Debatte um WM-Public-Viewing: Stadt Graz verteidigt 22-Uhr-Regel
Noch ist das geplante WM-Public-Viewing am Grazer Karmeliterplatz nicht abgesagt. Nach Kritik an der 22-Uhr-Regel hat 5 Minuten bei der Stadt Graz nachgefragt. Dort spricht man von einem „Verbesserungsauftrag“.
Das geplante Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft am Grazer Karmeliterplatz sorgt weiterhin für Diskussionen. 5 Minuten berichtete: WM-Public-Viewing in Graz vor dem Aus: Sperrstunde sorgt für Wirbel. Nachdem Veranstalterin Jane Hinterleitner zuletzt erklärte, die Veranstaltung könnte an einer 22-Uhr-Auflage scheitern, reagiert nun die Stadt Graz auf Anfrage von 5 Minuten. Demnach sei das Public Viewing derzeit nicht endgültig untersagt worden. „Entsprechend den Veranstaltungsrichtlinien wurde lediglich ein Verbesserungsauftrag erteilt. Dieser beinhaltet auch die Veranstaltungszeiten“, heißt es vonseiten der Stadt. Geplant war ein Public Viewing über fünf Wochen – an fast allen Tagen bis zumindest 23.30 Uhr.
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Stadt verweist auf Anrainer
Genau diese langen Veranstaltungszeiten sorgen nun für Diskussionen. „Da über 5 Wochen an nahezu allen Tagen (lediglich 4 Ruhetage) die Veranstaltungszeit bis zumindest 23.30 Uhr angeben wurde, erfolgte im Sinne der Anrainer und in politischer Abstimmung der Verbesserungsauftrag“, erklärt die Stadt weiter. Zuvor hatten die Organisatoren kritisiert, dass viele WM-Spiele aufgrund der Zeitverschiebung erst am Abend stattfinden und daher mit einem Ende um 22 Uhr gar nicht vollständig übertragen werden könnten. Damit gerät das ursprüngliche Konzept zunehmend ins Wanken. Laut Veranstaltern sollte das Public Viewing vollständig über Sponsoren finanziert werden. Das Budget liege bei rund 300.000 Euro.
Politische Debatte um mögliche Ausnahme
Für zusätzliche Diskussionen sorgt nun die Frage, ob es für das Event eine Ausnahmegenehmigung geben könnte. Die NEOS hatten zuletzt argumentiert, dass Veranstaltungen im öffentlichen Interesse durch den Stadtsenat von den üblichen Richtlinien ausgenommen werden könnten. Die Stadt schließt das grundsätzlich nicht aus, verweist aber auf den laufenden Prozess. Gleichzeitig wird betont, dass mögliche Alternativen erst geprüft werden könnten, wenn konkrete neue Vorschläge eingebracht werden. „Alternativen können von der Behörde erst nach Vorliegen entsprechender Vorschläge/Anträge geprüft werden“, heißt es dazu. Aus der Stadtpolitik kommen weiterhin unterschiedliche Signale. Während NEOS-Gemeinderat Philipp Pointner mehr Unterstützung für das Projekt fordert, zeigte sich Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) zuletzt zurückhaltend. Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) wiederum kritisierte die strengen Auflagen öffentlich.
Kritik an Fristen zurückgewiesen
Auch den Vorwurf, den Organisatoren sei zu wenig Zeit für Nachbesserungen eingeräumt worden, weist die Stadt zurück. Die Veranstalter hatten kritisiert, dass zwischen der Antragstellung am 30. April und der Rückmeldung des Straßenamts am 6. Mai nur wenig Zeit geblieben sei. Die Nachreichfrist läuft bis 13. Mai. Die Stadt argumentiert hingegen, dass zwischen Antrag und Verbesserungsauftrag lediglich zwei Werktage gelegen hätten. „Dazwischen war der 1. Mai (Freitag -> Feiertag) und das Wochenende“, wird erklärt. Zudem verweist die Behörde auf die Kurzfristigkeit des gesamten Projekts. „Die kurze Nachreichfrist liegt in der Kurzfristigkeit der eingereichten Veranstaltung, die ja bereits in einem Monat stattfinden soll, damit die entsprechenden Verfahren auch abgewickelt werden können“, so die Stadt Graz. Veranstaltungen dieser Größenordnung würden einen entsprechenden Vorlauf benötigen. Ob es am Ende doch eine Ausnahme geben könnte, bleibt damit offen.