Instagram-Falle in Graz: 17-Jähriger auf Dachboden schwer misshandelt
In Graz wird heute im sogenannten „Pedo-Hunter“-Prozess ein Urteil erwartet. Mehrere Jugendliche sollen einen Mann mit einem Fake-Profil angelockt, ihn auf einem Dachboden misshandelt und ausgeraubt haben.
Vor dem Landesgericht Graz wird am Donnerstag, dem 12. März, das Urteil in einem aufsehenerregenden Gewaltprozess erwartet. Mehrere junge Angeklagte sollen einen Mann mit einem Fake-Profil in eine Falle gelockt, ihn schwer misshandelt und ausgeraubt haben.
Treffen entpuppte sich als Falle
Der damals 17-jährige Mann hatte im Herbst 2024 über Instagram Kontakt mit einem vermeintlichen Mädchen. Schließlich vereinbarten die beiden ein Treffen in Graz. Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass das Profil gefälscht war. Statt der erwarteten Person wartete eine Gruppe Jugendlicher auf ihn. Laut Anklage wurde das Opfer in einem Innenhof abgefangen und anschließend auf einen Dachboden gebracht. Dort soll es zu schweren Misshandlungen gekommen sein.
Erniedrigung und schwere Verletzungen
Nach Angaben des Opfers wurde er gezwungen, sich auszuziehen. Außerdem hätten die Täter die Situation mit einem Handy gefilmt. Bei der Attacke soll der Mann mehrfach geschlagen worden sein. Er erlitt schließlich einen doppelten, verschobenen Kieferbruch und musste medizinisch behandelt werden. Die Täter flüchteten laut Ermittlungen mit Handy und Bargeld.
Angeklagte teilweise geständig
Beim Prozessauftakt im Jänner bestätigten mehrere Angeklagte wesentliche Teile der Vorwürfe. Der vorsitzende Richter zeigte sich über den Ablauf der Tat deutlich erschüttert, so aus einem Bericht der Kleinen Zeitung. Besonders brisant: Einige der jungen Männer waren erst kurz zuvor aus Haft entlassen worden. Ein Angeklagter erklärte vor Gericht, er habe die Haft in einer Jugendabteilung nicht als abschreckend erlebt. Im Verfahren wurde außerdem thematisiert, dass die Gruppe gezielt sogenannte „Pedo-Hunter“-Fallen organisiert haben soll. Dabei geben sich Personen online als Minderjährige aus, um mutmaßliche Sexualstraftäter zu Treffen zu locken. An den Treffpunkten werden die Betroffenen dann zur Rede gestellt, in manchen Fällen kommt es jedoch zu Gewalt oder Straftaten. Die Verhandlung wurde im Jänner vertagt. Am heutigen Verhandlungstag wird nun mit einem Urteil des Grazer Landesgerichts gerechnet. Wie das Gericht die Verantwortung der einzelnen Angeklagten bewertet, soll im Laufe des Tages entschieden werden.