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/ ©Fotomontage Canva: BMI/Jürgen Makowecz
Symbolfoto
Ein Bild auf 5min.at zeigt Innnenmister Karner und eine Person mit einer Maske vor mehreren Bildschirmen.
Ein Deepfake-Video kann täuschend echt wirken, birgt aber große Risiken.

Warnung vor Deepfake: Betrüger geben sich als Innenminister Karner aus

Das Bundeskriminalamt warnt vor einer neuen Betrugsmasche. Täter nutzen Deepfake-Videos, um sich als Innenminister auszugeben und Lösegeldzahlungen zu erschleichen.

von Eva Taumberger Ein Bild auf 5min.at zeigt die Online-Redakteurin Eva Taumberger.
1 Minute Lesezeit(249 Wörter)

In mehreren Fällen haben Kriminelle die Identität von Innenminister Karner in gefälschten Videoanrufen nachgeahmt. Sie nutzten täuschend echt wirkende Deepfake-Technologie, um finanzielle Forderungen zu stellen. Dabei behaupteten sie, die Gelder seien für Lösegeldzahlungen im Zusammenhang mit Geiselnahmen vorgesehen.

Gefälschte Nummer, falsches Gesicht

Der erste Kontakt erfolgte über die offizielle Telefonnummer des Innenministeriums (+43 1 53126), die durch sogenannte „Caller ID Spoofing“-Methoden manipuliert wurde. Im Videochat wurde dann die Identität des Ministers vorgetäuscht. Das Bundeskriminalamt betont, dass diese Aufforderungen ein klarer Betrugsversuch sind.

Ermittlungen laufen auf Hochtouren

Die Spezialisten im Cybercrime-Competence-Center (C4) des Bundeskriminalamts untersuchen die Vorfälle bereits intensiv. In enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern versuchen sie, die Hintermänner auszuforschen. Trotz der hohen Qualität der Deepfakes hinterlassen die manipulierten Videos Spuren, die eine Ermittlung ermöglichen.

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Gering – betrifft mich wahrscheinlich nicht

Deepfakes: Gefahr durch künstliche Intelligenz

Deepfake-Technologie ist längst kein Spielzeug mehr. Während Face-Swapping-Apps und Social-Media-Trends die Technik populär machten, haben KI-gestützte Manipulationen in den letzten Jahren stark zugenommen. Videos lassen sich heute leicht erstellen, wirken sehr echt und werden zunehmend für Straftaten eingesetzt. Das macht die Erkennung von Manipulationen immer schwieriger, aber nicht unmöglich.

Polizeiliche Maßnahmen seit Jahresbeginn

Seit dem 1. Jänner 2024 werden Deepfake-Vorfälle in Österreich gesondert erfasst. Der neue Code „Deepfake“ im polizeilichen Protokollierungssystem erleichtert die Auswertung und Erstellung eines Lagebildes. Dadurch können Anzeigen gezielt verfolgt und Ermittlungen effektiver geführt werden.

Wie erkennt man Deepfakes?

Verdächtige Merkmale können sein:

  • unnatürliche Übergänge im Gesicht oder verschwommene Konturen,
  • unlogische Schatten, fehlendes Blinzeln, unnatürliche Mimik,
  • bei Stimmen: metallischer Klang, monotone Sprachweise oder falsche Betonungen.

Tipps im Umgang mit Deepfakes

  • Kritisch bleiben: Inhalte in sozialen Netzwerken oder via Messenger nicht ungeprüft glauben oder weiterverbreiten.
  • Quelle prüfen: Handelt es sich um eine offizielle, vertrauenswürdige Quelle?
  • Auffälligkeiten beachten: Unnatürliche Bewegungen, unlogische Details oder auffällige Tonqualität können Hinweise liefern.
  • Keine vorschnellen Handlungen: Bei Geldforderungen oder Drohungen sofort die Polizei verständigen.
  • Sparsam mit eigenen Daten umgehen: Vorsicht bei der Veröffentlichung von Fotos, Videos und Sprachaufnahmen im Internet.
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