Einwegpfand: Wie gut funktioniert das System in Österreich?
Seit der Einführung Anfang 2025 läuft das Pfandsystem auf Hochtouren. Wie gut es bei den Österreichern ankommt, zeigen jetzt erste Zahlen.
Anfang des Jahres wurde in Österreich das Einwegpfandsystem eingeführt. Millionen Flaschen und Dosen landen jetzt nicht mehr im Müll, sondern im Wertstoffkreislauf. Das bringt Vorteile für die Umwelt, die Wirtschaft und auch die Gesellschaft. TOMRA, ein globaler Anbieter für solche Rücknahmesysteme, bewertet, wie gut das System in Österreich wirklich funktioniert.
So profitiert Österreich vom neuen Einwegpfandsystem
Aus Sicht von TOMRA bringt das Pfandsystem viele wichtige Vorteile: Es reduziert Littering, erhöht die Recyclingquoten und hilft, wertvolle Rohstoffe wie Aluminium und PET zurückzugewinnen. Das System wird immer besser verstanden – die Leute finden sich immer leichter darin zurecht. Die Kennzeichnung der Flaschen und Dosen mit Pfandsymbolen und die richtige Erkennung per EAN-Code tragen entscheidend dazu bei.
So läuft die Pfandrückgabe in Österreich
Auch die Zahlen zeigen: Allein am vergangenen Samstag wurden in ganz Österreich über 8,3 Millionen Einwegverpackungen an TOMRA-Pfandautomaten zurückgegeben. An einer einzigen Pfandstation wurden an dem Tag knapp 23.000 Gebinde angenommen. Besonders beliebt sind dabei die Multifeed-Bulksammelautomaten – Stationen, an denen bis zu 100 Gebinde in einem Schwung über eine Sammeltrommel zurückgegeben werden können.
Gibst du die Pfandflaschen und -dosen immer zurück?
Starkes Wachstum bei der Pfandrückgabe in Österreich
Zwischen Mai und Juni 2025 verzeichnete TOMRA ein Rücknahmewachstum von 82 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat wurde fast die doppelte Menge an Einweg-Leergebinden gesammelt. Das zeigt nicht nur, dass immer mehr Menschen das Pfand verstehen und nutzen wollen, sondern bestätigt auch die hohe Qualität des Systems: Die Geräte haben aktuell eine durchschnittliche Verfügbarkeit (Uptime) von über 95 Prozent während der Geschäftszeiten. Diese Zuverlässigkeit sorgt dafür, dass die Rückgabe im Alltag problemlos funktioniert.
Österreich im Vergleich: So schlägt sich das Einwegpfandsystem international
Als globaler Experte für Deposit Return Systems (DRS) beobachtet TOMRA, dass Österreich mit etablierten Systemen im internationalen Vergleich gut mithalten kann. In Deutschland ist das Einwegpfandsystem seit 2003 in Kraft und erreicht eine Rücklaufquote von rund 98 Prozent. Norwegen kommt auf etwa 92,3 Prozent und entwickelt das System kontinuierlich weiter. Auch Litauen zeigt, wie schnell ein gut eingeführtes Pfandsystem Wirkung entfalten kann: Ende 2017 lag die Rückgabequote dort schon bei 91,9 Prozent. Eine Umfrage von 2018 zeigte, dass 97 Prozent der Litauer das System unterstützten, 2019 stieg die Zustimmung sogar auf 98 Prozent. Österreich steht damit gut da – mit immer mehr zurückgegebenen Flaschen, zuverlässigen Geräten und immer mehr Menschen, die das System nutzen.