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/ ©Pexels / Khunkorn Laowisit
Ein Bild auf 5min.at zeigt einen Auto-Auspuff.
Die Tempo-100-Regel habe laut Vizebürgermeisterin Judith Schwentner nachweislich zu weniger Feinstaub geführt. Dass sie nun wegfalle, bezeichnet sie als „unverständlich und gesundheitspolitisch fahrlässig“.

Graz als trauriger Rekordhalter: Feinstaubalarm sorgt wieder für Kritik

Graz kämpft aktuell mit der höchsten Feinstaubbelastung Österreichs. Ärzte warnen bereits vor Aufenthalten im Freien. Während die Werte steigen, wächst der Druck auf die Politik: Die Stadt fordert ein rasches Gegensteuern.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
2 Minuten Lesezeit(403 Wörter)

Graz erstickt sprichwörtlich im Staub. Seit Tagen liegt ein grauer Schleier über dem Grazer Becken, die Messstellen schlagen Alarm und die Landeshauptstadt führt die österreichweiten Feinstaubwerte einmal mehr deutlich an. Was für viele nur ein trüber Wintertag ist, wird für Menschen mit Vorerkrankungen, Senioren und Kinder schnell zur Gesundheitsgefahr. Mediziner raten inzwischen dazu, Aufenthalte im Freien möglichst zu vermeiden. Für eine Stadt, die seit Jahren gegen schlechte Luft kämpft, ist das ein bitteres Déjà-vu.

Schwentner kritisiert Land: „Schutzmaßnahme ohne Not abgeschafft“

Mitten im Feinstaub-Höchststand meldet sich Vizebürgermeisterin Judith Schwentner zu Wort und spart nicht mit Kritik. Die Abschaffung des IG-Luft-100ers auf den Autobahnen rund um Graz sei aus ihrer Sicht ein Fehler mit Ansage. „Wenn Ärzte abraten, ins Freie zu gehen, dann müssen wir Belastungen reduzieren, nicht funktionierende Maßnahmen streichen“, sagt Schwentner. Die Tempo-100-Regel habe nachweislich zu weniger Feinstaub geführt. Dass sie nun wegfalle, bezeichnet sie als „unverständlich und gesundheitspolitisch fahrlässig“.

Das Bild auf 5min.at zeigt Vizebürgermeisterin Judith Schwentner bei einer Pressekonferenz zum Thema "Mehrweg ist ein Grazer Erfolgsweg".
©Foto Fischer
Vizebürgermeisterin Schwentner warnt: „Es geht hier nicht um Symbolpolitik. Es geht um Kinder, um ältere Menschen, um Menschen mit Vorerkrankungen.“

Graz hat schon viel getan, doch entlasten kann die Stadt nicht allein

Die Entwicklungen verdeutlichen für Schwentner: „Unser Mobilitätsplan MP 2040 ist kein ideologisches Projekt, sondern eine gesundheitspolitische Notwendigkeit. Wenn ein großer Teil der Feinstaubbelastung aus Brems-, Reifen- und Straßenabrieb entsteht, dann bedeutet weniger Autoverkehr ganz konkret bessere Luft. Nicht nur deshalb wollen wir, dass bis 2040 achtzig Prozent der Wege in Graz umweltfreundlich zurückgelegt werden. Vor diesem Hintergrund sind Pläne wie der Ausbau der A9 oder eine zusätzliche Autobahnabfahrt in Hart völlig kontraproduktiv – sie würden Graz mit noch mehr Verkehr belasten, obwohl wir jetzt jede Entlastung brauchen.“ Die Vizebürgermeisterin mahnt dabei einen breiteren Blick ein: „Es geht hier nicht um Symbolpolitik. Es geht um Kinder, um ältere Menschen, um Menschen mit Vorerkrankungen. Ihre Gesundheit darf kein Nebenthema sein – schon gar nicht in einer Phase, in der die Grenzwerte 2030 deutlich strenger werden.“ Schwentner erwartet sich vom Land eine klare Kurskorrektur: „Wir brauchen Transparenz bei der Luftgüte und ein Maßnahmenpaket, das seinen Namen verdient. Dazu gehört auch, die Abschaffung des Luft-100ers zu überdenken, bevor wir uns sehenden Auges in die nächsten Überschreitungen bewegen.“ Graz werde weiter alles tun, um die Luftqualität nachhaltig zu verbessern – „aber ohne die Unterstützung des Landes bleibt ein entscheidender Teil des Problems ungelöst.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 08.12.2025 um 17:58 Uhr aktualisiert
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