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/ ©SPÖ Graz
Bild auf 5min.at zeigt eine Frau.
Doris Kampus steigt offiziell als Chefin der Grazer SPÖ in den Gemeinderatswahlkampf ein.

SPÖ-Parteitag bringt Doris Kampus nur 73 Prozent Zuspruch

Die Grazer SPÖ startet mit Spitzenkandidatin Doris Kampus und einem runderneuerten Team in den Wahlkampf 2026. Doch der personelle Neustart sorgt für Spannungen: Rücktritte, Kritik und ein Parteitag mit nur 73 Prozent Zustimmung.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
2 Minuten Lesezeit(353 Wörter)

Erst im Oktober diesen Jahres hat SPÖ-Spitzenkandidatin Doris Kampus ihr Team für die Grazer Gemeinderatswahl 2026 vorgestellt und damit kräftig Staub aufgewirbelt. Die neue SPÖ-Gemeinderatsliste, über die 5 Minuten berichtet hat, sollte eigentlich Aufbruchsstimmung bringen. Stattdessen löste sie Rücktritte, Kritik und hitzige Debatten innerhalb der Partei aus.

Neuer Stil, viele neue Gesichter

Mit ihrer Liste setzt Kampus auf einen personellen Neuanfang. Neben ihr stehen Klubobfrau Daniela Schlüsselberger und Patrick Trabi, ein langjähriger Wegbegleiter, auf den vorderen Plätzen. Dahinter folgen Betriebsrat Gerald Schobegger und Edith Fuchsbichler von der Arbeiterkammer. Für Diskussion sorgt der sechste Platz, ein sogenanntes „Kampfmandat“, bei dem die Vorzugsstimmen entscheiden. Dort kandidiert Alen Plavotic, Vorsitzender der Jungen Generation Graz. Der Neustart kommt nicht bei allen gut an: Kein Mitglied des bisherigen Gemeinderatsklubs, außer Schlüsselberger, ist auf den vorderen Rängen zu finden. Besonders betroffen sind Anna Robosch, Manuel Lenartitsch und Arsim Gjergjj. Robosch erklärte, sie werde diesmal nicht mehr kandidieren, die Partei aber weiter unterstützen. Arsim Gjergji, bekannter Wirt aus der Innenstadt, legte sogar alle Parteifunktionen zurück. Er fühlt sich von der Parteiführung übergangen und sieht seine politische Zukunft in der SPÖ als beendet.

Parteitag bringt Kampus nur bedingt Rückhalt

Beim Stadtparteitag wollte Kampus jetzt Geschlossenheit zeigen, doch das Ergebnis fiel ernüchternd aus: Nur 73 Prozent der Delegierten stimmten für ihren Kurs. Vor allem junge Linke aus SJ und VSStÖ übten scharfe Kritik und warfen der Parteiführung vor, die soziale Linie zu verwässern. Im Umfeld von Kampus sieht man das schwache Ergebnis als Folge persönlicher Spannungen. Dass die neue Chefin drei der vier bisherigen Mandatare auf nicht mehr wählbare Listenplätze gesetzt hat, habe das Ergebnis beeinflusst.

Fokus auf Gesundheit, Pflege und Bildung

Trotz allem bleibt Kampus thematisch klar: Die SPÖ Graz will sich auf Gesundheit, Pflege und Bildung konzentrieren. Jeder Grazer Bezirk soll künftig ein eigenes Ärztezentrum bekommen, ein Ausbau von derzeit acht auf siebzehn. Auch die Anstellung pflegender Angehöriger soll ausgeweitet werden, um die Pflegeversorgung langfristig zu sichern.

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