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Bianca Luttenberger von der Grazer HobbyLobby
Bianca Luttenberger sorgt mit Grazer HobbyLobby für Chancengleichheit.

HobbyLobby Graz: „Die Kinder jubeln wenn sie mich sehen“

Es ist weder Schulunterricht, noch Nachhilfe oder Sportverein. Bianca Luttenberger (42) leitet die HobbyLobby in Graz und bietet damit kostenlose Freizeitangebote für armutsgefährdete Kinder und Jugendliche an.

von Jasmin El-Ashi-Pöstinger
3 Minuten Lesezeit(591 Wörter)
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Luttenberger geht selbst in die Grazer Volks- und Mittelschulen und stellt in den einzelnen Klassen die Sommer- und Winterprogramme der HobbyLobby vor, die in Graz über die LebensGroß GmbH angeboten wird. „Die Kinder jubeln immer schon, wenn sie mich sehen“, sagt Luttenberger lachend. Gegründet wurde das Unternehmen 2021 in Wien, mittlerweile verteilen sich 15 HobyLobby-Standorte auf drei verschiedene Länder. Im Oktober 2024 übernahm Luttenberger die Leitung für Graz.

„Frau Bianca“ ist per Du

Bei uns sind alle per Du. Für viele Kinder ist es schwierig, mich einfach Bianca zu nennen. Manche sagen zuerst ‚Frau Bianca‘, es dauert, bis sie sich trauen“, erzählt Luttenberger. Der Beziehungsaufbau ist ihr wichtig und gleichzeitig einer der schönsten Teile ihrer Arbeit. „Ich liebe meinen Job“, sagt sie. Besonders die Begegnung auf Augenhöhe mit den Jugendlichen. „Bei der HobbyLobby darf man auch Fehler machen und wird angenommen, wie man ist.“ Unmittelbare Freude als Reaktion auf das Konzept erlebt die Leitern beinahe täglich.

Freizeit als Bildungsort

„Freizeit ist Bildung“, steht im Leitbild der HobbyLobby. Neben Schule, Familie und Peers soll Freizeit ein Ort sein, wo Kinder Talente entdecken. „In Österreich ist jedes fünfte Kind armutsgefährdet. 70 Prozent unseres Wissens erwerben wir in der Freizeit, doch viele Familien können sich die klassischen Angebote nicht leisten“, erklärt Luttenberger. Die HobbyLobby schließt diese Lücke mit kostenlosen Kursen. Es gibt nur zwei Regeln: 1. Kein Handy. 2. Jeder wird willkommen geheißen und akzeptiert, wie er ist. 

14 Kurse mit Ehrenamt

In Graz laufen aktuell 14 Kurse, geleitet von Ehrenamtlichen. Besonders beliebt sind Volleyball, Kochen & Backen und Coding. Der „Girls Club“ behandelt neben Make-up und Haarstyling Gespräche über auch Selbstwert, Grenzen und Persönliches. Bei jedem HobbyLobby-Kurs sind zwei Erwachsene dabei: meist Luttenberger selbst und die jeweilige Kursleitung. „Ich unterstütze organisatorisch zum Beispiel beim Einkauf von Bastelmaterial und aktiv in der Pädagogik.“ Pro Kurs nehmen rund 20 Kinder teil, insgesamt schon 280 im gesamten Stadtgebiet.

Youth Leader für die Zukunft

Beim Leadership-Programm der HobbyLobby lernen Jugendliche von 13 bis 17 Jahren in einer einjährigen Ausbildung  als „Youth Leader“ zu wirken. Sie übernehmen dabei auch Verantwortung in der Praxis: In manchen Kursen leiten sie Aufwärmspiele an, holen schüchterne Teilnehmer in die Gruppe oder sorgen zwischendurch für Ruhe (was oft gar nicht so leicht ist). „Die TeilnehmerInnen entwickeln sich in dieser Zeit enorm weiter“, so Luttenberger. 

„Man erkennt die eigene Bubble“

Und auch sie selbst kann aus ihrer Arbeit viel mitnehmen: Letztes Jahr feierte sie den Abschluss der Youth Leader-Ausbildung mit ihren TeilnehmerInnen bei einem gemeinsamen Restaurant-Besuch. „Manche sind zuvor noch nie in einem Restaurant gewesen“, erzählt Luttenberger. „Zum allerersten Mal einfach etwas von der Karte wählen zu dürfen war ein riesiges Highlight. In solchen Situationen merkt man, in welcher Bubble man selbst eigentlich lebt.

Bianca macht den Unterschied

Neben Pizza essen, Team-Teaching und dem Youth-Leadership-Program berichtet Luttenberger von ihren Aufgaben hinter der Bühne. „Ich bin für den Aufbau und die Entwicklung der Projekte in Graz verantwortlich“, erklärt sie. Sie vernetzt sich mit Schulen, findet Ehrenamtliche, entwickelt mit dem Team passende Kommunikation. Ihre Stärke: die Nähe zu den Kindern. „Es geht um Chancengerechtigkeit in der Freizeit“, betont sie. Für viele ist die HobbyLobby der erste Ort, an dem sie sich gesehen und gefördert fühlen, das Potential für weitere Standorte wäre groß. Im Moment sei das allerdings schwierig: „Förderungen werden gekürzt statt ausgebaut. Und niemand weiß, wie es politisch weitergeht.“

Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 05.05.2026 um 14:06 Uhr aktualisiert
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