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Auf dem Foto von www.5min.at sieht man die Uni Graz und viele Bäume.
Gemeinsam mit Kollegen in Aotearoa/Neuseeland untersuchte das Team der Uni Graz die Entwicklung von mehr als 1.800 Bäumen auf drei ehemaligen Landwirtschaftsflächen.

Uni Graz Studie zeigt: So gelingt nachhaltige Aufforstung

Wie gelingt nachhaltige Aufforstung? Forschende der Uni Graz haben gemeinsam mit Partnern in Neuseeland untersucht, welche Pflanzstrategie junge Wälder stabil macht. Entscheidend sind Abstand, Artenmix und der richtige Zeitpunkt.

von Leema Mohsenzada-Slaje Auf dem Foto auf www.5min.at sieht man Leema Mohsenzada-Slaje.
2 Minuten Lesezeit(318 Wörter)

Naturnahe Wälder sind CO₂-Speicher, Klimaschützer und Lebensraum zugleich. Weltweit werden daher ehemalige Agrarflächen renaturiert. Doch ob junge Bäume tatsächlich überleben, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Forschungsteam rund um Sarah Bürli, wissenschaftliche Leiterin des Botanischen Gartens der Universität Graz, hat nun zentrale Erfolgsfaktoren identifiziert.

Zwei Meter machen den Unterschied

Gemeinsam mit Kollegen in Aotearoa/Neuseeland untersuchte das Team die Entwicklung von mehr als 1.800 Bäumen auf drei ehemaligen Landwirtschaftsflächen. Das Ergebnis: Ein Abstand von 2 Metern zwischen schnell wachsenden Pionierbäumen erhöhte die Überlebensrate langsamer wachsender Arten deutlich, im Vergleich zu einem, drei oder vier Metern. „Dieser Abstand gleicht Schutz und Konkurrenz optimal aus“, erklärt Bürli. Zu geringe Distanz führt zu starker Konkurrenz, zu große Abstände bieten zu wenig Schutz.

Pioniere und Spätstarter gemeinsam pflanzen

In der natürlichen Waldentwicklung besiedeln zuerst rasch wachsende, sonnenliebende Arten offene Flächen. Später folgen langsam wachsende, schattentolerante Bäume. Lange war umstritten, ob diese Arten zeitgleich gesetzt werden sollten. Die Studie zeigt: Vier von sechs langsam wachsenden Arten etablierten sich gut, wenn sie gemeinsam mit den Pionierarten gepflanzt wurden. Das verkürzt den Renaturierungsprozess und stabilisiert das entstehende Ökosystem schneller.

Mehr Biodiversität durch Bodennähe

Ein weiterer Faktor überraschte: Auch größere Mengen an toter und lebender Vegetation am Boden steigerten die Überlebenschancen der Setzlinge. Das Mikroklima, die Feuchtigkeit und der Schutz vor äußeren Einflüssen spielen offenbar eine größere Rolle als bisher angenommen. Zwar unterscheiden sich die Baumarten Neuseelands von jenen in Europa. Doch das Prinzip bleibt gleich: Auch heimische Wälder bestehen aus schnell und langsam wachsenden Arten. Die Erkenntnisse könnten daher künftig in österreichischen Renaturierungsprojekten berücksichtigt werden, etwa bei der Wiederbewaldung nach Sturmschäden oder Trockenperioden. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Ecological Solutions and Evidence veröffentlicht.

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