Diese Altersgruppe nutzt die Öffis in der Steiermark am häufigsten
In der Steiermark nutzen vor allem Jugendliche den öffentlichen Verkehr: 16- und 17-Jährige legen mehr als die Hälfte ihrer Wege mit Bus und Bahn zurück, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.
Im Schnitt sind die Steirerinnen und Steirer auf 13 Prozent ihrer Alltagswege mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil, die 16- und 17-Jährigen sind mit 53 Prozent viermal so oft mit Bahn und Bus unterwegs, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der Daten der Mobilitätserhebung Steiermark zeigt. Der Öffentliche Verkehr wird zudem auf längeren Strecken ab 20 Kilometern häufiger genutzt. In der Steiermark gibt es mehr als 7.500 Haltestellen, viele haben von zu Hause eine Haltestelle in fußläufiger Distanz.
VCÖ: Jugendliche sind Steiermarks fleißigste Öffi-Fahrer
„Der Öffentliche Verkehr garantiert Mobilität für alle Menschen, unabhängig vom Alter. Und Bus und Bahn sichern nicht nur Mobilität, sondern entlasten zudem viele Eltern von Hol- und Bringfahrten. Am stärksten ist der Öffentliche Verkehr bei Jugendlichen“, fasst VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky die aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der im Jahr 2024 durchgeführten Mobilitätserhebung des Landes Steiermark zusammen. Am höchsten von allen Altersgruppen ist in der Steiermark der Öffi-Anteil an der Mobilität bei den 16- und 17-Jährigen mit 53 Prozent, vor den 11- bis 15-Jährigen mit 49 Prozent. Auch die jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren haben mit 25 Prozent einen deutlich höheren Öffi-Anteil an ihrer Mobilität. ntsprechend hat der Öffentliche Verkehr bei Schul- und Ausbildungswegen mit 50 Prozent den höchsten Anteil. Am zweithöchsten ist der Anteil von Bahn und Bus am Arbeitsweg mit 14 Prozent, vor Freizeitwegen mit neun Prozent. Insgesamt zeigt sich, dass mit der Länge der Fahrten der Anteil des Öffentlichen Verkehrs steigt. Während nur neun Prozent der Fahrten bis fünf Kilometern Länge mit den Öffis gemacht werden, ist der Anteil bei Distanzen über 20 Kilometer mit 18 Prozent doppelt so hoch.
VCÖ Fahrgast Statistik
VCÖ: Jugendliche fahren am häufigsten mit dem Öffentlichen Verkehr (Anteil Alltagswege, die mit Bus oder Bahn in der Steiermark gefahren werden, Jahr 2024)
16 und 17 Jahre: 53 Prozent
11 bis 15 Jahre: 49 Prozent
6 bis 10 Jahre: 25 Prozent
18 bis 25 Jahre: 25 Prozent
26 bis 35 Jahre: 13 Prozent
36 bis 45 Jahre: 9 Prozent
46 bis 55 Jahre: 8 Prozent
65 Jahre und älter: 7 Prozent
56 bis 65 Jahre: 5 Prozent
Quelle: Land Steiermark, VCÖ 2026
VCÖ: Bei Fahrten zur Schule und Ausbildung ist Öffi-Anteil am höchsten (Anteil des Öffentlichen Verkehrs je Wegzweck, Jahr 2024)
Schul- und Ausbildungswege: 50 Prozent
Arbeitswege: 14 Prozent
Freizeit: 9 Prozent
Dienstliche Wege: 7 Prozent
Einkauf, private Erledigung: 6 Prozent
Quelle: Land Steiermark, VCÖ 2026
VCÖ: Außerhalb von Graz sind die Unterschiede beim Anteil des Öffentlichen Verkehrs gering (Anteil des Öffentlichen Verkehrs an der Mobilität, Jahr 2024)
Graz: 22 Prozent
Graz-Umgebung: 13 Prozent
Region Deutschlandsberg – Leibnitz – Voitsberg: 13 Prozent
Region Hartberg-Fürstenfeld – Weiz – Südoststeiermark: 9 Prozent
Region Leoben – Bruck an der Mur: 10 Prozent
Region Liezen – Murtal – Murau: 8 Prozent
Quelle: Land Steiermark, VCÖ 20E
„Die Analyse zeigt deutlich, dass bei allen Wegzwecken und insbesondere bei Erwachsenen noch großes Potenzial vorhanden ist, Autofahrten auf den Öffentlichen Verkehr zu verlagern. Eine sehr wirksame Maßnahme dafür ist betriebliches Mobilitätsmanagement. Dabei setzen Unternehmen Anreize, damit mehr Beschäftigte beim Arbeitsweg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel oder aufs Fahrrad umsteigen“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Bei den 36- bis 45-Jährigen beträgt der Anteil des Öffentlichen Verkehrs neun Prozent, bei den 46- bis 55-Jährigen acht Prozent und bei den 56- bis 65-Jährigen sogar nur fünf Prozent.
Hier ist der Öffi-Anteil am höchsten
Regional ist in der Landeshauptstadt Graz mit 22 Prozent wenig überraschend der Anteil des Öffentlichen Verkehrs am höchsten. Zwischen den Regionen ist der Unterschied relativ gering, macht der VCÖ aufmerksam. In Graz-Umgebung sowie in der Region Deutschlandsberg – Leibnitz – Voitsberg werden jeweils 13 Prozent der Alltagswege mit Bus und Bahn zurückgelegt, den niedrigsten Wert weist die Region Liezen – Murtal – Murau mit acht Prozent auf.
Mängel an Haltestellen in der Steiermark melden
In der Steiermark gibt es mehr als 7.500 Haltestellen, wodurch viele eine Haltestelle in der Nähe haben. Damit diese oft genutzt werden ist ein Fahrplan mit häufigen Verbindungen wichtig. Der Busverkehr leistet einen großen Beitrag für ein flächendeckendes Mobilitätsangebot. „Wichtig ist neben der Quantität auch die Qualität der Haltestellen. Und diese wollen wir nun gemeinsam mit den Fahrgästen unter die Lupe nehmen“, weist VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky auf die VCÖ-Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ hin. Fahrgäste sind aufgerufen, Mängel bei Haltestellen zu melden. Die Haltestellen sind bereits in der Online-Karte eingetragen, durch Klick auf die Haltestelle können Probleme wie etwa fehlende Sitzgelegenheit, mangelnder Witterungsschutz oder ein gefährlicher Straßenübergang zur Haltestelle gemeldet werden. Der VCÖ sammelt die Einträge und übermittelt diese dann an die zuständigen Stellen. Bis 30. April können Fahrgäste Mängel melden.