Mehr Abgaben, weniger Wohnraum: Bringt das wirklich etwas?
Die geplanten Zweitwohnungs- und Aufenthaltsabgaben sorgen in Kärnten weiter für Diskussionen.
Die Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in der Wirtschaftskammer Kärnten sieht darin keinen wirksamen Beitrag zur Entspannung am Wohnungsmarkt – im Gegenteil.
Der Wunsch nach ausreichend verfügbarem und für die Bevölkerung gut finanzierbarem Wohnraum ist absolut nachvollziehbar. Aber neue Abgaben lösen das Problem nicht, sie verschärfen es.
Mag. Paul Perkonig, Obmann der Fachgruppe
Die Verschiebung der Zweitwohnungsabgabe auf 2027 wird zwar grundsätzlich begrüßt, sie nimmt kurzfristig Druck raus. An den grundlegenden Herausforderungen ändert sie aber nichts.
Denn die Ursachen liegen woanders:
Steigende Baukosten, hohe Zinsen, strenge Rahmenbedingungen und ein rückläufiger Neubau. Gleichzeitig ist die Realität oft komplexer, als gesetzliche Modelle vermuten lassen: Wohnungen werden für Arbeit, Studium, Familie oder auch nur vorübergehend genutzt. Mehrere Wohnsitze sind heute längst Teil moderner Lebensmodelle.
Kritisch sieht die Fachgruppe auch die Datenlage.
Verlässliche Zahlen zur tatsächlichen Nutzung fehlen vielfach, trotzdem sollen neue Abgaben eingeführt werden. „Wohnraumpolitik braucht Fakten, nicht Annahmen“, so Perkonig.
Die Sorge der Branche.
Mehr Abgaben könnten Investitionen bremsen, Sanierungen verzögern und langfristig das Angebot weiter verknappen.
Was es stattdessen braucht?
- gezielte Anreize zur Nutzung bestehender Immobilien
- Förderung von Sanierung und Neubau
- klare und einheitliche Regeln
Fazit:
Mehr Abgaben schaffen keinen zusätzlichen Wohnraum.
Was es braucht, sind Maßnahmen, die wirklich wirken, und ein Dialog auf Basis von Fakten. Dafür setzen sich die Kärntner Immobilienexperten auch weiterhin ein!
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