Graz: 1.700 Pakete am ersten Post-Zustellsonntag ausgeliefert
Online bestellen und schon am Sonntag das Paket bekommen. Was für viele ein Traum ist, sorgt anderswo für Kritik. In Graz liefert die Post nun auch am siebten Tag der Woche, die Kirche warnt vor der Aushöhlung der Sonntagsruhe.
Graz ist nach Wien und Linz die dritte Landeshauptstadt, in der Pakete seit Kurzem auch am Sonntag zugestellt werden. Am ersten Zustelltag kamen rund 1.700 Sendungen bei den Empfängern an. Die Post spricht von einem Erfolg und will das Angebot weiter ausbauen, wie die „Steirerkrone“ berichtet. Dafür sucht das Unternehmen 30 neue Zusteller. Angestellt werden sie laut Post kollektivvertraglich mit flexiblen Arbeitszeiten. Möglich sind etwa reine Sonntagsschichten oder Kombinationen mit Werktagen. Die Zustellung wird gegen Aufpreis angeboten, über die Höhe äußert sich die Post nicht.
Sonntagszustellung in Graz: Kirche äußert Bedenken
Kritik an der Sonntagsarbeit kommt laut „Kronen Zeitung“ von der katholischen Kirche. Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl hält wenig davon, Konsum zur neuen Leitlinie für Wochenenden zu machen. Auch Bernhard Schwarzenegger vom kirchlichen Arbeitsfonds sieht die Entwicklung skeptisch. Die Zustellung sei keine gesellschaftliche Notwendigkeit, sondern vor allem ein wirtschaftlicher Vorteil für den Anbieter. Der Sonntag werde dadurch weiter zur regulären Arbeitszeit. Laut Arbeitsrecht ist die Sonntagszustellung erlaubt. Eine generelle Wochenendruhe besteht nicht, Ausnahmen sind längst die Regel. Für die Post gilt: Die Zahl der Pakete steigt. Im Vorjahr waren es 224 Millionen. Tendenz weiter steigend.