prozent). Ähnlich kräftig hat sich dabei auch die Instandhaltung von Wohnungen verteuert.
Kaffee massiv teurer geworden
In Restaurants und Hotels man im Vergleich zum Juni 2024 nun um 5,5 Prozent mehr ausgeben, Bewirtungs- (5,6 Prozent) und Beherbergungsdienstleistungen (5,5 Prozent) kosten ebenfalls deutlich mehr. Um 4,7 Prozent teurer sind im Jahresvergleich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke geworden. Insbesondere beim Fleisch ist es zu einem Preissprung gekommen, auch Gemüse, Milch, Käse, Eier, Obst und Brot wurden merklich teurer. Während Lebensmittel um 3,8 Prozent teurer wurden, kosten alkoholfreie Getränke im Mai satte zwölf Prozent mehr. Schuld daran ist vor allem der Preisanstieg beim Kaffee (26,8 Prozent).
Preise für Pauschalreisen steigen um 10,5 Prozent an
Für Freizeit und Kultur müssen wir in Österreich im Jahresvergleich um 4,2 Prozent mehr zahlen, wobei Pauschalreisen mit einem Anstieg um 10,5 Prozent hier die Preistreiber sind. Aber auch Freizeit- und Kulturdienstleistungen sind um 4,4 Prozent teurer geworden – im Mai sind sie im Jahresvergleich noch um einen Prozent billiger gewesen. Ausschlaggebend seien die Preise für Treibstoffe gewesen, die im Juni deutlich weniger stark zurückgingen als noch im Mai. Ganz im Gegensatz dazu stehen Flugreisen: Ticketpreise sind hier nämlich um 4,1 Prozent billiger geworden. Billiger sind nun auch Bekleidung und Schuhe – und das um 3,2 Prozent. Wobei hier Bekleidungsartikel um 4,8 Prozent billiger sind als im Juni 2024, Schuhe sind um 1,7 Prozent teurer, so die Statistik Austria.
Monatsvergleich zeigt: Teuerung hat Fahrt aufgenommen
Vergleicht man nun nicht den Juni 2025 mit dem Juni 2024 sondern mit dem Mai 2025 – also dem Vormonat – zeigt sich, dass das Preisniveau im Schnitt um 0,5 Prozent angestiegen ist. Hierbei haben sich Pauschalreisen als Hauptpreistreiber herausgestellt. Hauptpreisdämpfer sind wiederum die billigeren Bekleidungsartikel.