KFG präsentiert Liste: Vor allem ein Name sorgt für große Überraschung
Neue Gesichter, bekannte Namen und klare Ansagen: Die KFG hat ihre ersten Kandidaten für die Gemeinderatswahl präsentiert und sorgt dabei nicht nur politisch, sondern auch personell für Gesprächsstoff.
Die Grazer Gemeinderatswahl wirft ihre Schatten voraus und auch die KFG (Korruptionsfreie Gemeindepolitik) bringt sich in Stellung. In der „Herz’l Weinstube“ präsentierten Stadträtin Claudia Schönbacher und Gemeinderat Michael Winter die ersten 16 Kandidaten ihrer Liste und setzen dabei bewusst auf Vielfalt und klare politische Botschaften.
Breite Mischung aus Gesellschaft und Politik
Die KFG setzt bei ihrer Liste auf ein breites Spektrum an Lebensrealitäten. Neben erfahrenen politischen Akteuren finden sich auch Vertreter aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und Lebenssituationen. „Unsere Kandidaten sind so vielfältig wie Graz selbst. Nur wer die echte Lebensrealität der Grazer abbildet, kann auch bessere Politik für sie machen“, erklärt Schönbacher. Die Liste reicht von Unternehmern über Pflegepersonal bis hin zu Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren oder selbst von Barrieren im Alltag betroffen sind. So steht etwa Kandidatin Jana Fischer für Inklusion, während andere ihre Erfahrungen aus Wirtschaft, Gesundheit oder Sozialarbeit einbringen.
Klare Ziele für die Wahl
Politisch setzt die KFG klare Schwerpunkte. Ziel sei es, künftig mit mindestens drei Mandaten im Gemeinderat vertreten zu sein, also Klubstärke zu erreichen. Darüber hinaus formuliert Gemeinderat Michael Winter ein übergeordnetes Ziel: „Für uns ist es wichtig, dass die linke Mehrheit in Graz gebrochen wird.“ Besonders hebt die KFG ihren vergleichsweise kleinen finanziellen Rahmen hervor. Der Wahlkampf soll ausschließlich spendenfinanziert sein und mit rund 20.000 Euro auskommen. Damit tritt die Bürgerliste gegen Parteien an, die laut eigenen Angaben über ein Vielfaches an finanziellen Mitteln verfügen. Winter spricht daher von einem „David gegen Goliath“-Szenario.
Doppelspitze führt die Liste
Angeführt wird die KFG von einer Doppelspitze: Stadträtin Claudia Schönbacher und Gemeinderat Michael Winter. Beide sollen den Wahlkampf maßgeblich prägen. Aus organisatorischen Gründen wird Winter zudem viele öffentliche Diskussionen und Termine wahrnehmen. Auffällig ist auch die Zusammensetzung der Kandidatenliste. Für Aufmerksamkeit sorgt insbesondere die Kandidatur von Susanne Winter: Die ehemalige FPÖ-Politikerin wurde 2009 wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren verurteilt, nachdem sie im Grazer Wahlkampf unter anderem den Propheten Mohammed als „Kinderschänder“ bezeichnet hatte. Das Urteil, drei Monate bedingte Haft und 24.000 Euro Geldstrafe, wurde später vom Oberlandesgericht Graz bestätigt. Winter hatte sich damals als Grazer Stadträtin und Stadtparteichefin zurückgezogen um die FPÖ als Abgeordnet im Nationalrat zu vertreten.
Hier zur KFG-Liste
- Claudia Schönbacher: Obfrau der Bürgerliste, Stadträtin und ehemalige Unternehmerin (Frisörin)
- Michael Winter: Jurist und Polizist, ehemaliger Bezirksrat sowie aktuell Gemeinderat
- Jasmin Hans: Vertragsbedienstete, langjährige Erfahrung als Büroleitung im Klub und Stadtratsbüro
- Susanne Winter: ehemalige FPÖ-Stadträtin sowie Nationalrätin
- Ernst Trattner: Bezirksrat in Eggenberg, ehemaliger Unternehmer
- Werner Klambauer: Mitarbeiter der Holding Graz, Ehrenamtstätigkeit mit dem Verein „Wir in Graz“ (Hilfe für benachteiligte Menschen)
- Jana Fischer: steht für eine Politik ohne Barrieren, da sie selbst im Rollstuhl sitzt
- Thomas Fras: aktuell freier 2. Bezirksvorsteher-Stellvertreter in Liebenau (früher FPÖ)
- Viktor Reithofer: Unternehmer – führt das Café Wigo in Eggenberg
- Peter Meixner: deckt als diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger den Bereich der Gesundheit & Pflege ab
- Thomas Ayadi: aktiver Einsatz für den Tierschutz, Bühnentechniker im Schauspielhaus
- Bianka Brandl: langjährige Bäckermeisterin in 3. Generation in Gries
- Gertrude Wiesner: Pensionistin, Vereinsmensch und steht für zuverlässige, bürgernahe Politik und Transparenz.
- Dominik Mellacher: Absolvent der HTL Bulme – vereint Studium und Nebenjob
- Walter Gassner: in Pension, aktiver Vereinsmensch mit einem besonderen Herz für die Fußballjugend im Sinne eines „Fair Play“
- Astrid Schleicher: langjährige Gemeinderatskollegin und Mitstreiterin in der Aufklärung des FPÖ-Finanzskandals
Politische Spannung im Vorfeld
Für Spannung sorgte im Vorfeld eine personelle Entwicklung innerhalb der KFG: Klubchef Alexis Pascuttini wird bei der kommenden Gemeinderatswahl für die Neos kandidieren, behält aber vorerst weiterhin seine Funktion im Grazer Gemeinderat, 5 Minuten hat berichtet. Eine Konstellation, die in dieser Form selten vorkommt und auch politisch für Aufmerksamkeit sorgt. KFG-Stadträtin Claudia Schönbacher bezeichnete die Situation als „ungewöhnlich“, betonte jedoch, dass es sachliche Gründe für diese Entscheidung gebe.