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Bild auf 5min.at zeigt ein Public Viewing.
Das Public Viewing am Grazer Karmeliterplatz zur Fußball-Weltmeisterschaft droht an 22-Uhr-Auflage zu scheitern.

WM-Public-Viewing in Graz vor dem Aus: Sperrstunde sorgt für Wirbel

Ein geplantes Public Viewing zur Fußball-WM am Grazer Karmeliterplatz steht auf der Kippe. Veranstalterin Jane Hinterleitner sieht das Projekt durch behördliche Vorgaben gefährdet.

von Elisa Auer Elisa Auer 5 Minuten Redaktion
3 Minuten Lesezeit(517 Wörter)
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Das geplante Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft in Graz könnte an den aktuellen Rahmenbedingungen scheitern. Der Verein „Wirtshausfreunde – Verein für Eventverpflegung“ wollte am Karmeliterplatz ein großes gemeinsames Fernseherlebnis organisieren. Doch laut Vorgaben des Straßenamts soll die Veranstaltung bereits um 22 Uhr enden. Für Initiatorin Jane Hinterleitner ist das nicht praktikabel. „Dann können wir die meisten Spiele gar nicht zeigen“, erklärt sie. Viele Begegnungen beginnen aufgrund der Zeitverschiebung erst am Abend, wodurch ein vorzeitiges Ende zentrale Programmpunkte unmöglich machen würde.

Konzept gerät unter Druck

Die Organisatoren hatten ursprünglich mit längeren Öffnungszeiten gerechnet, die sich an jenen von Gastgärten orientieren. Das Public Viewing war als niedrigschwellige Veranstaltung geplant, offen für ein breites Publikum und vollständig über Sponsoren finanziert. Das Budget liegt laut Veranstaltern bei rund 300.000 Euro. Durch die aktuelle Situation gerät diese Finanzierung ins Wanken. Hinterleitner befürchtet, dass Unterstützer abspringen könnten, wenn das Konzept nicht wie geplant umgesetzt werden kann.

Politische Kritik an Behördenentscheidung

Unterstützung erhalten die Veranstalter von den NEOS. Gemeinderat Philipp Pointner kritisiert die Entscheidung deutlich: „Wenn Österreich nach 28 Jahren wieder bei einer Fußball-WM dabei ist, dann darf Graz nicht zuschauen, wie ein privat finanziertes Fußballfest an starren Amtszeiten scheitert.“ Er verweist darauf, dass die Veranstaltung ohne Steuergeld umgesetzt werden soll und einen Mehrwert für die Stadt bieten könne. Auch frühere Public-Viewing-Events am Karmeliterplatz werden als Argument genannt, da der Standort bereits erprobt sei.

Bild auf 5min.at zeigt den NEOS-Gemeinderat Philipp Pointner.
©NEOS Steiermark
NEOS-Pointner fordert: “Public Viewing am Karmeliterplatz muss ermöglicht werden”

Kritik: Bürokratie verhindert Veranstaltung

Pointner sieht zudem Spielraum innerhalb der bestehenden Regelungen. Demnach könnten Veranstaltungen im öffentlichen Interesse durch einen Beschluss des Stadtsenats von üblichen Einschränkungen ausgenommen werden. „Hier stemmt ein Verein eine Veranstaltung, die tausende Menschen zusammenbringen kann, ohne dafür Steuergeld zu verlangen. Statt dieses Engagement zu ermöglichen, wird mit einer Veranstaltungszeit bis 22 Uhr faktisch der wirtschaftliche Boden entzogen“, so Pointner. Auch der Ablauf des Verfahrens wird kritisiert: Zwischen Antragstellung und Rückmeldung sei fast eine Woche vergangen, die verbleibende Frist für Nachbesserungen sei sehr knapp bemessen.

Forderung nach Lösung

Die NEOS fordern nun, das Projekt politisch zu unterstützen und eine praktikable Lösung zu finden. „Wir reden hier nicht von einer Luxusveranstaltung, sondern von einem offenen Fußballfest für Graz. Österreich war seit 1998 nicht mehr bei einer WM. Wenn es je ein öffentliches Interesse an einem Public Viewing gegeben hat, dann jetzt“, betont Pointner.

Public-Viewing in der Schwebe

Aus der Grazer Stadtpolitik kommen laut eines Berichts der Kleinen Zeitung unterschiedliche Signale: Vizebürgermeisterin Judith Schwentner zeigt sich zurückhaltend und prüft laut Angaben mögliche Alternativen, etwa eine teilweise Verlegung nach innen. Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner hingegen übt deutliche Kritik und sieht in den strengen Auflagen ein Hindernis für Veranstaltungen und die Belebung der Stadt. Ob das Event tatsächlich stattfinden kann, ist derzeit unklar. Hinterleitner und ihr Team hoffen auf eine Lösung, die längere Übertragungszeiten ermöglicht. Ohne entsprechende Anpassungen dürfte das geplante Public Viewing am Karmeliterplatz jedoch kaum umsetzbar sein.

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