Girls Run Graz: „Hier zählt nicht die Pace, sondern das Miteinander“
Gemeinsam laufen, sich gegenseitig motivieren und einfach Spaß an Bewegung haben: Der Girls Run Graz zeigt, wie Sport verbinden kann. Hinter dem Projekt stehen drei Gründerinnen mit einer klaren Vision.
Hinter dem Girls Run Graz stehen Nadine Fasching (29), Paula Rublé (26) und Franziska Schenner (29). Alle drei verbindet nicht nur die Freude an Bewegung, sondern auch eine klare Haltung: Sport soll vor allem Ausgleich sein. „Wir waren alle drei auch davor schon recht sportlich, sehen in der Bewegung vor allem unseren Ausgleich zu Job und Stress und haben uns letztes Jahr gedacht: Warum nicht mit anderen teilen?“, erzählen sie im Interview mit 5 Minuten von den frühen Anfängen ihres Runclubs, der sich mittlerweile in Graz in der Läuferinnen-Community schon ordentlich etabliert hat.
Die Idee: Ein Safe Space für alle
Die Inspiration für den Runclub entstand aus eigenen Erfahrungen. In gemischten Laufgruppen fühlten sich die Gründerinnen oft mit Leistungsdruck konfrontiert. „Wenn du deren 6er Pace nicht mithalten kannst, kannst eigentlich auch zuhause bleiben“, schildern sie. Genau hier wollten sie ansetzen – mit einem anderen Zugang: „Wir wollten gerne die Freude an der gemeinsamen Bewegung in den Mittelpunkt stellen und einen Safe Space für Frauen schaffen, in dem sie sich auch trauen, was zum ersten Mal auszuprobieren.“
Vom kleinen Lauf zur großen Community
Im August 2025 fiel der Startschuss, zunächst im kleinen Rahmen. „Zu Beginn sind wir meistens mit höchstens 10 Mädels gelaufen“, erzählen die Gründerinnen. Nach dem Laufen ging es oft noch gemeinsam etwas trinken – „unser Runclub-Lieblingsgetränk: Holunder-Soda“. Auch in den kalten Monaten blieb die Motivation groß: „Im Winter haben wir dann richtig durchgezogen und jeden Montagabend einen Lauf angeboten, auch wenn wir teilweise nur zu fünft bei minus zehn Grad unterwegs waren.“ Heute hat sich der Runclub stark entwickelt. Mittlerweile nehmen regelmäßig zwischen 50 und 70 Frauen teil, mit einem bisherigen Highlight von 76 Teilnehmerinnen. Um allen gerecht zu werden, gibt es unterschiedliche Leistungsgruppen – von Anfängerinnen bis Fortgeschrittene.
Mehr als nur Laufen
Was als Laufgruppe begann, ist längst mehr geworden. „Dadurch, dass wir alle gemeinsam danach noch wohin gehen, ist echt eine richtige Community entstanden.“ Freundschaften entstehen, Trainingspartnerinnen finden sich – und persönliche Erfolge werden gemeinsam gefeiert. „Es ist immer wieder aufs Neue unglaublich schön für uns, wenn wieder eine dabei ist, die mit uns ihre ersten 5 Kilometer am Stück durchläuft.“ Jeden Montag trifft sich die Lauf-Community (meist beim Kunsthaus) und läuft gemeinsam zwischen 4 und 7 Kilometer. Ohne Zwang, ohne Pace – jeder in seinem eigenen Tempo und das Wichtigste: keiner läuft alleine.
Positive Rückmeldungen und neue Ideen
Die Rückmeldungen aus der Community ist durchwegs positiv: „Das Feedback aus der Community ist total positiv und das Angebot wird super angenommen.“ Neben klassischen Läufen gibt es mittlerweile auch zusätzliche Formate wie Hyrox-Training, Disco Cycling, Yoga oder Pilates in der Gruppe. Auch gemeinsame Ausflüge – etwa auf den Weihnachtsmarkt oder in Lokale – gehören dazu. Für die Zukunft ist noch einiges geplant: Early-Bird-Runs am Morgen, „Run & Raves“ sowie Lauftechniktrainings sollen das Angebot erweitern.
Ziel: Noch mehr Frauen verbinden
Das große Ziel bleibt klar: Frauen zusammenbringen und ihnen einen Raum bieten, in dem sie sich wohlfühlen. „Unser Ziel ist es, einfach noch mehr Frauen zu connecten und vor allem der Community, die sich da gebildet hat, etwas zurückzugeben.“ Im Mittelpunkt steht dabei immer die gleiche Idee: „…einen Safe Space zur Verfügung stellen, in dem man ganz ohne Scham und Selbstzweifel einfach mal ausprobieren, neue Mädels kennenlernen und Freude an der Bewegung haben kann.“