Wadsak: Neusiedler See 40 Zentimeter seichter – „Problem teilen viele Seen“
Jetzt ist der Neusiedler See an der Grenze des Burgenlands mit Ungarn so oder so schon nicht extrem tief, dieses Jahr hat aber noch einmal einen draufgesetzt, wie ORF-Wetterexperte Marcus Wadsak erklärt.
Mit einer durchschnittlichen Tiefe von nur etwas mehr als einen Meter ist der Neusiedler See nicht gerade für seine tiefen Stellen bekannt. Und die extreme Dürre dieses Jahr, die etwa auch in der Landwirtschaft bereits für riesige Schäden gesorgt hat, setzt dem noch eins drauf. Wie ORF-Meteorologe Marcus Wadsak nämlich in sozialen Medien erklärt, würde aktuell jeden Tag rund ein Zentimeter aus dem Neusiedler See verdunsten.
Neusiedler See hat in 60 Tagen über 30 Zentimeter „verloren“
„Seit April ist der See um 40 Zentimeter seichter geworden“, erklärt er außerdem. Wie man anhand der Statistik erkennen kann, waren es in den letzten 60 Tagen ebenfalls über 30 Zentimeter an Höhe, die der See verloren hat. Mittlerweile liegt der Spiegel nur noch 115,04 Meter über der Adria. Zum Vergleich: Der absolute Tiefstwert aus dem Jahr 2022 liegt bei 114,96 Metern über der Adria – es fehlen also nur noch acht Zentimeter. Der mittlere Wasserstand dagegen liegt fast 40 Zentimeter drüber, bei 115,43 Metern über der Adria.
„Das ist umgerechnet der gesamte Tiroler Plansee“
Wadsak erklärt auch, dass rund 128 Milliarden Liter den See verlassen haben. „Das ist umgerechnet der gesamte Tiroler Plansee“, so der Experte, der hinsichtlich der extremen Verdunstung von einem Problem spricht, „das heuer viele andere Seen teilen“.