Schon bemerkt? Das kleine Schild, das Leben retten kann
Kennst du sie? Diese kleinen, unscheinbaren Schilder über Kabeldurchführungen in Kellern oder Technikräumen. „Was soll das überhaupt?“, fragen sich viele. Die Antwort hat Rüdiger Kopeinig von Fire Protect.
„Diese Kennzeichnungstafeln sind der Ausweis der Brandabschottung – und können im Ernstfall Leben retten“, erklärt er. „Viele Menschen sehen nur ein Kabel, das durch die Wand führt, und vielleicht ein bisschen zugeschmiert ist. Doch so ein Loch sei im Brandfall „eine Autobahn für Rauch und Feuer“, erklärt er. Ein kleiner Kabelbrand reiche, und innerhalb weniger Minuten sei das ganze Gebäude verraucht. Besonders gefährlich sind dabei nicht nur die Flammen, sondern vor allem die entstehenden Rauchgase. Schon wenige Atemzüge können zur Bewusstlosigkeit führen. Rauch breitet sich schneller aus als Feuer und nutzt jede ungesicherte Öffnung, um sich im gesamten Gebäude zu verteilen. Der einzige Schutz: geprüfte Brandabschottungen, die genau solche Durchführungen sichern.
Rauch kennt keine Stopptafel
Feuerlöscher, Fluchtpläne, Schulungen – all das sei wichtig, aber nutzlos, wenn Rauch ungehindert durchs Haus zieht. Denn giftige Rauchgase nehmen Menschen oft schon lange vor dem Feuer die Orientierung. Sicht, Atmung und Reaktionsfähigkeit werden massiv eingeschränkt – sichere Flucht ist dann kaum mehr möglich. „Brandabschottungen halten das Feuer dort, wo es entsteht. Das verschafft den Menschen Zeit zum Flüchten und genau das rettet Leben.
Kein Platz für Bauschaum und Bastellösungen
Viele glauben, ein bisschen Bauschaum würde schon reichen. Doch Kopeinig warnt: „Improvisation ist im Brandschutz ein Todesurteil.“ Zugelassene Systeme bestehen aus geprüften Materialien – etwa Brandschutzschaum, Mörtel oder Manschetten. Und sie müssen exakt so eingebaut werden, wie sie getestet wurden. Nur dann sind sie auch wirklich sicher.
Die Tafel als Ausweis
Und was hat es nun mit dieser „komischen Tafel“ auf sich? „Das ist der Ausweis der Brandabschottung“, erklärt Rüdiger Kopeinig. „Darauf steht, welches System verbaut wurde, welche Feuerwiderstandsklasse gilt und wer es eingebaut hat. Ohne diese Kennzeichnung weiß in fünf Jahren niemand mehr, ob das Schott überhaupt zugelassen ist.“ Fehlt das Schild, fällt das spätestens bei einer Prüfung oder im Schadensfall auf – und kann teuer werden.
Pflicht laut Norm und Gesetz
Laut OIB-Richtlinie 2, TRVB 110 B und EN 1366-3 ist klar geregelt:
Jede Leitungsdurchführung durch eine Brandwand oder Decke muss mit einem zugelassenen, geprüften und gekennzeichneten System verschlossen werden.
„Kein Loch in einer Brandwand darf offen bleiben“, fasst Brenner zusammen. „Alles andere ist russisches Roulette mit Menschenleben.“
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