Betrugsopfer: Viele Österreicher sehen von ihrem Geld keinen Cent mehr
Die Arbeiterkammer (AK) hat kürzlich eine Umfrage über das Bezahlen im Internet durchgeführt. Alarmierend dabei ist, dass fast jeder Fünfte schon ernste Probleme hatte.
Eine Befragung zur Nutzung von online-Bezahlarten der Arbeiterkammer (AK) hat Erschreckendes zu Tage gefördert. Hochgerechnet rund 1,4 Millionen Österreicher haben damit schon schlechte Erfahrungen gemacht, wobei die häufigsten Pannen neben fehlgeleiteten Überweisungen auch Betrug und Fishing umfasst. „Drei von vier Befragten verloren dabei bis zu 600 Euro. 22 Prozent bekamen keinen Cent zurück“, erklärt die AK.
„Banken und Zahlungsdienstleister sollen Sicherheitslücken schließen“
„Die Jungen sind digital unterwegs, die Älteren bleiben lieber beim Gewohnten und setzen auf Sicherheit“, so die Konsumentenschützer. Und die Befragung zeige, dass es mehr Schutz brauche und das die Menschen auch so wollen würden. „Banken und Zahlungsdienstleister sollen Sicherheitslücken schließen und für echte Wahlfreiheit zwischen digitalen und analogen Zahlungsmethoden sorgen.“
22 Prozent der Betroffenen schauen durch die Finger
Immerhin 18 Prozent der Österreicher haben schon mit Problemen bei online-Überweisungen gekämpft, meist sind Jüngere (15 bis 29 Jahre alt) davon betroffen. Betroffene gingen in zwei von drei Fällen zur Hausbank, 17 Prozent wandten sich an außergerichtliche Schlichtungs- oder Ombudsstellen, zwölf Prozent machten immerhin eine Anzeige bei der Polizei, jeder Zehnte war bei einer Konsumentenschutzstelle. Nur in jedem dritten Fall sprang die Bank dann voll ein und übernahm den Schaden, jeder Vierte bekam immerhin noch einen Teil ersetzt. 22 Prozent der Betroffenen schauen allerdings durch die Finger.
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„Banken lehnen sehr häufig ab, den Schaden zu übernehmen“
„Diese Zahlen belegen die Erfahrungen, die wir auch in der AK Beratung mit Phishing registrieren: Die Banken lehnen sehr häufig ab, den Schaden zu übernehmen. Ein wesentliches Fazit lautet, dass die derzeitigen gesetzlichen Haftungsbestimmungen unzureichend sind“, kritisieren die Konsumentenschützer der AK. Das Argument der Banken: Der Kunde hätte „grob fahrlässig“ gehandelt und sei quasi selbst Schuld.
Forderungen der AK:
- Wahlfreiheit – bar oder digital
Die Arbeiterkammer fordert Wahlfreiheit für Konsumenten. Sie sollen selbst wählen dürfen, ob sie bar oder digital zahlen wollen.
- Einfacher Zugang zu Bargeld
„Geldautomaten dürfen nicht aussterben. Sie müssen kostenlos und gut erreichbar sein, auch am Land. Dafür müssen die Banken sorgen“, so die AK.
- Phishing stoppen – Banken und Zahlungsdienstleiter mehr in die Pflicht
Mit technischer Hilfe sollen Mobilfunkunternehmen Fake-SMS herausfiltern und abfangen können. Fishing-SMS und -E-Mails sollen gar nicht erst zugestellt werden können.
- Faire Preise im Zahlungsverkehr
Entgelte im Zahlungsverkehr sind teils stark gestiegen, kritisiert die Arbeiterkammer. Erledigt man Bankgeschäfte selbst, muss man oft dafür zahlen. „Statt günstiger Preise, drehen die Banken die Gebührenschraube nach oben“, so die Kritik.
- Euro in bar oder digital mit klaren Regeln
„Der digitale Euro darf keine Hintertür zur Bargeldabschaffung sein. Beim digitalen Euro muss ein hohes Datenschutzniveau sichergestellt sein. Er muss einfach zugänglich, online sowie offline verfügbar, kostenlos und barrierefrei sein“, so die Forderung der Arbeiterkammer.