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/ ©APA/ERWIN SCHERIAU
Intendantin Ekaterina Degot zog eine positive Bilanz und zeigte sich kämpferisch.

Kulturfestival „steirischer herbst“ begeistert 50.000 Besucher

Mehr als 50.000 Besucher, 39 Spielorte, über 440 Veranstaltungen: Der steirische herbst zieht eine starke Zwischenbilanz. Intendantin Ekaterina Degot zeigt sich zufrieden.

von APA
3 Minuten Lesezeit(567 Wörter)
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Bei der 58. Auflage des Kulturfestivals steirischer herbst konnte man über 50.000 Besucher begrüßen, an 39 Spielorten und bei mehr als 440 Veranstaltungen inklusive der Partnerprogramme. Dies sagte Intendantin Ekaterina Degot am Freitag, dem 10. Oktober 2025, in Graz in einem vorläufigen Resümee – das Festival endet erst am Sonntag. Einige Produktionen haben bereits den Weg nach Deutschland, Schweden, Polen und zur Biennale in Venedig 2026 gefunden.

BAU wird Publikumsmagnet beim steirischen herbst

42 künstlerische Arbeiten wurden für das Festival unter dem heurigen Motto „Never Again Peace“ in Auftrag gegeben, sagte Degot. Allein 26 davon waren im Ausstellungs-Konglomerat in der ehemaligen Destillerie Bauer im Stadtbezirk Gries zu sehen – das bis unters Dach genutzte, BAU genannte frühere Industrieobjekt erwies sich als sehr gut vom Publikum angenommen. Hier waren Führungen stark nachgefragt – die ursprünglich angebotene Zahl wurde sogar verdreifacht.

Highlights der Intendantin

Das herbst-Highlight aus ihrer Sicht sei die „Umbenennung“ des Freiheitsplatzes gewesen, wo auch die Eröffnung stattgefunden hatte – „bis Sonntag gibt es am Platz noch die Chance zu denken, welche Freiheit wir haben wollen oder haben werden“, sagte die Intendantin. Auch der BAU sei für sie ein großer Erfolg gewesen, „für Professionelle sehr interessant“ und auch für die breite Besuchermasse. Sie habe sich auch sehr froh über den Marsch der „Omas gegen rechts“ zum Auftakt des Festivals gezeigt. Das für sie vielleicht wichtigste Stück des herbstes sei „Violenza“ gewesen. Die Auftragsarbeit von Michiel Vandevelde, Pankaj Tiwari und Eneas Prawdzic über junge Rechte habe „sehr unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen“. Bis zum Ende des Stücks sei offen gelassen worden, ob auf der Bühne „echte“ rechte junge Männer oder Schauspieler gestanden haben.

Degots Highlights: Friedensgespräch und sowjetische Operette

Bei den Diskursformaten sei ihr, Degot, das „Friedensgespräch“ zwischen dem Autor Ilija Trojanow und dem Bundesheer-Brigadier Philip Eder „höchst interessant“ erschienen. Der erste General auf einem Paneel, „und beide supertop und liberal, sie verstanden sich in vielen Positionen“, schwärmte die Intendantin. „Mein persönliches Highlight war die konzertante Operette ‚Moskau, Tscherjomuschki‘, aus den 1960ern in der Zeit des kurzen Liberalismus“ der Sowjetunion, verriet sie.

Einzelne Formate noch bis Sonntag

Warum der steirische herbst wichtig sei, dazu lieferte Degot einige Stichworte. Denkfreiheit, Denkkomplexität, kritischen Stimmen Plattformen zu geben, die anderswo gecancelt würden, bezog sich Degot auch auf die Formate, die sich mit Nahost, Gaza und Israel befassten. Ein weiterer Punkt sei die „Unabhängigkeit“. Die von mancher Seite vorgetragene Forderung nach etwa mehr Ausbalancierung sei für sie ein Kontrollversuch. Ein Versuch, den herbst weniger ernsthaft und gefälliger unterhaltsam zu machen. Hier sage sie: „No pasaran!“

Steirischer herbst endet mit Blick auf Frieden im Nahen Osten

Als Ausblick nannte Degot noch die Möglichkeit, BAU bis Sonntag zu sehen, sowie am Sonntag an „Between the River and the Sea“ des israelisch-palästinensischen Schauspielers Yousef Sweid teilzunehmen. Bemerkenswert übrigens: Der herbst mit einem deutlichen Schwerpunkt zum Gaza-Krieg begann Mitte September, als dort noch Kämpfe tobten. Zu Ende geht der herbst in einer Zeit, in der erstmals seit langem eine Chance auf Frieden besteht.

Steirischer herbst 2025 mit 4,46 Millionen Euro Budget

Der steirische herbst hatte für heuer ein Budget von rund 4,46 Mio. Euro, die überwiegende Zahl der Veranstaltungen ist bei freiem Eintritt zu sehen gewesen. Das Festival 2026 wird von 24. September bis 18. Oktober stattfinden. Über Auslastungszahlen konnte noch nichts gesagt werden. (APA/red. 10.10.2025)

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