Neue Volksschule in Gösting: Siegerprojekt steht fest
In Graz-Gösting wird die Volksschule Fischerau komplett neu gebaut. Jetzt steht fest, wie die Schule der Zukunft aussehen soll - samt Dachgarten, mehr Platz für Kinder und einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit.
Die Pläne für die neue Volksschule Fischerau werden konkret: Aus 82 europaweiten Einreichungen hat sich der Entwurf von Thomas Vielnascher aus Niederösterreich durchgesetzt. Präsentiert wurde das Siegerprojekt im Grazer Rathaus von Vertreter der Stadt. Klar ist schon jetzt: Die bestehende Schule wird abgerissen und durch einen deutlich größeren Neubau ersetzt. Künftig sollen hier 16 Klassen, zwei Partnerklassen und ein Ganztagesbereich Platz finden. Damit steigt die Kapazität von rund 250 auf bis zu 416 Schüler – ein Plus von mehr als 60 Prozent.
Durchdachtes Konzept
Der Siegerentwurf setzt auf eine klare Struktur und kurze Wege. Ein quadratisches Sockelgeschoß bildet die Basis, darüber entstehen zwei Obergeschoße in L-Form. Besonders auffällig: eine große Dachterrasse mit Dachgarten, die direkt mit den Außenflächen verbunden ist. Lernbereiche öffnen sich ins Freie und gehen in geschützte Gartenterrassen über. Auch innen ist alles auf Übersichtlichkeit ausgelegt- mit einem zentralen Atrium und einer hellen Hauptstiege als Herzstück. Bibliothek, Aula, Ganztagesbereiche und Verwaltung sind direkt angebunden.
Lernen mit Freiraum
Die Jury lobt vor allem die modernen Lernlandschaften. Diese sind gut belichtet, gleichwertig für alle Klassen zugänglich und eng mit den Außenräumen verbunden. Neben klassischen Klassenräumen gibt es Begegnungszonen, Sitztreppen und Werkbereiche. Selbst der Bewegungsraum im Untergeschoß wird vielseitig genutzt, etwa für Tischtennis oder Bouldern. So entsteht ein Schulalltag, der Bewegung, Austausch und Lernen kombiniert.
Stimmen zum Projekt
Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) betont: „Als ich selbst zur Schule gegangen bin, hätte ich mir genau solche Orte gewünscht – mit Grün statt grauer Flächen, mit Platz zum Durchatmen und mit einem Umfeld, indem Lernen und Gemeinschaft Spaß machen.“ Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) ergänzt: „Gerade bei unseren Kindern darf nicht gespart werden. Denn jede Investition in Bildung ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.“ Auch Architekt Thomas Vielnascher beschreibt seine Idee klar: „Meine Vision ist eine Schule, die weit mehr ist als ein Lernort – ein Raum für Begegnung, Freude und gelebte Inklusion.“
Nachhaltigkeit im Fokus
Beim Neubau spielt auch die Umwelt eine zentrale Rolle. Geplant ist eine Holzbauweise mit ökologischen Materialien, begrünten Dächern und Photovoltaik-Anlagen. Regenwasser soll gesammelt und genutzt werden. Laut Jury erreicht das Projekt sehr gute Werte bei Energieeffizienz und CO2-Emissionen. Der Baustart ist für 2028 geplant, die Fertigstellung soll 2030 erfolgen, vorausgesetzt, der Gemeinderat stimmt zu. Wer sich selbst ein Bild machen will: Alle eingereichten Projekte sind noch bis 8. Mai im Bauamtsgebäude in Graz öffentlich ausgestellt.