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/ ©Fotomontage: Canva
Foto in Beitrag von 5min.at: Zu sehen ist ein Mann bzw die Silhouette eines Mannes und dahinter Geldbündel.
Viel Geld extra konnte dank der Hilfe der künstlichen Intelligenz in Österreich an Steuern eingenommen werden.

KI überführt Betrüger und bringt Österreich hunderte Millionen Euro

Österreich wird immer moderner - so auch in der Betrugsbekämpfung. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz konnten im Vorjahr hunderte Millionen Euro an Steuern zusätzlich eingenommen werden, wie das Finanzministerium berichtet.

von Phillip Plattner Phillip Plattner Online-Redakteur Kärnten Steiermark
2 Minuten Lesezeit(423 Wörter)

Das „Predictive Analytics Competence Center“ (kurz PACC) ist eine Spezialeinheit im Finanzministerium, die auf künstliche Intelligenz setzt, um Steuerbetrug und Compliance-Vorstöße aufzudecken. Und das mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. Im Jahr 2024 wurden durch Risikomodelle immerhin rund 6,6 Millionen Fälle überprüft und rund 354 Millionen Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen lukriert, berichtet das Ministerium nun.

„Um Formen von Steuerbetrug zu erkennen, wollen wir in Zukunft noch mehr KI einsetzen“

Dabei wurde man in mehr oder weniger allen Bereichen der Finanzverwaltung fündig. Falsche Angaben beim Steuerausgleich wurden genauso aufgedeckt wie Betrugsversuche bei der Einkommens-, der Körperschafts- oder auch bei der Umsatzsteuer. „Ebenso wie sich betrügerische Energien ständig ändern und weiterentwickeln, muss sich auch die Betrugsbekämpfung moderner Methoden bedienen. Um Formen von Steuerbetrug zu erkennen, wollen wir in Zukunft noch mehr KI einsetzen“, sagt Finanzminister Markus Marterbauer. Im Herbst plant man sogar, ein Steuerbetrug-Bekämpfungspaket vorzustellen.

Bild auf 5min.at zeigt Finanzminister Dr. Markus Marterbauer.
©Parlamentsdirektion/ Thomas Topf
Finanzminister Markus Marterbauer will die Verwendung der KI im Bereich der Betrugsbekämpfung zukünftig weiter ausbauen.

KI-Maßnahmen beziehen sich auch auf Erkennung potenzieller Risiken in Echtzeit

Im Bereich der Betriebsprüfung, der Lohn- und Sozialabgabenprüfung und der Betriebsprüfung im Zollbereich werden verschiedene Auswahlmethoden angewendet, um potenzielle Fälle zu identifizieren, bei denen mit hoher Wahrscheinlichkeit von Mehreinnahmen ausgegangen werden kann. „Das PACC hat zahlreiche Programme und Initiativen implementiert, um Risiken im Bereich der Steuerprüfung, Zollkontrolle und anderen relevanten Bereichen zu identifizieren. Diese Maßnahmen beziehen sich sowohl auf die Vergangenheit als auch auf die Erkennung potenzieller Risiken in Echtzeit oder im Voraus“, so Christian Weinzinger, Leiter der Spezialeinheit.

Landwirtschaftlicher Betrieb muss über 300.000 Euro zurückzahlen

Unter anderem hat man einen Fall bei einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgedeckt. Im Zuge einer Außenprüfung stellte sich heraus, dass Fahrzeuge, die in der Kfz-Zulassungsdatenbank ausgewiesen waren, nicht in der betrieblichen Buchhaltung bzw. im Anlageverzeichnis erfasst waren. Wie sich dann herausstellte, wurden die landwirtschaftlichen Fahrzeuge nach jahrelanger Nutzung weiterverkauft, die Verkaufserlöse wurden aber nicht erfasst. Es wurden Abgabennachforderungen von über 300.000 Euro fällig, heißt es aus dem Ministerium.

Die Zukunft der KI in der Betrugsbekämpfung

In diesem Fall konnten durch das PACC die vorhandenen, aufbereiteten Daten aus externen Datenbanken mit der Finanzbuchhaltung und den betrieblichen Kennzahlen unkompliziert abgeglichen und der Betrug aufgedeckt werden. In Zukunft möchte man durch künstliche Intelligenz die Effizienz und Effektivität der österreichischen Finanzverwaltung weiter steigern und die Rolle des PACC festigen. Initiativen sollen in Zukunft unter anderem in der nationalen und internationalen Zusammenarbeit gesetzt werden. Zudem solle die Nutzung von KI-Methoden um etwa generative KI erweitert werden.

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