Skip to content
/ ©Shutterstock.com | tovovan
Das Bild auf 5min.at zeigt einen Schnellzug.
Isolierstoßsysteme sind für den sicheren Bahnbetrieb entscheidend, aber anfällig für Störungen. Die Weiterentwicklung soll die Lebensdauer verlängern und den Wartungs- und Reparaturaufwand reduzieren.

Diese Entwicklung soll Störungen im Bahnnetz reduzieren

Kaum bekannt, aber unverzichtbar: Isolierstöße sichern den Zugverkehr auf Österreichs Schienen. Ein neuer Prototyp der TU Graz soll nun doppelt so lange halten und Ausfälle deutlich reduzieren.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(414 Wörter)

Isolierstöße sind wenig bekannt, viele Bahnstrecken könnten aber ohne sie nicht befahren werden. Sie unterteilen das Schienennetz in elektrisch voneinander getrennte Abschnitte und registrieren, wann ein Zug einen Abschnitt erreicht und wieder verlässt. Erst wenn das Teilstück wieder frei ist, darf der nächste Zug hineinfahren. Aktuell sind in Österreich rund 33.000 Isolierstöße verbaut, allerdings verschleißen sie an stark befahrenen Strecken rasch. Die TU Graz hat nun gemeinsam mit den ÖBB und Martin Schienentechnik mit verbessertem Material und neuen Geometrien einen Prototyp für deutlich robustere Isolierstöße entwickelt. Diese sollen gemäß aktueller Forschungsergebnisse zukünftig eine zumindest doppelt so lange Lebensdauer haben und Ausfälle und Schäden daher deutlich reduzieren.

Bild auf 5min.at zeigt einen Metallklotz.
©Schoklitsch/TU Graz
Schaustück eines Isolierstoßes am Institut für Eisenbahn-Infrastrukturdesign der TU Graz.

Betrachtung des Gesamtsystems

„Bei einem Projekt wie diesem ist es für uns wichtig, nicht nur die Einzelkomponente zu betrachten, sondern das gesamte System – von der Belastung durch die Fahrzeuge bis zur Kraftübertragung in den Untergrund“, sagt Ferdinand Pospischil vom Institut für Eisenbahn-Infrastrukturdesign der TU Graz. „Mit dem Research Cluster Railway Systems haben wir an der TU Graz Expert*innen aus allen relevanten Bereichen vereint. So konnten wir einen Isolierstoß-Prototyp entwickeln, der bei Tests wesentlich länger durchhielt und auch die anderen Bahnkomponenten nicht negativ beeinflusste.“ Auf dem Weg zur Lösung identifizierten die Forschenden zunächst mit Daten von Gleismesswägen Schwachstellen im Netz. An defekten Isolierstößen führte das Team im Anschluss vor Ort Messungen durch, um zu verstehen, welche Kräfte dort wirken und welche Wechselwirkungen zwischen Zug, Gleis und Untergrund bestehen. Aus dieser Datenbasis entwickelten sie einen digitalen Zwilling, mit dem sie Prototypen virtuell entwerfen und testen konnten.

Vielversprechende erste Tests

Der dadurch entstandene Prototyp musste sich bei Tests auf der Strecke beweisen. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass er viel geringere Spannungen im Material verursacht. Die auftretenden Kräfte werden besser verteilt, wodurch das ganze System stabiler ist und sich die Lebensdauer der neuen Isolierstöße im Vergleich zu bisher zumindest verdoppeln sollte. Der Prototyp lässt daher weniger Verspätungen, geringere Wartungskosten sowie ein zuverlässigeres Schienennetz erwarten. „Auf vielbefahrenen Strecken verschleißen manche Isolierstöße sehr schnell, jede Zugachse beansprucht sie aufs Neue“, sagt Stefan Marschnig vom Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrswirtschaft der TU Graz. „Unsere Weiterentwicklung sollte, den aktuellen Forschungsergebnissen folgend, deutlich länger halten und anderen Streckenkomponenten weniger stark zusetzen. Gleichzeitig haben wir darauf geachtet, dass der Isolierstoß zu verträglichen Kosten produziert werden kann.“

Du hast einen #Fehler gefunden? Jetzt melden.
Mehr Interessantes