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/ ©APA/HELMUT FOHRINGER
Ex-Gesundheitsminister Rudolf Anschober fordert eine gesundheitspolitische Kehrtwende bei ME/CFS – mit Fokus auf Versorgung, Anerkennung und Forschung.

ME/CFS: Anschober fordert Behandlungszentren bis 2026

Rudolf Anschober kritisiert die jahrzehntelange Vernachlässigung von ME/CFS. 2026 müsse das Jahr der Umsetzung werden – mit Behandlungszentren, besserer Absicherung und EU-Forschung.

von APA/Red.
2 Minuten Lesezeit(337 Wörter)
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Rudolf Anschober, früherer Gesundheitsminister, zeigt sich besorgt über den Umgang mit ME/CFS. Die Erkrankung werde seit vielen Jahren von Medizin, Forschung und Politik übersehen. „Es hat in Wirklichkeit eine sträfliche, dramatische Vernachlässigung in diesen drei Ebenen gegeben über Jahrzehnte hindurch“, betonte er. Diese Zustände müssten ein Ende finden, 2026 solle das Jahr der Lösungen sein. „Wir brauchen Tempo. Es ist etwas in Bewegung gekommen, es ist nicht mehr so wie vor zwei Jahren. Aber wir sind noch Meilen von den Notwendigkeiten entfernt“, erklärte er.

Therapiezentren für ME/CFS-Betroffene dringend nötig

Anschober setzt sich für die rasche Einrichtung spezialisierter ME/CFS-Behandlungszentren ein. Diese müssten sowohl Erwachsenen als auch betroffenen Kindern offenstehen. „Wir brauchen eine Struktur an Behandlungszentren mit ausreichend Möglichkeiten auch für betroffene Kinder. Weil wir wissen, dass es viele Kinder gibt, die betroffen sind“, so der Ex-Minister. Besonders kritisierte er, dass ein bereits erarbeiteter nationaler Aktionsplan bis heute nicht umgesetzt wurde. Die Verantwortung liege nun auch bei den Bundesländern, wie er betonte.

Fehlende Anerkennung bei Gutachten verschärft die Lage

Neben der medizinischen Versorgung liegt Anschober die soziale Absicherung der Erkrankten am Herzen. Viele Betroffene erhalten weder Berufsunfähigkeitspension noch Rehageld oder Pflegegeld. „Wir brauchen – ganz, ganz wichtig – eine Lösung der Gutachterfrage“, sagte er. Auch Schulungen für Gutachter, etwa bei der PVA, seien notwendig. Die Regierung dürfe sich dabei nicht hinter der Selbstverwaltung verstecken: „Das kann keine Flucht aus der Verantwortung sein.“

EU-Forschung, Schulungen und Luftfilter gefordert

Ein europäisches Forschungsnetzwerk zu ME/CFS sei laut Anschober unumgänglich. Private Stiftungen wie jene der Familie Ströck seien ein guter Anfang, aber nicht ausreichend. „Es müsste so etwas wie einen europäischen Forschungsschwerpunkt ME-CFS geben“, erklärte er. Auch bei Hausärzt:innen ortet er Schulungsbedarf, um Fehldiagnosen zu vermeiden. Präventiv fordert Anschober Luftfiltersysteme in öffentlichen Gebäuden – nicht nur wegen ME/CFS, sondern auch zur Vermeidung künftiger Infektionswellen. (APA/red. 2. 8. 2025)

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