Kärntnerin als Lebensretterin: Schwerkranke Frau bekommt zweite Chance
Die Kärntnerin Anna wird zur Lebensretterin. Vor circa drei Jahren ließ sie sich typisieren. Dann kam der Anruf und sie spendete, um einer Frau in den USA eine neue Chance aufs Leben zu geben.
Immer wieder verhelfen solche Typisierungen anderen Menschen dazu, wieder Hoffnung haben zu dürfen. Im Jahr 2022 entschied sich die Kärntnerin Anna, ein Typisierungsset von „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ nach Hause zu bestellen – ohne zu wissen, welch große Bedeutung diese Entscheidung eines Tages haben würde.
Fast drei Jahre später kam der Anruf
Fast drei Jahre später, ein Anruf: Anna war als passende Stammzellspenderin für eine schwerkranke Amerikanerin gefunden worden. Ohne zu zögern sagte sie zu. „Als ich den Anruf von Geben für Leben rund 3 Jahre nach meiner Typisierung erhielt, stand für mich sofort fest, dass ich selbstverständlich auch meine Stammzellen spende“, erzählt Anna. „Meine Spende dauerte fünf Stunden. Es kam mir vor wie eine Ewigkeit, aber ich wurde während der Spende im Uniklinikum Graz liebevoll auf Händen getragen.“
„Ich möchte etwas Uneigennütziges tun“
Bis zuletzt war unklar, ob die Spende ausreichen würde oder ob ein weiterer Eingriff nötig sein würde. Für Anna jedoch stand fest: Sie würde alles geben. „Ich möchte etwas Uneigennütziges tun und meinem genetischen Zwilling unbedingt helfen – jemandem, der so dringend auf meine Hilfe angewiesen ist. Ich bin so dankbar für mein Leben und dafür, dass es meiner Familie gut geht. Dieses Glück wünsche ich der Familie am anderen Ende der Welt ebenso.“
„Wir jammern oft auf hohem Niveau“
Mit bewegenden Worten erinnert Anna daran, wie wertvoll unsere Gesundheit ist – und wie viel Kraft in einer einzigen Entscheidung liegen kann. „Wir jammern oft auf hohem Niveau – dabei ist unsere Gesundheit doch unser höchstes Gut“, und beschreibt ihre Erfahrung weiter: „Ich fühlte mich während des gesamten Prozesses vom Team des Uniklinikums Graz und von Geben für Leben getragen und menschlich begleitet. Das Wohl der Spender:innen steht stets im Vordergrund. Danke.“
Appell an alle
Anna würde jederzeit wieder spenden und richtet einen herzlichen Appell an alle: „Lasst euch typisieren. Es ist eine unbeschreiblich bewegende Erfahrung.“ Auch der Verein „Geben für Leben“ bedankt sich: „Liebe Anna, wir danken dir von Herzen für dein großes Herz, deine Entschlossenheit und deine Menschlichkeit. Du hast nicht nur Stammzellen gespendet – du hast Hoffnung geschenkt. Danke, dass es Menschen wie dich gibt.“
Stammzellenspenden beim Verein „Geben für Leben“
„Geben für Leben“ ist ein österreichischer Verein, der sich seit 1999 dem Kampf gegen Leukämie und andere Blutkrankheiten widmet. Hauptziel ist es, möglichst viele potenzielle Stammzellspenderinnen und -spender zu registrieren, um Patientinnen und Patienten weltweit eine passende Spende zu ermöglichen. Der Verein organisiert Typisierungsaktionen, klärt über Stammzellspende auf und unterstützt Betroffene sowie deren Angehörige. Finanziert wird die Arbeit vorwiegend durch Spenden und ehrenamtliches Engagement.
Hier sind die Kriterien für eine Stammzellenspende in Österreich:
Grundvoraussetzungen
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Alter: 18 bis 45 Jahre bei der Erstregistrierung
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Körpergewicht: mindestens 50 kg
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Wohnsitz in Österreich
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Allgemein guter Gesundheitszustand
Gesundheitliche Ausschlussgründe
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Krebs- oder Bluterkrankungen (auch in der Vergangenheit)
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Chronische Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen
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Schwere Autoimmunerkrankungen
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HIV, Hepatitis B oder C
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Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (insulinpflichtig)
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Multiple Sklerose, Epilepsie oder andere neurologische Erkrankungen
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Regelmäßige Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten
Besonderheiten
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Kleinere, gut verheilte Operationen oder harmlose Vorerkrankungen (z. B. Heuschnupfen) sind meist kein Problem.
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Jede Registrierung wird individuell geprüft.