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/ ©Parlamentsdirektion/Thomas Topf
Foto in Bericht von 5min.at: Zu sehen ist Sozialministerin Korinna Schumann bei einer Parlamentssitzung.
Sozialministerin Korinna Schumann stand im Interview mit 5 Minuten Rede und Antwort.

Gesund bis zur Pension: Diese Menschen haben „de facto keine Chance“

In aller Munde ist aktuell, wie es mit den Pensionen in Österreich weitergeht. Wir haben über das Thema mit Sozialministerin Korinna Schumann ein Interview geführt - sie stand uns zu einigen wichtigen Punkten Rede und Antwort.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
1 Minute Lesezeit(109 Wörter)
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Während die Regierung bereits zahlreiche Maßnahmen getroffen hat, gibt es von Arbeitgeberseite immer wieder die Forderung, auch das Pensionsantrittsalter hierzulande anzuheben. Eine Maßnahme, die bei den Frauen in Österreich bereits schrittweise stattfinden. Mehr dazu hier: Pensionsalter: Wieso Österreicherinnen immer länger arbeiten müssen.

Sozialministerin steht im Pensions-Interview Rede und Antwort

Könnten Sparmaßnahmen aber auch so weit gehen, dass Österreichs Pensionisten weniger als die Inflation im kommenden Jahr abgegolten bekommen? Im Interview mit 5 Minuten gibt Sozialministerin Korinna Schumann darauf und etwa auch auf die Frage nach der Anhebung des Antrittsalters eine deutliche Antwort.

Interview mit Sozialministerin Korinna Schumann:

5 Minuten: Gerade beim Thema Pensionen gehen regelmäßig die Wogen hoch und jeder scheint es besser zu wissen. Sind Sie mit den Maßnahmen, die in diesem Bereich getroffen werden und wurden, voll und ganz einverstanden?

Sozialministerin Korinna Schumann: Pensionspolitik ist eines der sensibelsten und gleichzeitig komplexesten Themen, die wir haben. Kein Bereich betrifft die Menschen so direkt, vor allem im Alter, wenn Sicherheit und Planbarkeit wichtig sind. Das österreichische Pensionssystem ist stabil und steht im europäischen Vergleich sehr gut da. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, das System laufend weiterzuentwickeln und an gesellschaftliche Veränderungen anzupassen. Wir haben mit der Teilpension einen wichtigen Schritt gesetzt, um Menschen länger in Beschäftigung zu halten.

Beim Thema Pensionen wird von Experten auch immer wieder das Anheben des gesetzlichen Antrittsalters gefordert. Was halten Sie von dieser Forderung? Sollen Menschen in Österreich generell über das 65. Lebensjahr hinaus arbeiten (müssen)?

Ich halte nichts davon, reflexartig das gesetzliche Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Entscheidend ist nicht das Gesetz auf dem Papier, sondern das tatsächliche faktische Pensionsantrittsalter. Hier gibt es Aufholbedarf. Aber bevor wir über ein höheres Alter diskutieren, müssen wir die Voraussetzungen schaffen: bessere Arbeitsbedingungen, mehr Gesundheitsschutz im Job, flexible Übergänge in die Pension. Es kann nicht sein, dass Menschen, die körperlich oder psychisch belastende Berufe ausüben, de facto keine Chance haben, gesund bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter zu arbeiten.

Ein weiterer Punkt sind auch die Pensionserhöhungen. Im Budgetrahmenplan wird etwa erwähnt, dass 2025 „deutlich über dem nominellen Wachstum“ erhöht bzw. angepasst wurde. Droht hier im kommenden Jahr eine Anpassung unterhalb der Inflation?

Die jährliche Anpassung der Pensionen ist gesetzlich geregelt (§§108, 108f ASVG – siehe Anhang). Grundlage für die Berechnung ist die Entwicklung der Verbraucherpreise (VPI) vom August des Vorjahres bis Juli des laufenden Jahres. Für das Jahr 2026 sind daher die Inflationsraten vom August 2024 bis Juli 2025 heranzuziehen, die „Formel“ für das Jahr 2026 ist also „Mittelwert der Inflationsrate August 2024 bis Juli 2025“. Daraus ergibt sich der Richtwert, auf den bei der Festsetzung des Anpassungsfaktors „Bedacht zu nehmen“ ist. Laut geltendem Recht werden 2026 alle Pensionen mit diesem errechneten Wert angepasst. Die Aliquotierung der Anpassung von Pensionen, deren Pensionsstichtag im Jahr 2025 liegt, wurde mit BGBl. I NR. 145/2024 ausgesetzt. Ohne diese Aussetzung würden Pensionen mit Stichtag im Jahr 2025 abhängig vom Stichtag aliquot angepasst werden.

Tut es Ihnen im Gewerkschafterherz weh, über geringere Lohn-, Gehalts- und Pensionserhöhungen oder gar Nulllohnrunden nachdenken und mit den Regierungskollegen bzw. Experten diskutieren zu müssen? Bei den Gehältern für Beamte gibt es ja ähnliche Forderungen…

Natürlich, ich komme aus der Gewerkschaftsbewegung, da ist es Teil meiner Überzeugung, dass Menschen für ihre Arbeit und ihren Beitrag zur Gesellschaft fair entlohnt werden müssen. Aber zum Beispiel beim Thema Löhne zeigt die Sozialpartnerschaft seit vielen Jahrzehnten, wie man zu guten Lösungen kommt. Dazu braucht es mich nicht.

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