Nach Silvestertragödie in Grazer Lokal: Diese Woche startet der Prozess
Bei der Silvesterfeier 2023/24 im Grazer Lokal „Stern“ brach ein verheerendes Feuer aus. Nun muss sich der Wirt am 5. September vor Gericht verantworten.
Am Freitag, dem 5. September 2025, beginnt am Grazer Straflandesgericht der Prozess gegen den Betreiber des Lokals „Stern“, das berichtet die „Kleine Zeitung“. Der Wirt ist wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Feuersbrunst angeklagt. In der Silvesternacht 2023/24 hatte ein Großbrand in dem Grazer Lokal verheerende Folgen: Eine junge Frau aus Niederösterreich starb, zehn weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen, viele andere wurden leicht verletzt.
Staatsanwaltschaft sieht fatale Sicherheitsmängel
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten eine Reihe von Versäumnissen vor. Im Eingangsbereich sollen leicht brennbare Materialien gelagert gewesen sein, wodurch der Fluchtweg rasch blockiert wurde. Ein zweiter Notausgang im Gastraum war verstellt, Beleuchtungen wurden entfernt, das Personal sei nicht ausreichend geschult gewesen.
Angeklagter weist Verantwortung von sich
Der Wirt bestreitet die Vorwürfe. Feuerlöscher seien gewartet und verwendet worden, ein zweiter Fluchtweg habe nicht bestanden. Sein Verteidiger argumentiert zudem, der Betreiber sei am Unglückstag gar nicht vor Ort gewesen und habe keine Pflicht gehabt, das Personal brandschutztechnisch zu schulen.
Bis zu drei Jahre Haft möglich
Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu drei Jahre Haft. Noch laufen Ermittlungen gegen sechs Beamte von Feuer- und Gewerbepolizei, um mögliche Versäumnisse bei Kontrollen zu klären. Die Stadt Graz hat nach der Katastrophe ein neues Überprüfungskonzept eingeführt. Lokale mit erhöhtem Risiko werden seither regelmäßig kontrolliert.