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Bild auf 5min.at zeigt die Pressekonferenz zur Stefanie P
Bei der Pressekonferenz am Sonntag, 30. November 2025 wurden weitere Details bekannt gegeben.

Ex-Freund brachte Stefanie P. im Koffer nach Slowenien – neue Details

Die Polizei präsentiert neue Details zum Fall der Grazerin Stefanie P. (31). Der geständige Ex-Freund brachte die Leiche im Koffer nach Slowenien. Der Wagenbrand sollte Spuren vernichten.

von Nadia Alina Gressl Bild auf 5min.at zeigt Nadia Alina Gressl
5 Minuten Lesezeit(1076 Wörter)
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Bereits gestern (29. November 2025) zeichnete sich das traurige Bild ab: Die seit 23. November vermisste 31-jährige Grazerin wurde in Slowenien tot aufgefunden – dies wurde auf Anfrage von 5 Minuten, von Pressesprecher Fritz Grundnig der Landespolizeidirektion Steiermark, bestätigt. Es ist das Ende eines Vermisstenfalls, der sich innerhalb weniger Tage zu einem Kriminalfall voller Tragik verdichtete und weit über die Grenzen der Stadt hinaus Menschen berührte. „Der 31-jährige Verdächtige ist nunmehr geständig“, hieß es gestern in einer Aussendung der Landespolizeidirektion Steiermark. Wie mehrere Medien berichten, soll der 31-Jährige seine Ex-Freundin erwürgt, in einen Koffer verpackt und in einem Wald in seinem Heimatland vergraben haben. Die Polizei konnte dies gegenüber 5 Minuten am Samstag jedoch nicht bestätigt. Nun, einen Tag nach der tragischen Bestätigung ihres Todes, hat die Landespolizeidirektion Steiermark am Sonntagvormittag bei einer Pressekonferenz neue Details präsentiert.

Präsentierte Ermittlungsdetails:

Als Gesprächspartner vor Ort waren Markus Haas (stellvertretender Leiter der LPD Steiermark), Gerald Ortner (Landespolizeidirektor Steiermark), Stanko Vidovic (Leiter der Polizei Maribor) und Christian Kroschl (Staatsanwalt). „Die 31-jährige Grazerin wurde gestern in Slowenien gefunden. Eine solche Tat macht uns fassungslos“, so startet Ortner die Pressekonferenz. „Der Tatverdächtige hat gestern die Tat gestanden. Die 31-Jährige konnte so aufgefunden werden“. Die enge Zusammenarbeit mit der slowenischen Polizei habe gut geklappt, berichtet der Landespolizeidirektor der Steiermark weiter.

Ex-Freund wurde bei Wohnung aufgefunden

Haas berichtet gegenüber den Medien: „Derzeit laufen noch Ermittlungen. Am 23. November hat ein guter Freund Anzeige erstattet, weil sie einen Termin nicht wahrnahm“. Beim Eintreffen der Polizeistreife (am Sonntag, 18.30 Uhr) wurde der Tatverdächtige an der Wohnung der Vermissten aufgefunden, heißt es weiter vom stellvertretenden Leiter der LPD Steiermark. „Es wurden geringfügige Blutspuren am Türstock entdeckt. Andere Hinweise, die auf ein Gewaltdelikt hindeuten, sind nicht gefunden worden“. Der Verdächtige hat angegeben, keine Informationen zum Aufenthalt der Vermissten zu haben. Laut eigenen Angaben hatte er den Schlüssel zur Wohnung, weil er oft auf ihren Hund aufpasste. Ihr Handy wurde in Eggenberg gefunden, berichtet Haas bei der Pressekonferenz weiter. Der Ex-Freund rückte immer mehr im Fokus der Ermittlungen. Eine Zeugin soll ihn mit einer Art Plane oder Teppich gesehen habe. Er konnte dann von der Polizei nicht mehr aufgefunden werden. Das Handy vom Tatverdächtigen konnte bei der Mutter sichergestellt werden. Der Tatverdächtige soll auch nach Slowenien und wenige Stunden später wieder nach Österreich zurückgefahren sein. Das Auto und der Verdächtige konnten beim Parkplatz des Casino Mondi in Slowenien aufgefunden und festgenommen werden. Der Brand des Autos war offensichtlich zur Vernichtung von Spuren und Beweismittel, so Haas. Deshalb wurde ein europäischer Haftbefehl erteilt.

Wagenbrand sollte Spuren verwischen

Es verhärtete sich der Verdacht, dass die beiden Familienangehörigen des Tatverdächtigen in der Nacht von 23. auf 24. November an der Tat beteiligt waren. Der Ex-Freund lebte nach Trennung von Stefanie bei seiner Mutter, wo auch sein Handy gefunden wurde. Er leugnete zuerst die Tat und war zu einem späteren Zeitpunkt dann zum Tötungsdelikt geständig. Bereits am 23. November brachte er die Leiche von Stefanie P. im Koffer im Auto nach Slowenien. Später gab er den genauen Ort bekannt: ein Wald in Slowenien. Die Polizei fand so die Leichte der Vermissten, berichtet der stellvertretende Leiter der LPD Steiermark. „Am Montagabend wurden wir über einen brennenden PKW informiert. In der Nähe wurde der Besitzer aufgefunden. Es wurde festgestellt, dass der Verdächtige den Wagen selber in Brand gesetzt hat, um Spuren zu vernichten, berichtet Vidović. Der Verdächtige wurde festgenommen und am Dienstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt, der über die Auslieferung nach Österreich entschied. Es konnte festgestellt werden das Stefanie durch Gewalt starb. Die genaue Todesursache ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

Doch wie geht es mit den Ermittlungen weiter?

Die Leiche des Opfers kommt zur Obduktion nach Graz. Eine Obduktion soll nähere Informationen zur Todesursache liefern. Auch die Aussagen des Tatverdächtigen sollen so überprüft werden, so Koschl. Ob Stefanie P. erwürgt wurde, ist aktuell unklar. Sicher ist: Ein laustarker Streit wurde gegen 8 Uhr am Morgen vernommen. Die Polizei wurde jedoch nicht alarmiert. Wie genau es zu der Bluttat kam, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. „Er hat Angaben gemacht, diese müssen geprüft werden“, so weiter. Auch das Motiv ist weiterhin ungeklärt.

Stiefvater und Bruder in U-Haft

Über Stiefvater und Bruder wurde aufgrund von Verdunklungsgefahr die U-Haft verhängt. Es besteht der Verdacht, dass sie an der Vertuschung beteiligt waren, aber nicht am Mord. Eine U-Haft wird verhängt, wenn davon ausgegangen wird, dass es Absprachen gab. Die Verdächtigen könnten sonst Beweismaterial vernichten und manipulieren, wird bei der Pressekonferenz erklärt. Nachdem sie aber nicht am Tötungsdelikt selbst beteiligt gewesen sein sollen, gab es keinen Haftgrund mehr, weshalb sie wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wurden. Der Ex-Freund von Stefanie befindet sich weiterhin in Haft. Wie hoch könnte die Strafe bei einer Verurteilung ausfallen? Sollte es zu einer Anklage kommen, dann wird ein Verfahren im Landesgericht für Strafsachen in Graz stattfinden. „Wenn wir von dem Delikt des Mordes ausgehen, ist mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren bzw. lebenslang zu rechnen“, heißt es bei der Pressekonferenz.

Trauer um einen warmherzigen, offenen und liebevollen Menschen

Neben der Ermittlungen bleibt die Erinnerung an einen Menschen, der vielen viel bedeutete und dessen plötzliches Fehlen eine tiefe Wunde in der ganzen Stadt hinterlässt. Freunde beschreiben Stefanie als warmherzig, offen, liebevoll und beruflich makellos professionell. Ein Freund von Stefanie P., die liebevoll von Freunden und Familie „Stefi“ oder „Fanni“ genannt wurde, gegenüber 5 Minuten: „Sie war ein Mensch, der Räume heller machte. Jeder mochte sie.“ Eine Freundin, die anonym bleiben möchte, erinnert sich an die enge Beziehung zu ihrem Hund: „Sie hätte niemals Marlow allein gelassen.“ Auf Social Media posiert Stefanie oft mit ihm, lachend, entspannt, glücklich. Selbst die Fußmatte vor ihrer Wohnungstür zeigt den Golden Retriever. In ihrer Heimatstadt Graz steht die Zeit still, viele haben bis zum Schluss auf einen anderen Ausgang gehofft. Auch für Einsatzkräfte, die seit Sonntag im Dauereinsatz standen, endet dieser Fall mit tiefer Betroffenheit. Die Nachricht löste auch Trauer in sozialen Netzwerken aus. Zahlreiche Menschen drückten ihre Anteilnahme aus, darunter auch Influencer und Journalisten. Hier mehr dazu: Graz trauert um Stefanie P.: „Als ob die Welt still stehen würde…“

Chronologie der Ereignisse

  • Sonntag, 23. November 2025: Gegen 14 Uhr hätte die 31-Jährige einen Auftrag in der Innenstadt gehabt, aufgrund Nichterscheinens hielt eine Arbeitskollegin gegen 14 Uhr Nachschau an ihrer Wohnadresse, welche negativ verlief. Gegen 18.30 Uhr hielt die Arbeitskollegin abermals Nachschau an der Wohnadresse – abermals negativ – sprach aber mit einer Nachbarin. Diese merkte an, dass der Hund wie wild bellen würde. Die Arbeitskollegin kontaktierte den Ex-Freund und Verdächtigen, damit sich dieser um den Hund kümmere. Gegen 18.30 Uhr verständigte die Arbeitskollegin die Polizei und erstattete Abgängigkeitsanzeige. Eine Polizeistreife begab sich anschließend an die Wohnadresse. Dort trafen die Polizisten auf den nunmehr Verdächtigen. Dieser gab glaubhaft an, dass er den Aufenthaltsort der Vermissten nicht kenne und er sich nur um den Hund kümmere. Die Beamten stellten in der Wohnung zwar rudimentäre leichte Blutanhaftungen an einem Türstock, jedoch sonst keine Hinweise auf eine Gewalttat fest. Ermittlungen im Umfeld der Abgängigen ergaben erst danach den Verdacht, dass ihr 31-jähriger Ex-Freund mit dem Verschwinden im Zusammenhang steht. Der Verdächtige war ab diesem Zeitpunkt für die Polizei nicht mehr erreichbar. Die nunmehr festgestellten Indizien verdichteten den Verdacht gegen den 31-Jährigen. Weitere Erhebungen ergaben, dass der 31-jährige, seit Jahren in Österreich lebende, slowenische Staatsbürger am Sonntag bzw. Montag mehrmals mit seinem Pkw nach Slowenien aus- und eingereist war.
  • Montag, 24. November 2025: Die slowenische Polizei teilt mit, dass es in unmittelbarer Grenznähe zu einem Brand eines österreichischen Pkw gekommen sei. Der Besitzer des Pkw wurde in unmittelbarer Nähe angetroffen und festgenommen. Es handelte sich um den 31-jährigen Verdächtigen. Ein Europäischer Haftbefehl wurde erlassen und eine Auslieferung des Verdächtigen nach Österreich beantragt.
  • Dienstag, 25. November 2025: Aufgrund von Erkenntnissen der weiteren Erhebungen wurde bei den slowenischen Behörden eine Suchaktion in einem Waldgebiet südlich von Maribor veranlasst. Es gibt familiäre Nahebeziehungen des Verdächtigen zu diesem Waldgebiet.
  • Mittwoch, 26. November 2025: Die Suchaktion in Slowenien wurde ohne weitere Erkenntnisse durchgeführt. Für die Ermittler des Landeskriminalamts ergaben sich Hinweise, dass möglicherweise weitere Personen aus dem familiären Umfeld des Verdächtigen mit dem Verschwinden der 31-Jährigen im Zusammenhang stehen könnten. Zwei Männer wurden in Graz festgenommen und eine Einvernahme erfolgte. Zahlreiche Hinweise zur Person der 31-Jährigen langten ein und mussten von den Ermittlern abgearbeitet werden. Eine Spurensicherung am ausgebrannten Pkw des Verdächtigen ergab keine Hinweise auf den Verbleib der 31-Jährigen.
  • Donnerstag, 27. November 2025: In Slowenien wurde von der dortigen Polizei weitergesucht – auch diesmal ohne weitere Erkenntnisse. Bei der Einvernahme der zwei festgenommenen Personen machten diese keine Angaben zum Fall. Die Staatsanwaltschaft stellte einen Haftantrag – die Personen wurden in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.
  • Freitag, 28. November 2025: Gegen Mittag wurde der Verdächtige tatsächlich nach Österreich ausgeliefert und nach Graz gebracht. Die Einvernahmen starteten.
  • Samstag, 29. November 2025: Nach stundenlangen Einvernahmen gestand der Verdächtige die Tat und gab Hinweise, wo die Polizei nach der Vermissten suchen solle. Die slowenische Polizei nahm daraufhin eine konzentrierte Suche an diesem Ort vor und fand tatsächlich einen in einem Wald vergrabenen Koffer. Im Koffer fanden sie die Leiche der 31-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft Graz stellte einen Antrag auf Überführung des Leichnams nach Graz, damit die Gerichtsmedizin eine Obduktion zur Feststellung der Todesursache durchführen kann. Dies wird in den nächsten Tagen erfolgen. Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Graz wurden die zwei weiteren Verdächtigen aus dem familiären Umfeld des Hauptverdächtigen nach gerichtlicher Prüfung aus der Haft entlassen, da durch das Geständnis des 31-Jährigen und durch das Auffinden der Leiche der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr weggefallen sei.
Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 30.11.2025 um 13:10 Uhr aktualisiert
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