Einwegpfand in Österreich: „Kaufe jetzt meine Getränke in Italien“
Das seit Jänner 2025 neue Pfandsystem für die allermeisten Plastikflaschen und Aludosen in Österreich lässt die Wogen weiter hochgehen. Wir haben zusammengefasst, was ihr davon haltet.
Kaum eine Maßnahme der Vorgängerregierung aus ÖVP und Grünen sorgt für derart geteilte Meinungen wie das neue Pfandsystem. Obwohl es bereits mit 1. Jänner 2025 eingeführt wird, wird immer noch intensiv darüber diskutiert – und die Meinungen könnten teilweise nicht weiter auseinandergehen.
Österreicher diskutieren über neues Pfandsystem
So finden sich unter jedem Pfand-Artikel oft hunderte Kommentare, wo Österreicher erklären, wieso sie das neue System gut finden oder warum eben auch nicht. Während die einen es als „völligen Schwachsinn“ oder „einfach nur nervig“ empfinden, finden es die anderen „einfach nur genial“. Wir haben ein paar der Kommentare zusammengetragen und zeigen euch, was die 5 Minuten-Leser vom Einwegpfand in Österreich halten.
„Da gibt es kein Pfand auf Dosen und Plastikflaschen“
Ein Leser geht dabei überhaupt so weit, dass er die Getränke nun in Italien kauft. „Da gibt es kein Pfand auf Dosen und Plastikflaschen“, erklärt er seine Beweggründe dafür. Ein weiterer Österreicher findet das neue System „lästig“, weil es viel Zeit kosten würde. „Die Ansteherei an den Automaten nimmt mitunter 20 Minuten pro Mal. Durchdacht ist es nicht. Wenn es mehr Rückgabeautomaten geben würde, wärs okay.“ Ebenfalls Kritik an den Automaten gibt es von einem weiteren Leser: „Wenn die Rückgabeautomaten funktionieren würden wäre es eine gute Option. War in meinem Bezirk in 3 Supermärkten und alle Rückgabeautomaten waren kaputt und außer Betrieb.“
„Habe bis zu sechs bis sieben Euro am Tag durchs Flaschen sammeln“
Doch einige sehen auch die guten Seiten des Systems und freuen sich etwa über die weggeworfenen Flaschen. „Einfach nur genial. Die Leute werfen so viel weg. Habe bis zu sechs bis sieben Euro am Tag durchs Flaschen sammeln“, so ein Leser. Eine Österreicherin kann „die ganzen negativen Diskussionen nicht ganz nachvollziehen“, handle es sich doch um das selbe Prinzip „wie bei der Rückgabe von Glasflaschen mit Pfand“. Eine weitere Leserin empfindet das Einwegpfand-System in Österreich zwar als „nervig, aber die Wirkung und die Reduktion von Plastikmüll ist bestimmt enorm“. Weshalb sie es auch „für eine top Lösung“ hält. Sie würden nun auch Vergleichszahlen zum Müll, der davor entstanden ist und jetzt entsteht interessieren.
Wie findest du das neue Pfandsystem in Österreich?
Häufig gestellte Fragen
Pfand muss prinzipiell auf Alu-Dosen und Plastikflaschen zwischen 0,1 und drei Litern bezahlt werden.
Ausgeschlossen sind etwa Tetrapacks, Milchprodukte, medizinische Produkte und Sirupe.
Das Einwegpfand in Österreich „kostet“ 25 Cent. Das Geld bekommt man allerdings wieder zurück, wenn man die betroffene Flasche oder Dose wieder zurückbringt.
Das neue Einwegpfandsystem in Österreich gibt es seit 1. Jänner 2025.