Eine völlig unnötige Krise
Der slowenische Botschafter hat recht, wenn er meint: "Das war ein Polizeieinsatz außer Rahmen und ohne Augenmaß." Man rückt nicht mit einer halben Armee an, wenn es um Falsch-Camper geht.
Schon gar nicht am Peršmanhof, dieser Gedenkstätte an die Gräuel der Nazis. Der slowenische Botschafter hat aber nicht recht, wenn er glaubt, man müsse „nicht über beide Seiten sprechen.“Das bedeutet, auch die Antifa sollte ihre Wortwahl und wohl auch ihr Denken überdenken und mäßigen.
Inakzeptable Geschehnisse
Kärnten als „letztes Drecksloch“ zu bezeichnen und von „Sch…ßbullen“ und „Sch… im Hirn“ zu sprechen, ist nicht die feine englische Art. Mehr noch, es ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. So wie das Ausmaß des Einsatzes in diesem entlegenen Winkel am Fuß der Karawanken. Und so eine Semantik provoziert fast automatisch Widerstand und Protest. Rudi Schober war 40 Jahre im Exekutivdienst und 20 Jahre in politischer Verantwortung, auch als Präsident des Landtages. Er stand und steht stets für eine ausgleichende und nicht polarisierende Politik.
Die große Mehrheit der Bevölkerung schüttelt ungläubig den Kopf
Wenn Schober nun in den sozialen Medien meint, dass die „zum Teil aus Unwissenheit geführte Diskussion und die Pauschalverurteilung unerträglich“ sei und nur zum Auseinanderdriften unserer Gesellschaft führe, hat auch er recht. Denn ein Auseinanderdriften der Gesellschaft nützt stets nur den extremen Rändern auf beiden Seiten. Die große Mehrheit der Gesellschaft findet sich aber in der Mitte und schüttelt ungläubig den Kopf.
Eine weitere Krise
Wir schreiben das Jahr 2025, die durch die Globalisierung immer kleiner werdende Welt hat Probleme ohne Ende: Kriege, Klimawandel, Migration, Pandemien, Extremismus, Terror, Wirtschaftsflaute. Und anstatt sich dieser Krisen anzunehmen, produzieren wir hier im kleinen Österreich und noch kleineren Kärnten eine weitere, völlig unnötige Krise. Antifaschismus muss selbstredend außer Streit stehen, respektvoller Umgang der Mehrheit mit der Minderheit und der Minderheit mit der Mehrheit aber auch. Und die Demokratie sowieso. Das werden wir doch wohl noch schaffen. Wir müssen es schaffen.