Hilfe für Suchtkranke: Stadt Graz stellt über 180.000 Euro bereit
Sucht betrifft viele, oft im Verborgenen. In Graz wird jetzt gezielt gegengesteuert: Die Stadt investiert über 180.000 Euro in Beratungs- und Therapieangebote. Ziel ist es, Betroffene zu erreichen und nachhaltig zu unterstützen.
Sucht ist leise und doch allgegenwärtig. Hinter vielen Türen kämpfen Menschen mit Abhängigkeit, oft begleitet von psychischen Belastungen und sozialer Isolation. In Graz setzt die Stadt nun ein klares Signal: Hilfe soll dort ankommen, wo sie dringend gebraucht wird.
Mehr Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen
Mit mehreren Förderbeschlüssen stärkt die Stadt zentrale Einrichtungen der Suchthilfe. Insgesamt fließen über 180.000 Euro in Angebote, die Betroffene im Alltag auffangen, begleiten und stabilisieren sollen. Gesundheitsstadtrat Robert Krotzer (KPÖ) betont die gesellschaftliche Verantwortung dabei deutlich: „Sucht und Abhängigkeit sind keine individuelle Entscheidung, sondern Ausdruck von Belastung, Folge psychischer Erkrankungen oder fehlender Ressourcen. Wer Hilfe braucht, soll nicht allein gelassen werden. Mit diesen Beschlüssen sichern wir verlässliche Unterstützung für Betroffene in Graz.“
Hilfe, die im Alltag ankommt
Ein zentraler Baustein ist die Interdisziplinäre Kontakt- und Anlaufstelle, kurz I.K.A. Dort arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen und Sozialarbeiter eng zusammen. Menschen mit Suchterkrankung erhalten hier medizinische Betreuung, psychologische Unterstützung und soziale Begleitung aus einer Hand. Der Zugang ist bewusst einfach gehalten. Betroffene können ohne große Hürden Hilfe in Anspruch nehmen, etwa in Form von Substitutionsbehandlungen, Beratung oder Gesundheitsvorsorge. Gerade für Menschen mit Opiatabhängigkeit bietet diese Einrichtung oft den ersten Schritt zurück in ein stabileres Leben.
Breites Angebot für unterschiedliche Bedürfnisse
Neben der I.K.A. werden weitere Einrichtungen gefördert, die gezielt auf verschiedene Problemlagen eingehen. Dazu zählt ein Tageszentrum für Menschen mit Essstörungen ebenso wie eine Fachstelle für Medikamentenabhängigkeit und die Einrichtung b.a.s.- Betriftt Abhängigkeit und Sucht. Auch klassische Suchtberatungsstellen erhalten Unterstützung. Damit entsteht ein Netzwerk, das unterschiedliche Lebensrealitäten abdeckt. Jugendliche, Erwachsene und Menschen mit speziellen Krankheitsbildern finden so passende Angebote. Ziel ist es, nicht nur akute Krisen zu bewältigen, sondern langfristige Perspektiven zu schaffen. Die Botschaft dahinter ist klar: Sucht darf kein Tabuthema bleiben. Mit den neuen Förderungen setzt Graz ein Zeichen für mehr Verständnis, mehr Unterstützung und die Chance auf einen Neuanfang.