Baustelle in Mariatrost wird zur Geduldsprobe für Anrainer und Pendler
Seit der Sperre der Hilmteichstraße stadteinwärts herrscht in Mariatrost und entlang der Heinrichstraße dichter Verkehr. Anrainer und Pendler berichten von langen Staus und Verzögerungen. Nun meldet sich auch die Politik zu Wort.
Im Grazer Stadtteil Mariatrost und entlang der Heinrichstraße geht derzeit anscheinend nur wenig weiter. Grund dafür ist die stadteinwärts gerichtete Sperre der Hilmteichstraße. Schon seit Wochenbeginn soll es zu Verkehrsbehinderungen in diesem Bereich kommen. Am Dienstagmorgen lagen die Zeitverluste laut Beobachtungen bei über 45 Minuten, der Rückstau reichte bis zur Volksschule Mariatrost. Auch am Montag stand der Verkehr zeitweise bis zur Liebiggasse. Sogar öffentliche Verkehrsmittel sollen laut Grazer Volkspartei betroffen sein: Busse und der Schienenersatzverkehr für die Straßenbahnlinie 1 stecken regelmäßig im Stau fest. Viele Pendler sprechen von einer Geduldsprobe.
Volkspartei kritisiert Baustellenmanagement
Die Grazer Volkspartei (VP) zeigt sich über die aktuelle Situation verärgert. VP-Obmann Kurt Hohensinner bezeichnet die Verkehrslage als Beispiel für „eine falsche Verkehrspolitik“ und meinte: „Wieder Baustelle, wieder Stau, wieder Chaos – wieder nichts gelernt.“ Er fordert ein Umdenken beim Baustellenmanagement der Stadt. Laut Hohensinner würden Projekte immer wieder „ohne ausreichende Planung und ohne Rücksicht auf die Betroffenen“ umgesetzt. Als Beispiele nannte er frühere Baustellen, wie beispielsweise in der Marburger Straße oder in der Schönaugasse.
Kritik auch aus dem Bezirk Mariatrost
Auch aus dem Bezirk Mariatrost kommt Kritik. Bezirksvorsteher Erwin Wurzinger erinnert daran, dass bereits im Frühling bei einer Bürgerinformation auf mögliche Verkehrsprobleme hingewiesen wurde. Diese Bedenken seien jedoch nicht berücksichtigt worden. „Das ist respektlos und zeigt, welchen Stellenwert die Außenbezirke für die Stadtregierung haben“, so Wurzinger. Besonders problematisch sei laut dem Bezirksvorsteher die neue Ampelanlage an der Kreuzung Heinrichstraße/Panoramagasse: „Diese Ampel sorgt nicht für besseren Verkehrsfluss, sondern für zusätzlichen Stau.“
Öffentlicher Verkehr ebenfalls betroffen
Auch der öffentliche Verkehr leidet unter der Situation. Regionallinien aus Weiz und St. Radegund sowie der Schienenersatzverkehr stehen im Rückstau. Fahrgäste berichten von langen Wartezeiten, überfüllten Haltestellen und fehlenden Unterständen. Laut der VP müsse der öffentliche Verkehr attraktiver und verlässlicher werden. „Gerade bei den Öffis braucht es mehr Qualität, nicht das Gegenteil“, so Hohensinner. „Stadtpolitik muss zuhören, statt zu belehren“, sagt Hohensinner. Eine umfassende Evaluierung der Verkehrsführung sei notwendig, um die Situation für Anrainer, Pendler und Öffi-Nutzer zu verbessern.
Die Volkspartei fordert nun konkrete Maßnahmen:
- Abschaltung der Ampel an der Kreuzung Panoramagasse/Heinrichstraße
- Anpassung der Ampelsteuerung an der Mariagrüner Kreuzung
- Überarbeitung des gesamten Verkehrskonzepts unter Einbindung des Bezirks und der Bevölkerung
SPÖ Mariatrost: Ausbau wichtig, aber Verbesserungen nötig
Auch die SPÖ Mariatrost hat sich inzwischen zur Situation geäußert. In einer Presseaussendung betont Bezirksverantwortlicher Alexander Walentin, dass die Partei hinter der Errichtung des Speicherkanals und dem zweigleisigen Ausbau der Straßenbahnlinie 1 stehe. Das Projekt sei „ein bedeutender Schritt in Richtung moderner, leistungsfähiger und umweltfreundlicher Mobilität in Graz“. Gleichzeitig zeigt sich die SPÖ besorgt über den aktuellen Ablauf des Ersatzverkehrs: „Der Stau ist stellenweise enorm und führt zu erheblichen Wartezeiten. Die Fahrt mit dem Ersatzbus von der Endhaltestelle Mariatrost bis zum Hilmteich dauerte heute früh bis zu 45 Minuten – eine unzumutbare Dauer für Öffi-Nutzer:innen und alle anderen Verkehrsteilnehmer.“ „Wir wollen den Ausbau – aber wir wollen, dass er so umgesetzt wird, dass die Menschen in Mariatrost nicht über zweieinhalb Jahre unter untragbaren Verkehrsbedingungen leiden müssen“, betont Walentin.
Auch die Koordination der Busverbindungen müsse dringend verbessert werden. Die SPÖ fordert daher:
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- bessere Abstimmung der Ersatzverkehre,
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- optimierte Ampelschaltungen zur Verringerung der Staus,
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- und eine rasche Prüfung weiterer Maßnahmen zur Entlastung.