150 Einsatzkräfte übten im Koralmtunnel für den Ernstfall
Am Samstag, 4. Oktober, fand im Koralmtunnel eine Großübung mit über 150 Einsatzkräften statt. Damit wurde die letzte Phase vor der Inbetriebnahme der Koralmbahn erfolgreich abgeschlossen. Sicherheit hat oberste Priorität.
Nur noch wenige Wochen, dann rollt der erste Zug offiziell durch den Koralmtunnel. Doch bevor am 14. Dezember die Koralmbahn in Betrieb geht, stand am Samstag ein entscheidender Schritt auf dem Programm: eine groß angelegte Notfallübung im Herzstück der neuen Bahnstrecke. Mehr als 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettung, Behörden und den ÖBB trainierten den Ernstfall – unterstützt von rund 50 Statisten, die als Fahrgäste eine Notsituation durchspielten.
Szenario: Zug bleibt im Tunnel stecken
Das Übungsszenario: Ein Zug bleibt sieben Kilometer im Tunnel stecken, dichter Rauch zieht auf, mehrere Personen sind verletzt. Binnen Minuten waren die Einsatzkräfte vor Ort. Dank perfektem Zusammenspiel konnten alle „Reisenden“ rasch evakuiert und medizinisch versorgt werden. Zum Einsatz kam dabei auch der neue ÖBB-Servicejet – ein Rettungsfahrzeug, das auf beiden Seiten des Tunnels stationiert ist. Es kann bis zu 300 Menschen retten, über Löschwassertanks verfügen und sogar einen doppelten Railjet abschleppen.
Sicherheit als Herzstück des Projekts
Der Rettungszug ist nur ein Teil des umfassenden Sicherheitskonzepts der Koralmbahn. Rund 15 Prozent der gesamten Baukosten wurden in Schutzmaßnahmen investiert: von Notausgängen und Löschwasserleitungen über Branddetektoren bis hin zu speziellen Zufahrten für Einsatzkräfte. Der Koralmtunnel selbst zählt zu den modernsten Eisenbahntunneln der Welt. Zwei Hauptröhren sind alle 500 Meter miteinander verbunden, zusätzlich wurde eine dritte Röhre als Evakuierungsbereich gebaut – ein unterirdischer Sicherheitsraum von rund einem Kilometer Länge.
Europas modernste Zugsicherung
Für zusätzliche Sicherheit sorgt das europaweit standardisierte Zugbeeinflussungssystem ETCS. Es kontrolliert Geschwindigkeit und Abstand per Funk, ersetzt nationale Sicherungssysteme und erhöht so die Effizienz und den Schutz im Bahnverkehr. Bevor ein Zug in den Tunnel einfährt, wird er an sogenannten Checkpoints auf technische Defekte überprüft. Auch ein Stromausfall würde den Betrieb nicht lahmlegen: Der Tunnel kann aus zwei Bundesländern gespeist werden und bleibt bis zu sechs Stunden funktionsfähig – ein wichtiger Teil der Blackout-Vorsorge.
In 41 Minuten von Graz nach Klagenfurt
Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn am 14. Dezember wird eine neue Ära im österreichischen Bahnverkehr eingeläutet. Die Verbindung zwischen Graz und Klagenfurt verkürzt sich auf nur 41 Minuten – ein Quantensprung für Pendler, Wirtschaft und Tourismus im Süden Österreichs. Die erfolgreiche Übung zeigt: Die Koralmbahn ist technisch und organisatorisch bereit – der sichere Start am 14. Dezember kann kommen.