
„Who is Who“ der Branche: Graz wird zur Batteriehauptstadt Europas
Graz steht seit Dienstag, dem 2. Dezember, im Zentrum der europäischen Batterieforschung. Rund 1.600 Fachleute aus Wissenschaft und Industrie diskutieren bei den Battery Innovation Days über die Zukunft der E-Mobilität.
Etwa 600 Experten vor Ort und weitere 1.000 online beschäftigen sich mit der Frage, wie E-Auto-Batterien leistungsstärker, langlebiger und schneller aufladbar werden können. Für die steirische Wirtschaftsförderung SFG ist der Kongress ein Meilenstein. SFG-Chef Christoph Ludwig, wie aus einem Bericht des ORF: „Graz ist in diesen Tagen Europas Hauptstadt der Batterietechnologie.“ Bei den Ladezeiten zeigen neue Entwicklungen bereits enorme Fortschritte. Moderne Systeme mit 800-Volt-Technologie bringen Elektroautos in Rekordzeit wieder auf die Straße. AVL-Batterieforschungsleiter Paul Schiffbänker erklärt: „Heute laden wir in weniger als fünf Minuten 300 bis 400 Kilometer Reichweite. Das kommt dem klassischen Tankvorgang immer näher.“
Große Chancen, aber auch große Baustellen
Trotz der schnellen Entwicklung bleibt laut Schiffbänker noch viel zu tun: „Wir sind nicht am Ende. Die Reichweite bricht im Winter ein, die Materialien haben Grenzen, hier liegt enormes Innovationspotenzial.“ Besonders im Fokus: Feststoffbatterien, die mehr Energie auf kleinerem Raum speichern können. Noch fehlen Produktionskapazitäten, doch viele sehen darin den nächsten großen Technologiesprung.
Graz als Drehscheibe für neue Kooperationen
Für Standortmanager Christoph Ludwig bietet der Kongress weit mehr als wissenschaftlichen Austausch: „Ich bin überzeugt, dass hier neue Partnerschaften entstehen, vielleicht sogar Joint Ventures oder große Projekte in Graz.“ Erste Gespräche seien bereits vielversprechend verlaufen. Für die Steiermark, die mit Unternehmen wie AVL, SFL, Magna und zahlreichen Start-ups als Zentrum der europäischen Mobilitätsforschung gilt, könnte der Kongress ein strategischer Impuls für zukünftige Investitionen sein.