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Foto auf 5min.at zeigt ein Rendering.
In der Steyrergasse wird ab Mitte 2026 eines der größten Umweltprojekte der Stadt umgesetzt.

Sanierung in der Steyrergasse startet Mitte 2026

In Graz beginnt Mitte 2026 die große „Hotspot“-Sanierung in der Steyrergasse. Unter laufendem Betrieb wird belastetes Erdreich entfernt - ein zentrales Projekt für Umwelt, Öffis und die neue Remise.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(455 Wörter)

In der Steyrergasse wird ab Mitte 2026 eines der größten Umweltprojekte der Stadt umgesetzt. Auf rund 2.700 Quadratmetern liegt ein sogenannter „Hotspot“, in dem sich rund die Hälfte der Schadstoffe befindet. Dieser Bereich wird bis zum Grundwasser, etwa sieben bis acht Meter tief, ausgehoben. Die Holding Graz saniert im Anschluss das restliche Areal von rund 14.000 Quadratmetern nach demselben Prinzip. Die Kosten für den Hotspot liegen bei rund zehn Millionen Euro. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) sagt: „Die Altlastensanierung ist ein notwendiger Schritt – für die Umwelt, für die Gesundheit und für alle, die hier leben.“ Gleichzeitig betont sie, wie belastend die Baustelle für Anrainer:innen sein wird, und verspricht transparente Information und Unterstützung.

Warum die Sanierung so herausfordernd ist

BALSA-Geschäftsführer Michael Zorzi spricht offen über die Dimension des Projekts. „Dieses Projekt stellt eine große technische und logistische Herausforderung dar. Es gilt immerhin, die Maßnahmen bei laufendem Betrieb durchzuführen sowie die Versorgungsleitungen nicht zu beeinträchtigen.“ Die Schadstoffe liegen in unterschiedlichen Tiefen, daher müssen Geologie und Schadstoffmenge genau berücksichtigt werden. Ziel ist es, hochbelastete Bereiche vollständig zu entfernen, damit nichts in tiefere, wasserführende Schichten gelangt.

Grundlage für die neue Remise

Die Sanierung ist der erste Schritt für das Großprojekt „Maintenance Graz Linien“. Beteiligungsstadtrat Manfred Eber (KPÖ) betont: „Die Hotspot-Sanierung in der Steyrergasse ist eine entscheidende Voraussetzung, um unser neues Herzstück des öffentlichen Verkehrs in Graz, die neue Remise, realisieren zu können.“ Geplant sind 25 Abstellplätze für lange Bim-Garnituren, der Ausbau der bestehenden Hauptwerkstätte, neue Büros und eine Tiefgarage. Am begrünten Dach wird eine Photovoltaikanlage mit rund 5.500 Quadratmetern Fläche installiert. Holding-Graz-CEO Wolfgang Malik spricht von einem „strategischen Kombinationsprojekt“, das Umwelt, Mobilität und Stadtentwicklung verbindet. Die Vorbereitungen laufen bereits, während Remise und Werkstätte weiterbetrieben werden müssen.

Mehr Platz für ein wachsendes Öffi-Netz

Der Druck auf das Straßenbahnnetz steigt seit Jahren. Vorstand Mark Perz erklärt: „Aufgrund der seit Jahren steigenden Zahl der Öffi-Nutzer, des beständigen Zuzugs und den Änderungen im Mobilitätsverhalten ist das Großprojekt in der Steyrergasse gerade für die Aufrechterhaltung des Betriebs … unumgänglich.“ Derzeit zählen 85 Straßenbahnen zum Fuhrpark, 66 davon fahren zu Spitzenzeiten gleichzeitig. Mit den 15 neuen Flexity-Bims erhöht sich die Kapazität um rund 30 Prozent – dafür braucht es moderne Wartungs- und Abstellflächen.

Lange Vorgeschichte

Die Belastung des Bodens geht auf das Jahr 1945 zurück, als das Stadtgaswerk durch Bomben zerstört wurde. Teerprodukte gelangten in den Untergrund. Trotz mehrerer Sanierungen wurden 1999/2000 und 2010 erneut Verunreinigungen entdeckt. Ab 2014 führte BALSA detaillierte Untersuchungen durch, die schließlich zum heutigen Sanierungskonzept führten.

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