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/ © ÖBB/Chris Zenz
Das Bild auf 5min.at zeigt eine Testfahrt der Koralmbahn.
Laut ÖBB-Chef Andreas Matthä braucht es aktuell keinen Stopp beim Grazer Flughafen.

Keine Haltestelle am Grazer Flughafen? Debatte um Koralmbahn-Stopp

Rund 7000 Fahrgäste täglich nutzen die Koralmbahn. Während die Bilanz positiv ausfällt, sorgt die Frage nach einer Haltestelle am Grazer Flughafen erneut für politischen und wirtschaftlichen Diskussionsstoff.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
2 Minuten Lesezeit(411 Wörter)
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Seit rund hundert Tagen ist die Koralmbahn in Betrieb. Die ersten Nutzungszahlen fallen laut ÖBB erfreulich aus: Täglich greifen etwa 7000 Menschen auf die Verbindung zurück, im Güterverkehr wurden bereits mehr als eine Million Einheiten transportiert. Auch künftig will die Bahn weiter investieren, allein in der Steiermark sind für 2026 über 500 Millionen Euro vorgesehen. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt Kritik an anderen Stellen nicht aus. Verkehrslandesrätin Claudia Holzer verweist auf Verzögerungen bei wichtigen Ausbauprojekten und sieht insbesondere im eingleisigen Abschnitt ein mögliches Nadelöhr. Positiv bewertet sie hingegen geplante zweigleisige Erweiterungen im Norden von Graz, fordert aber weitergehende Maßnahmen.

„Kein Bedarf“ für Haltestelle am Grazer Flughafen

Ein Dauerbrenner ist zudem die Frage einer zusätzlichen Haltestelle am Grazer Flughafen. Holzer hält weiterhin daran fest, während die Industrie neue Argumente liefert: Ein Konzept sieht den Flughafen als zentrale Mobilitätsdrehscheibe vor, kombiniert mit einem großen Park-&-Ride-Angebot, um den Umstieg auf die Bahn attraktiver zu machen und die Region wirtschaftlich zu stärken. ÖBB-Chef Andreas Matthä zeigt sich hier zurückhaltend. Aus seiner Sicht besteht laut Berichten der Kleinen Zeitung aktuell kein Bedarf für einen solchen Stopp, auch wegen enger Taktungen im Fernverkehr. Zudem sei der Flughafen bereits gut über die S-Bahn erreichbar. Perspektivisch könnte sich die Situation jedoch ändern: Mit zusätzlichen Kapazitäten, etwa nach der Fertigstellung des Semmering-Basistunnels, wären neue Spielräume denkbar, frühestens ab etwa 2030.

Hohensinner (ÖVP): „…nur schwer nachzuvollziehen“

Deutlich schärfer fällt die Kritik von Wirtschafts- und Tourismusstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) aus. Er hält die ablehnende Haltung für unverständlich: „Dass es nach wie vor keine Haltestelle der Koralmbahn am Flughafen Graz gibt, ist nur schwer nachzuvollziehen.“ Eine direkte Anbindung sei ein klarer Vorteil für den Wirtschaftsstandort, so Hohensinner weiter. Die Argumentation des ÖBB-Chefs widerspreche den Anforderungen eines modernen Standorts. „Wenn man es in ganz Europa schafft, Hochgeschwindigkeitszüge an Flughäfen halten zu lassen, ob in Zürich, Frankfurt oder künftig in Wien-Schwechat, dann muss das auch in Graz möglich sein.“ Eine bessere Schienenanbindung würde den Flughafen deutlich aufwerten und könnte Graz stärker als südösterreichisches Zentrum positionieren. Neben der Infrastrukturdebatte wurde auch auf wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen hingewiesen. Vertreter der Industrie sehen strengere steuerliche Vorgaben und Änderungen bei Forschungsförderungen kritisch, da sie die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beeinträchtigen könnten.

Bild auf 5min.at zeigt ein Portaitfoto des Grazer Stadtrates Kurt Hohensinner.
© Stadt Graz/Fischer
„Dass es nach wie vor keine Haltestelle der Koralmbahn am Flughafen Graz gibt, ist nur schwer nachzuvollziehen“, betont Wirtschafts- und Tourismusstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP).
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