Kampf gegen Wohnungslosigkeit: Stadt Graz modernisiert nun Sozialhäuser
Zwei Adressen in Graz stehen seit Jahrzehnten für Hilfe, Stabilität und neue Perspektiven: das Männer-Wohnhaus in der Rankengasse und das Frauen-Wohnhaus in der Hüttenbrennergasse, beide wurden nun saniert.
Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten, die mit Unterstützung von Bundesmitteln durchgeführt wurden, präsentieren sich die Häuser nun in neuem Glanz, mit deutlich verbesserter Wohnqualität und moderner Betreuung.
Unterstützung in schwierigen Lebenslagen
Bei einer Pressekonferenz stellten Bürgermeisterin Elke Kahr, Sozialamtsleiterin Andrea Fink und Mitarbeiter der Häuser die Ergebnisse vor. Ziel beider Einrichtungen sei es, Menschen in Krisensituationen auf ihrem Weg zurück in ein selbstständiges Leben zu begleiten. Dabei gehe es nicht nur um Unterkunft, sondern auch um Stabilität, Sicherheit und soziale Unterstützung. Das Männerwohnhaus bietet derzeit Platz für rund 40 Personen. Seit den 1980er-Jahren wurde die Betreuungsarbeit stetig ausgebaut, große Schlafsäle durch kleinere Einheiten ersetzt und das Haus mehrfach saniert. 2025 folgte die thermische Sanierung, inklusive Fenstertausch, Fassadenerneuerung und Gestaltung des Innenhofs, ein sehr wichtiger Schritt in Richtung Energieeffizienz und Wohlfühlklima. Das Frauenwohnhaus wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls laufend modernisiert. Heute finden hier 68 Frauen und bis zu 20 Kinder in 16 Wohneinheiten ein Zuhause. Besonders wichtig sind die Mutter-Kind-Bereiche, die auf die Bedürfnisse junger Familien abgestimmt sind. Neue Küchen, barrierefreie Bäder, WLAN, ein neugestalteter Spielraum für die Kleinen und helle Gemeinschaftsbereiche sorgen für ein modernes, warmes Wohnumfeld. Auch hier wurde 2025 eine umfassende thermische Sanierung abgeschlossen.
Geschichte mit Herz und Verantwortung
Der Ursprung der beiden Häuser reicht weit zurück: 1895 legte eine Spende der Grazerin Julie von Benedek den Grundstein für das Männerwohnhaus in der Rankengasse. 1903 folgte der Bau des Hauses durch den Verein der „Grazer Wärmestube und des Asyls für Obdachlose“. 1928 entstand in der Hüttenbrennergasse ein weiteres Gebäude, das bis heute Frauen und Müttern mit Kindern ein sicheres Zuhause bietet. Heute stehen die beiden Einrichtungen für moderne Sozialarbeit auf mehreren Ebenen: von Krisenintervention über psychologische Beratung bis zu medizinischer Unterstützung. Diplomierte Pflegekräfte, Sozialarbeiter und Psychologen begleiten die Bewohner im Alltag und helfen beim Neustart in eine eigene Wohnung oder betreute Wohnform.