Postgarage verkauft: Was der Eigentümerwechsel für Graz bedeutet
Neue Besitzer für eine Grazer Kultadresse: Die denkmalgeschützte Postgarage in der Rösselmühlgasse hat überraschend den Eigentümer gewechselt. Was bedeutet das für das geplante Stadtentwicklungsprojekt und für den Clubbetrieb?
Seit mehr als 20 Jahren ist die Postgarage Fixpunkt im Grazer Nachtleben. In der ehemaligen Artillerie-Reitschule aus dem 19. Jahrhundert wurde getanzt, gefeiert und musiziert, drei Floors, ein Café, Konzerte und Partys machten den Club zu einer Institution in Graz-Gries. Fast jeder kennt die Postgarage in der steirischen Landeshauptstadt und auch über die Landesgrenzen hinaus. Nun gibt es eine Wende: Das Gebäude wurde verkauft, wie es aus einem Bericht von meinbezirk.at hervorgeht. Der bisherige Eigentümer Alexander Pongratz hat die Liegenschaft an die Rottenmanner Siedlungsgenossenschaft übergeben. Der Zeitpunkt überrascht, denn das Areal rund um die Postgarage und die angrenzende Rösselmühle steht kurz vor einer groß angelegten Neuentwicklung.
Neue Eigentümer, alte Pläne
Mit dem Verkauf kommt, laut einem Bericht der Kleinen Zeitung, ein neuer Akteur ins Spiel. Die „Rottenmanner“ steigen als zweiter gemeinnütziger Bauträger neben der ÖSW Wohnbauträger GmbH in das Projekt ein. Beide Unternehmen wollen das Rösselmühl-Areal künftig zu einem modernen, gemischt genutzten Stadtviertel entwickeln, mit Wohnungen, Gewerbeflächen und öffentlichen Bereichen. Geplant ist laut Rahmenplan ein Mix aus Wohnen und Arbeiten, rund 40 Prozent der Fläche sollen für gewerbliche Nutzung reserviert bleiben. Der nächste Schritt wird ein Architekturwettbewerb sein, der auf dem bereits erarbeiteten städtebaulichen Konzept basiert.
Was wird aus der Postgarage?
Für Fans des Clubs gibt es gute Nachrichten: Das Nachtleben in der Postgarage geht weiter. Der Mietvertrag der Betreiber bleibt bestehen, und ein Ende der Partys ist nicht in Sicht. „Uns gibt’s weiterhin“, bestätigt Betreiber Günter Brodtrager. Langfristig könnte die geplante Wohnnutzung mit bis zu 200 neuen Wohnungen allerdings neue Herausforderungen bringen, vor allem in Sachen Lärmschutz. Doch auch dafür soll es laut den Beteiligten Lösungen geben.