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/ ©Uni Graz/Tzivanopoulos
Foto auf 5min.at zeigt zwei Frauen in die Kamera lächeln.
Was täglich auf deine Haut kommt, landet am Ende in der Natur und kann dort Ameisen schaden.

Studie aus Graz: Kosmetika schaden Ameisen in der Umwelt

Was du dir täglich auf die Haut schmierst, kann Ameisen schaden: Forschende der Uni Graz zeigen, dass Titandioxid aus Kosmetika in der Umwelt landet und gemeinsam mit Glyphosat gefährlich wird.

von Julia Waldhauser Teamfoto von 5min.at: Julia Waldhauser ist für die Online-Redaktion Graz tätig.
2 Minuten Lesezeit(336 Wörter)

Titandioxid ist ein Stoff, der in vielen Alltagsprodukten steckt – etwa in Sonnencremes, Lotionen, Zahnpasta oder auch in Lacken. Laut Forschende der Universität Graz gelangt die Substanz immer häufiger als Nanopartikel in die Umwelt. Der Weg dorthin führt über Abwasser oder nicht korrekt entsorgten Müll. „Vor allem in den vergangenen Jahren sind große Mengen an Titandioxid (TiO2) und Glyphosat in die Umwelt gelangt“, schildert Biologie-Doktorandin Danae Nyckees.

Ameisen nehmen Schadstoffe über Nahrung auf

Wie sich diese Stoffe auf Insekten auswirken, hat ein Team aus Biologen und Chemikern der Uni Graz untersucht. Im Fokus stand die Ameisen-Art Cardiocondyla obscurior, die sowohl in den Tropen als auch in Europa vorkommt. Die Tiere nehmen die winzigen Partikel über ihre Nahrung auf. „Sie beeinflussen Mikroorganismen im Darm negativ“, erklärt Dalial Freitak, Leiterin der Forschungsgruppe Insektengesundheit an der Uni Graz.

Foto auf 5min.at zeigt zwei Frauen in die Kamera lächeln.
©Uni Graz/Tzivanopoulos
Dalial Freitak (links) und Danae Nyckees untersuchen, wie sich Umweltbelastungen auf Ameisen auswirken.

Weniger Nachwuchs durch Titandioxid

Die Folgen gehen noch weiter. Titandioxid wirkt sich laut den Forscherinnen auch auf die Anzahl der Nachkommen aus. Zusätzlich könnte der Stoff die Wirkung des Herbizids Glyphosat verstärken. „Titandioxid beeinträchtigt auch die Anzahl des Nachwuchses und kann möglicherweise Effekte des Herbizids Glyphosat verstärken“, ergänzt Nyckees. Besonders problematisch ist dabei die Kombination beider Substanzen.

Langzeitfolgen oft unterschätzt

Dass Umweltgifte nicht sofort tödlich sein müssen, betonen die Wissenschafterinnen ausdrücklich. „Schadstoffe müssen nicht immer gleich die Sterblichkeitsrate erhöhen“, verweisen Freitak und Nyckees auf mögliche Langzeitfolgen. Genau hier sehen sie großen Forschungsbedarf. „Wir wissen viel zu wenig über die Wechselwirkungen schädlicher Stoffe“, halten die beiden fest.

Studie aus Graz international veröffentlicht

Die Untersuchung entstand in enger Zusammenarbeit mit Reinhard Sittinger sowie Raquel Gonzalez de Vega und David Clases vom Institut für Chemie der Uni Graz. Veröffentlicht wurde die Studie kürzlich im Fachjournal Environmental Science and Pollution Research. Damit machen die Grazer Forschende international auf ein Umweltproblem aufmerksam, das seinen Ursprung oft im ganz normalen Alltag hat.

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